-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 70
Lugar/Ort:Meroú-Kranken-Hausgottesdienst Grün

Fecha/Datum:23/04/1980
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 5-4-1981
Reffino, 28-3-1982
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Judica
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 17, 9- 19
Skopus: Jesus bittet für die Seinen
-3- Kirchenjahr bis Karfreitag 70 -Johannes 17,9-19
"Jesucristo dice: Ich bitte nicht für die Welt, sondern für
die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles,
was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein;
und ich bin in ihnen verklärt. Und ich bin nicht mehr in der
Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir.
Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir
gegeben hast, daß sie eins seien gleichwie wir. Dieweil ich
bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen.
Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt, und ist
keiner von ihnen verloren, als das verlorene Kind, daß die
Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede
solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude
vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt
haßte sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch
ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von
der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Übel.
Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich auch nicht von
der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist
die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so
sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für
sie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit."

Vor uns haben wir einen Abschnitt aus dem
hohenpriesterlichen Gebet. In ihm tritt Jesus Christus im
Gebet vor seinen Vater im Himmel und bittet ihn für die
Seinen, für die, die zu ihm gehören.
Es kommt dabei die besondere Gemeinschaft zum Ausdruck, die
zwischen Jesus und seinen Jüngern und zwischen ihm und
seinem Vater im Himmel besteht und dann vor allem die
außerordentliche Verbindung, die der Herr selbst herstellt
zwischen uns und Gott und was das bedeutet.
Vielleicht haben wir es schon gemerkt, daß Jesus Christus,
obwohl er im Augenblick des Gebets noch lebend unter seinen
Jüngern weilt, geistig bereits seine Jüngerschar vor sich
sieht, wie sie sein wird, wenn er, nach Passion, Kreuz und
Auferstehung in der Himmelfahrt zu seinem Vater im Himmel
zurückgekehrt ist und fürbittend vor ihm steht.
Warum bittet Jesus für die Seinen und nicht für die anderen
und warum erwartet er von seinem Vater für seine Jünger
Hilfe? Warum kann und darf er das? Weil er weiß. daß die,
die zu ihm gehören, auch zu Gott gehören und unter der
treuen Fürsorge seines Vaters im Himmel stehen. Ja, Jesus
weiß noch mehr, er weiß, daß jeder, der sich zu ihm bekennt,
der ein Christ sein will, geradezu von Gott zu ihm geschickt
worden ist. Ohne das Eingreifen Gottes in das Leben eines
Menschen kann der Betreffende überhaupt nicht an Jesus
Christus glauben, auch nicht ihm nachfolgen.
Worum bittet Jesus seinen Vater?
"Heiliger Vater, erhalte sie bei deinem Namen, den du mir
gegeben hast, damit sie eins sind wie wir."
Nach alter Auffassung hat der, der den Namen eines anderen
weiß, einen direkten Zugang zu ihm und kennt den anderen
genau, vielleicht sogar wie sich selbst.
Jesus hat den direkten Zugang zu Gott, dadurch daß er seinen
Namen weiß, und so kennt er ihn auch von Grund auf und als
solcher hat er dieses alles seinen Jüngern weitervermittelt.
Wir fragen uns natürlich sofort, wie heißt denn Gott?
Welchen Namen führt er?
Nach der Heiligen Schrift hat er viele Namen, die alle sein
TUN beschreiben. Hier an dieser Stelle könnte ich mit
vorstellen, daß sein Name etwa so lautet:
GOTT LIEBT DURCH JESUS CHRISTUS SEINE GESCHÖPFE, UNS
MENSCHEN.
Wer das verstanden hat, weiß, wer Gott ist und hat direkten
Zugang zu ihm, einen Zugang, den Jesus uns eröffnet hat.
Jesus bittet seinen Vater, daß die Seinen diesen Namen, daß
er der Gott der Liebe ist, nie vergessen, nie verleugnen,
nie verraten.
Diese Bitte ist notwendig, weil viele Kräfte und Mächte und
Menschen am Werke sind, uns diesen Namen Gottes zu
verunsichern, uns die Freude zu rauben darüber, daß wir Gott
zum Vater haben, der nicht nur Himmel und Erde geschaffen
hat, sondern heute noch alles fest in seiner Hand hält und
gerade dieser Gott der ist, der uns liebt und der uns hilft.



Solange Jesus bei den Seinen ist, solange er noch nicht zu
seinem Vater im Himmel zurückgekehrt ist, solange besteht
keine Gefahr, daß sie die ausgestreckte Hand Gottes, des
Gottes, der uns liebt, zurückschlagen würden, außer bei dem
Einen, erwähnt unser Text, beim Verräter Judas Ischarioth.
Nun aber, wenn Jesus von ihnen geht, wird die Gefahr
riesengroß. In unserm Text sagt der Herr:
"Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie bei diesem
Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie vor dem
Abfall bewahrt, nun aber, da ich zu dir zurückkehre, bewahre
du sie selbst in dieser Welt."
Es ist also nicht nur so, daß Jesu Jünger in der Gefahr
stehen, die Verbindung zu Gott aufzugeben, der der gott der
Liebe und der Hoffnung und der Hilfe ist, sondern sogar
davon bedroht werden, daß sie um dieser Verbindung willen
Not und Verfolgung erleiden. So wie der Herr selbst, der
seinen Vater als Gott der Liebe und der Hilfe verkündigt hat
und viele sich dadurch von ihm haben lieben und helfen
lassen und sich dem Herrn anschlossen, von dem größten Teil
der Menschheit deswegen aber gehaßt wurde und noch gehaßt
wird und er von denen zu Tode gebracht wure, genauso wird es
den Seinen auch ergehen.
Jesus Christus bittet seinen Vater für die Seinen in den
Leiden und Verfolgungen, die über sie kommen werden.
Doch dabei ist zu bemerken, daß er nicht will, daß sie aus
der sogenannten bösen Welt fliehen sollen. Das heißt mit
anderen Worten, sie sollen sich nicht absondern oder auch
einschließen. Sie sollen auch den Kontakt mit der übrigen
gott- und christusfeindlichen Welt nicht abbrechen. Vor
allen Dingen sollen sie nicht dem Leiden und dem Tode um
ihres Glaubens willen aus dem Wege gehen. Nein, im
Gegenteil, sie, die Seinen, sollen dazu direkt bereit sein.
In den ersten Chgristenverfolgungen gingen Christen singend
in den Tod.
Worum Jesus bittet, ist dieses, daß sie nicht ihren Glauben
aufgeben, daß sie nicht von der Wahrheit lassen, die sie
durch das Wort Gottes erkannt haben, daß Gott Hilfe und
Liebe ist, daß sie sich der übrigen Menschheit nicht
gleichstellen undd aß sie vor allen Dingen nicht aufhören
sollen, sich von Gott weiterhin lieben und helfen lassen.
Nicht nur, daß Gott sie Seinen in allen Nöten, Anfechtungen,
Versuchungen und Bedrängnissen helfe, bittet der Herr,
sondern daß Gott den Seinen auch noch dazu die Kraft gebe,
den Auftrag Jesu inmitten dieser Welt auszuführen:
"Wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende ich sie auch
in die Welt", sagt in unserem Predigttext Jesus Christus.
Und wozu schickt Jesus die Seinen in die Welt? Mit dem
gleichen Ziel, wie Gott seinen Sohn in die Welt gecshickt
hat, zu verkündigen und zu praktizieren, daß alle Menschen
ebenfalls von Gott geliebte Menschen sind und daß Gott
darauf wartet, ihnen helfen zu können, und zwar dadurch, daß
sie sich von Jesus Christus an die Hand nehmen lassen.
Wie heißt es im gleichen Johannes-Evangelium an einer
anderen Stelle?:
"Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen
Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern dasewige Leben haben."
Dieses Werk Jesu zum Wohle der ganzen Menschheit und das ein
fester Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen ist, soll
durch seine Jünger weiterbekanntgemacht werden, auch wenn
Jesus nicht mehr leiblich auf dieser Erde weilt.
Und Jesus bittet seinen Vater, daß dieses Werk zum Wohle
aller Menschen durch die Seinen gelingen
möge.
Wenn wir einmal überdenken, was wir heute durch diesen Text
gehört haben, dann könnten wir als Inhalt zusammenfassen,
daß Jesus betend seine Gemeinde vor Gott bringt und um Hilfe
für alle Anfechtungen und um Kraft für den Auftrag bittet.
Laßt uns schließen mit einem Liedvers:
"Ach sucht doch den, laßt alles stehen,
die ihr das Heil begehret;
er ist der Herr und keiner mehr,
der euch das Heil gewähret.
Sucht in all Stunde, von Herzensgrund,
sucht ihn allein,
wenn wohl wird's sein,
dem, der ihn herzlich ehret.