-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 88
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:26/03/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 27-3-1964
Grabschental, 27-3-1966
Paraná, 3-4-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Karfreitag
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Korinther 5, 14 - 21
Skopus: Das Kreuz - die Versöhnung der Welt
--3- Kirchenjahr bis Karfreitag 88 - 2. Kor. 5, 14-21 "Denn
die Liebe Christi dringt uns also, sintemal wir halten, daß,
so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben;
und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da
leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für
sie gestorben und auferstanden ist. Darum kennen wir von nun
an niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum
gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt
nicht mehr. Darum ist jemand in Christo, so ist er eine neue
Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu
geworden! Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber
versöhnt hat durch Jesum Christum und das Amt gegeben, das
die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christo und
versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre
Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von
der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi
Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an
Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat
den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht,
auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott
gilt."

Immer wieder stehen wir aufs neue am Karfreitag vor dem
Kreuz auf Golgatha und fragen, was bedeutet es, daß Jesus
von Nazareth, der der Sohn Gottes ist, sein Leben dahingeben
mußte?
Ein Vers aus unseren heutigen vielen Versen gibt uns in
besonderer Weise eine Antwort auf diese unsere Frage:
"Gott versöhnte in Christus die Welt mit ihm selber und
rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns
aufgerichtet das Wort von der Versóhnung."
Diese unsere Welt, in der wir leben und von der wir selbst
ein Stück sind, wird von Gott ernst genommen. Diese unsere
Welt ist durch unsere menschliche Schuld in Unordnung
geraten. Sie ist vollständig durcheinander. Das braucht man
nicht erst beweisen. Wir brauchen nur uns selbst anzusehen,
unseren Staat Argentinien, das Gegeneinander der
verschiedensten Staaten der Welt, die Technik und die
Wissenschaft, die immer furchtbarere Mordwaffen herstellen.
Wir brauchen es nicht zu beweisen, daß unsere Welt im Argen,
im Bösen, liegt, das liegt ja klar auf der Hand. Daß diese
unsere Welt so durcheinander ist, liegt daran, daß wir
Menschen den Schöpfer Himmels und der Erden, nicht mehr als
unseren Herrn anerkennen, dem wir aber Gehorsam schuldig
sind.
Und nun nimmt Gott diese unsere durcheinandergeratene Welt
so ernst, daß er ihr einen Weg zeigt, wie sie wieder in
Ordnung komen kann, trotz unserer abgrundtiefen menschlichen
Bosheit. Er streckt in dem Kreuz auf Golgatha seine
versöhnende Hand dieser Welt, also uns, entgegen. Wo jetzt
Menschen es fertigbringen, trotz ihrer ganzen Schlechtigkeit
und Bosheit, diese versöhnende Hand Gottes nicht auch noch
wegzuschlagen, sondern anzunehmen, da kommt ein ganz klein
wenig die Welt, die uns umgibt, auch wieder in Ordnung.
"In der Welt ist's dunkel,
leuchten werden wir;
du in deiner Ecke,
ich in meiner hier."
Ja, wir haben genug Beispiele davon, daß da, wo Menschen in
größter Verantwortung diese versöhnende Hand Gottes im Kreuz
Christi ergreifen, sogar größtes Weltdurcheinander wieder
geordnet wurde, grausamstes Blutvergießen verhindert werden
konnte.
Ob wir das Geschehen am Karfreitag am Kreuz auf Golgatha
richtig verstanden und die versöhnende Hand Gottes in diesem
Geschehen wirklich angenommen haben, zeigt sich daran,
wieviel Unordnung in unserem Leben, im Leben unserer
Familie, in unserer Gemeinde und in unserer weltlichen
Umgebung noch vorhanden ist.
Es ist schon so, die Zukunft dieser zerbrechenden Welt hängt
von den Menschen ab, die Karfreitag in seiner tiefsten
Bedeutung verstanden und als für sich gültig angenommen
haben.
Diese unsere durcheinandergeratene Welt kann wieder in
Ordnung kommen, wenn es genügend Menschen gibt, die das
Leiden und Sterben Jesu Christi als die versöhnende Tat
Gottes für ihr Leben annehmen.
Wir spüren vielleicht, wie ernst Gott unsere Verantwortung,
deine und meine, für diese unsere Welt, in der wir leben,
nimmt.
Eine Christenheit, die nur auf diese böse Welt schimpfen
kann und sich nur auf ihre eigenen frommen Seelen
zurückzieht, ist nur leeres Stroh und hat ihre Aufgabe, das
Salz der Welt zu sein, vollkommen verfehlt. Das Heil dieser
Welt, das Wiederinordnungbringen dieser
durcheinandergeratenen Welt hängt also von den Menschen ab,
die den Sinn des Karfreitages verstanden haben, die die
Versöhnungstat Gottes am Kreuz auf Golgatha als für sich
gültig angenommen haben. Dieses ist so wichtig, daß Gott das
Predigtamt des Kreuzes eingesetzt hat:
"Gott hat das Amt gegeben, daß die Versöhnung predigt."
Dieses Predigtamt hat eine doppelte Aufgabe:
1. Durch die Verkündigung des Wortes Gottes soll das
Geschehen von Karfreitag denen, die die Versöhnungshand
Gottes angenommen haben, immer deutlicher und immer lieber
werden.
2. Durch die Verkündigung des Wortes Gottes soll das
Geschehen am Kreuz auf Golgatha, da Gott durch Jesus
Christus die Welt mit sich selbst versöhnte, allen Menschen
bekannt werden, damit noch mehr Menschen die ausgestreckte
Hand Golttes in seiner Liebe zu uns bösen Kreatureb
ergreifen.
Dieses Amt, das die Versöhnung predigt, ist nicht nur
einigen wenigen Menschen übergeben, etwa nur den Pastoren,
sondern allen denen, die die ausgestreckte Hand Gottes
angenommen und seine Liebe erfahren haben.
Jeder Christ ist also dazu berufen, in seinem Lebenskreis
davon zu berichten, was Gott am Kreuz auf Golgatha für uns,
für diese unsere Welt, getan hat. Und vergessen wir nicht,
je mehr Menschen das Geheimnis des Kreuzes erfaßt und
angenommen haben, desto heller wird es auf dieser dunklen
Erde. Je mehr Menschen sich am Kreuz ihr in Unordnung
geratenes Leben wieder in Ordnung haben bringen lassen,
desto mehr weicht die Unordnung und das Durcheinander aus
ihrer nächsten Umgebung, aus der Familie, aus der
Freundschaft und Nachbarschaft.
Je deutlicher das Kreuz in dieser unserer Welt sichtbar
wird, desto schneller wird auch der Friede in diese unsere
Welt einziehen.
Laßt uns dieses Kreuz auf Golgatha als den Mittelpunkt
unseres Glaubens und unseres Heiles und unserer Versöhnugn
nie aus den Augen verlieren, sondern immer festhalten, damit
es auch zum Zeichen der Hoffnung für diese durch uns
durcheinandergeratene Welt werde.