-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 01
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:10/04/1966
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Ramírez, ER.-Pfarrkonf.13-4-1966-deutsch-r
Reffino, 28-8-66 -deutsch- Krankengottesd.
Paraná, 4-9-1966 -deutsch-Krankeng.
Meroú, 4-4-1967 -deutsch-
Diamante, 4-5-1968 -deutsch-
Aldea Protestante, 29-3-1970 -deutsch-
Grabschental, 29-3-1970 -deutsch-
Camarero, 10-4-1966 -spanisch-
Diamante, 7-5-1966 -spanisch-
Col. Nueva, 5-6-1966 -spanisch-
Meroú, 14-4-14-4-1968 -spanisch-
Paraná, 21-4-1968 -spanisch-
Aldea Protestante, 26-3-1978 -spanisch-
Diamante, 8-4-1978 -spanisch-
Reffino, 6-5-1979 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 6-4-1980 -spanisch-
Grabschental, 20-4-1980 -spanisch-
Meroú, 20-4-1980 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Ostern - Pascua de la Resurrección
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Hesekiel 37, 1 - 14 - Ezequiel 37:1-14
Skopus: Inmitten der todverfallenen Welt wächst das Leben
-4-Kirchenjahr bis Pfingsten 1 -Hesekiel 37, 1-13
"Und des Herrn Hand kam über mich, und er führte mich hinaus
im Geist des Herrn und stellte mich auf ein weites Feld, das
voller Totengebeine lag. Und er führte mich allenthalben
dadurch. Und siehe, des Gebeins lag sehr viel auf dem Feld;
und siehe, sie waren sehr verdorrt. Und er sprach zu mir: Du
Menschenkind, meinst du auch, daß diese Gebeine wieder
lebendig werden? Und ich sprach: Herr, Herr, das weißt du
wohl. Und er sprach zu mir: Weissage von diesen Gebeinen und
sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des Herrn
Wort. So spricht der Herr Herr von diesen Gebeinen: Siehe,
ich will einen Odem in euch bringen, daß ihr sollt lebendig
werden. Ich will euch Adern geben und Fleisch lassen über
euch wachsen und euch mit Haut überziehen und will euch Odem
geben, das ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt
erfahren, daß ich der Herr bin. Und ich weissagte, wie mir
befohlen war; und siehe, da rauschte es, als ich weissagte,
und siehe, es regte sich, und die Gebeine kamen wieder
zusammen, ein jegliches zu seinem Gebein. Und ich sah, und
siehe, es wuchsen Adern und Fleisch darauf, und sie wurden
mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen. Und
er sprach zu mir: Weissage zum Winde; weissage, du
Menschenkind, und sprich zum Wind: So spricht der Herr Herr:
Wind, komm herzu aus den 4 Winden und blase diese Getöteten
an, daß sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie
er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie und sie wurden
wieder lebendig und richteten sich auf ihre Füße. Und ihrer
war ein sehr großes Heer. Und er sprach zu mir: Du
Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.
Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und
unsre Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum
weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Herr:
Siehe, ich will eure Gräber auftun und will euch, mein Volk,
aus denselben herausholen, und euch ins Land Israel bringen;
und ihr sollt erfahren, daß ich der Herr bin, wenn ich eure
Gräber geöffnet und euch, mein Volk, aus denselben gebracht
habe. Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr
wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und
sollt erfahren, daß ich der Herr bin. Ich rede es und tue es
auch, spricht der Herr."

Aus unserem Text kommt uns in einer kaum zu úberbietenden
und eindringlichen Weise eine vollkommen dunkle Welt
entgegen, eine Welt voller Totengebeine, eine Welt ohne alle
Hoffnung.
Im Hintergrunde dieses alttestamentlichen Geschehens steht
ein reales Geschehen aus der Geschichte des alten Volkes
Gottes.
Das Volk Isarel wurde durch die Babylonier besiegt; der
größte Teil getötet und der andere Teil hungerte in der
Gefangenschaft einem Tode entgegen, ohne die Hoffnung, die
Heimat wiedersehen zu können, was für viele Frommen das
Schlimmste war, ohne die Hoffnung, jemals mit der
Möglichkeit zu rechnen, im Hause Gottes an den
Gottesdiensten teilnehmen zu können.
Vom Tempel in Jerusalem war nämlich auch nur noch ein
Trümmerhaufen übrig geblieben.
Über dem Violk und über den Einzelnen lag der Hauch des
Todes. Kein Silberstreifen am Horizont war zu erkennen.
Alles war in finsterstes Dunkel gehüllt.
Ist diese unsere Welt heute anders?
Sie ist bis heute eine Welt des Todes geblieben. Nicht nur,
daß jeder einzelne von uns von diesem Dunkel des Todes in
seinem eigenen Leben oder im Leben seiner Familie angerührt
wird, sondern über uns liegt die grausame Realität, daß das
ganze menschliche Leben auf Erden ausgerottet werden kann.
Der Tod hat noch nie eine solche grausame und
furchterregende Gestalt angenommen wie heute.
Wir wissen die Entscheidung über Leben und Tod, über unser
aller Leben und Tod in Menschenhänden. Das ist ja das, was
uns so hoffnungslos macht.
Während der Hitlerzeit in Deutschland haben Millionen von
Menschen in Europa die Realität, die grausame Realität,
erleben müssen, auf Gedeih und Verderb verbrecherischen
Menschen ausgeliefert zu sein. Menschenleichen galten nicht
mehr als Ackerdünger.
Kann in einer solchen Situation irgendein Mensch aus eigener
Überzeugung oder aus einer religiösen Überzeugung aufstehen,
seinen Mund öffnen und in seiner solchen hoffnungslosen vom
Tode umwehten Welt ein Wort der beginnenden Hoffnung sagen?
Nein!
Das ist heute unmöglich, wie es damals im Volk Israel
unmöglich war.
Alle Worte einer Hoffnung werden als elende Betrügereien
erkannt.
Wir leben in dieser vom Tode bedrohten Welt ohne Zukunft.
Hier in unserem Text kommt die ganze Trostlosigkeit in der
Schau eines weiten Feldes voller Totengebeine zum Ausdruck.
Gott führt seinen Propheten vor diese Realität unserer Welt.
Durch unsere Bosheit ist dies Welt so geworden; durch unsere
Gottlosigkeit ist diese Welt eine vom Tode bedrohte Welt
ohne Zukunft geworden.
Der Prophet wird nun von Gott gefragt:
Was macht dein Glaube im Angesichte dieser vom Tode
bedrohten Welt? Gibt es für sie nach deiner Meinung noch
eine Zukunft?
Stehen wir, du und ich, nicht heute in genau derselben Weise
vor dieser Frage, und zwar als Christen, als Glieder des
Volkes Gottes.
Merken wir es, daß uns die Antwort vor dieser vom Tode
bedrohten Welt ohne Zukunft sehr schwer fällt?
Billige fromme Worte vergehen vor dieser Realität wie Schall
und Rauch; sie werden von unseren Mitmenschen auch nicht
ernst genommen. Es bleibt uns im letzten Grunde nichts
anderes zu tun übrig, als das, was der Prophet im Angesichte
dieser Frage Gottes tut. Er bittet Gott selbst um eine
Antwort auf die Frage , ob es in dieser menschlichen
todverfallenen Lage eine Hoffnung, eine Zukunft, gibt:
"Herr, Herr, du allein weißt es!"
Ist das nicht das, was wir auch heute sagen müssen?:
Vater im Hiummel, wir sehen nur finsterste Finsternis. Wir
sehen vor uns nur eine Welt, die durch verbrecherische Hände
zerstört im Weltall herumschwirrt, das menschliche Leben
nach entsetzlichen Quälereien erloschen. Wenn wir mit
unserer Welt überhaupt noch eine Zukunft haben sollten, dann
kann es nur durch ein Handeln von deiner Seite, Herr,
geschehen.
Und nun, liebe Gemeinde, ist dieses Wunder bereits
geschehen, Gott hat bereits gehandelt. Er hat nicht nur so
gehandelt, daß eine Hoffnung für die Situation damals
gesetzt wurde, sondern so, daß ein Zeichen für alle Zeiten
gesetzt wurde, ein Zeichen, das auch uns in der
augenblicklichen ausweglosen Lage neue Hoffnung gibt, das
auch uns in einem Leben, das Tag für Tag vom Tode bedroht
ist, Freude und Trost und Zuversicht gibt.
Gott hat auf Erden Ostern werden lassen.
Als auf dem Privatfriedhof zu Jerusalem vor 2.000 Jahren der
Ruf erscholl:
"Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Der Herr ist
auferstanden, der Herr ist wahrhaftig ayuferstanden."
da wurde das Siegeszeichen der Welt des Lebens inmitten
dieser Welt des Todes aufgerichtet. Der auferstandene Herr
ist der Repräsentant einer neuen Welt, eben der Wekt des
Lebens.
Wer zu diesem auferstandenen Herrn gehört, gehört bereits
auch zu der Welt des Lebens, der darf inmitten einer Welt,
die im Zusammenbruch steht, mitten in einer Welt, die vom
Todeshauch umweht ist, Ausschau halten nach einer neuen Welt
des Lebens:
"Wir aber warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde,
in welcher Gerechtigkeit wohnt."
Die Welt, in der wir leben, bleibt wohl weiterhin eine Welt
des Todes. Wir werden wohl weiterhin das Wirken des Todes in
unserer nächsten Nähe spüren müssen; wir werden eines Tages
wohl selbst diese Realität am eigenen Leibe durchleiden
müssen, aber seit dem Auferstehungsmorgen auf dem Friedhof
von Jerusalem hat sich Grundlegendes geändert:
Inmitten der Dunkelheit unseres Lebens erkennen wir bereits
das helle Freudenlicht der neuen Welt; inmitten aller
Versuche, uns und diese Welt zu zerstören, verwirklicht sich
die kommende neue Schöpfung, in der der Auferstandene König
und Herr ist.
So wahr, wie sich in unserem Text die Totengebeine mit neuem
Leben füllen, so wahr wird das Ende dieser Welt der Anfang
einer neuen sein, so wahr wird unser eigene Tod der
Durchgang zum wahren Leben sein.
Ostern, die Auferstehung Jesu Christi, läßt uns hoffend und
freudig ausschauen nach der Welt des Lebens und läßt uns
ausharren in dieser Welt und in diesem Leben ohne zu
verzagen und ohne zu verzweifeln.
"Wir gehen an unseres Meisters Hand und unser Herr geht
mit."