-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 68
Lugar/Ort:Camarero/Puiggari

Fecha/Datum:25/03/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 16-3-1980
Meroú, 16-3-1980
Aldea Protestante, 5-4-1981
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Lätare
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 6, 1 - 15
Skopus: Die Speisng der 5.000 und das Heilige Abendmahl
-3- Kirchenjahr bis Karfreitag 68 -Johannes 6, 1-15
"Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias
in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie
die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber
ging hinauf auf einen Berg und setzte sich sich daelbst mit
seinen Jüngern. Es war aber nahe Ostern, der Juden Fest. Da
hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volks zu ihm
kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß
diese essen? (Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er
wußte wohl, was er tun wollte.) Philippus antwortete ihm:
Für zweihundert Groschen Brot ist nicht genug unter sie, daß
ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm
einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:
Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und 2
Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach:
Schaffet, daß sich das Volk lagert. Es war aber viel Gras an
dem Ort. Da lagerte sich bei 5.000 Mann. Jesus aber nahm die
Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber
denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den
Fischen, wieviel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach
er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß
nichts umkomme. Da sammelten sie und und füllten zwölf Körbe
mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die übrig blieben
denen, die gespeist worden. Da nun die Menschen das Zeichen
sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der
Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte,
daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum König
machten, entwich er abermals auf den Berg, er selbst
allein."

Der Evangelist Johannes berichtet uns, wie die anderen
Evangelisten auch, das Geschehen, da Jesus von Nazareth mit
5 Broten und 2 Fischen an 5.000 Menschen sättigte. Der
Bericht selbst ist bei allen 4 Evangelien gleich, nur an
einigen Kleinigkeiten unterscheiden sie sich.
Grundlegend anders sieht allerdings Johannes den Sinn dieser
Speisung, also das, was uns durch sie mitgeteilt werden
soll. Darum ist es schon wichtig, dieser Besonderheit auch
in der Predigt ein wenig nachzugehen.
Zunächst einmal wollen wir kurz uns die Gecshichte erzählen.
Jesus fuhr über das Galiläische Meer, gefolgt von vielen,
die bereits miterlebt hatten, daß Jesus Kranke heilte und
damit bezeugte, ich habe die Vollmacht des von Gott
Gesandten, der die Werke Gottes auf Erden unter uns und zu
unserer Hilfe bekannt machen und durchführen soll.
Hier sieht es so aus, als suche er sich der Menge zu
entziehen, indem er und seine Jünger einen Hügel besteigen.
Vor ihm liegt der Weg nach Jerusalem und damit kommen über
ihn Leiden und Tod.
Johannes hat die besondere Notiz, daß sich diese Geschichte
einige
"Tage vor dem Passahfest der Juden"
ereignete.
Jesus sieht die Menge, der er doch nicht entfliehen konnte.
Er weiß, daß sie schon viele Stunden auf Stunden ihm gefolgt
sind, ohne etwas gegessen zu haben.
Wir haben ein Gespräch Jesu mit einigen seiner Jünger über
die Frage, auf welche Weise man den Leuten zu essen geben
könnte. Es wird schließlich festgestellt, daß 5 Gerstenbrote
und 2 Fische vorhanden sind.
Es ist verständlich, daß Andreas, der Bruder des Simoin
Petrus, dabei anmerkt:
"Was ist das schon für so viele!"
Jesus läßt sie alle lagern und das Wunder geschieht, daß mit
dem, was vorhanden ist, 5.000 Menschen satt wurden. Ja, daß
nach dem Essen das Übriggebliebene eingesammelt wurde und
das 12 Körbe voll ergab.
Über das, was dann geschieht, wird Jesus sehr traurig und
enttäuscht, denn er flieht ganz allein von ihnen.
Was war der Grund dafür? Die Menge war von diesem Geschehen,
daß Jesus von Nazareth mit 5 Broten und 2 Fischen 5.000
Menschen satt gemacht hat, so begeistert, daß sie ihn immer
bei sich haben wollten. Sie wollten ihn nicht von sich
lassen, sondern eine Revolution entfachen und Jesus zu ihrem
König machen. Er sollte ihr Brotkönig werden, damit ein für
alle Male ihre Not behoben sei.
Und warum ist diese Reaktion genau das Gegenteil von dem,
was Jesus eigentlich wollte? Es ist nun nicht so, daß sich
Jesus nicht interessiert für leibliche Nöte und Bedürfnisse
der Menschen.
Wir haben ja unzählige Beispiele dafür, wie er Menschen in
Not half und sich zu diesem Zweck auch zu uns Menschen
gesandt wußte.
Allerdings, und das war das Besondere hier beim Evangelisten
Johannes, er will aufzeigen, daß diese Speisung ein Zeichen
sein soll für eine andere größere Wirklichkeit. Und diese
Wirklichkeit haben die Jünger und das sattgewordene Volk
nicht erkannt. Sie hätten das erkannt, wenn sie um Jesu
willen ihm nachgefolgt wären und nicht um der Wunder willen,
die er tat. Sie wären genauso begeistert gewesen, wenn ein
Gesandter des Durcheinanderbringers oder ein Zauberer oder
Braucher solche Kunststückchen vollführt hätte.
Mit dieser Speisung will Jesus einmal an das Passahmahl
erinnern, da das Passahlamm als Speise dienen soll, um ein
ganzes Volk vorzubereiten für den Weg, den Gott geöffnet
hat, aus der Knechtschaft in die Freiheit, aus der Not in
ein Land, da Milch und Honig fließt.
Mit dieser Speisung will Jesus aber über das Passahfest
hinaus auf das hinweisen, das sich am Ende seines Weges nach
Jerusalem ereignen wird. Daß er um unserer Befreiung willen
aus allen unseren Bindungen und Sklavereien, ganz gleich
welcher Art, den Tod auf sich nimmt.
Im Kampf um diese Befreiung setzt er nicht nur alles ein,
sondern sich selbst. Er fragt in diesem Kampf nichts danach.
daß er dabei umkommt, die Hauptsache ist, daß sein Werk zur
Durchführung und zur Vollendung kommt. Und diesen Einsatz
bis zur Aufgabe seines Lebens, bringt Jesus zeichenhaft so
zum Aysdruck, daß er Brot und Wein spendet und sich selbst
meint, Fleisch und Blut, hingeopfert wie das Passahlamm, als
Speise auf dem Weg zur Freiheit, die Gott selbst vorbereitet
und uns schenkt.
Dieses alles, so sagt der Evangelist Johannes, ist bereits
in dieser Geschichte von der Speisung der 5.000 zeichenhaft
vorgebildet und abgebildet und dieses wird weder von den
Jüngern noch vom ganzen Volk verstanden. Sie alle sehen nur,
das sie satt geworden sind, ohne auf den Geber zu achten,
der an einer anderen Stelle sagt:
"Ich bin das Brot des Lebens."
Weil er in Person diese Speise, dieses Brot des Lebens, ist,
in einem umfassenden Sinne ist, kann er erst der Helfer aus
der konkreten Not, Geber aller guten Gaben sein. Wer ihn
nicht in seiner ganzen Person als Brot des Lebens annimmt,
sondern nur satt, gesund werden will, die Hilfe nur in einer
konkreten Not erhalten will, geht an ihm vorüber, gehört mit
zu denen, die ihn ausschließlich und allein zu ihrem
Brotkönig, zu ihrem Braucher oder zu ihrem Zauberer, zu
ihrem Caudillo und Staatshelden oder zu ihrem
Revolutionsführer machen wollen, der in einem Nu alle
Probleme zum Verschwinden bringen soll.
Ob wir es verstanden haben, daß wir in der Tat in Jesus
Christus den haben, der in der augenblicklichen so
verworrenen Menschheits- und Weltgeschichte die einzige
Lösung anbietet, die die Welt vor dem Chaos rettet? Wir
erreichen ihn aber nicht, wenn wir nur das akzeptieren, was
uns persönlich zu Gute kommt, unserem Beruf, unserem Land
oder unserer Ideologie und alles ablehnen, was uns nicht
paßt oder was viele Opfer von uns fordert.
Er entzieht sich uns und will von uns nichts wissen, wenn
wir ihn nur zum Vorbereiter und Erfüller unserer Wünsche,
Pläne und Ideen machen, die größtenteils eigennützig geprägt
sind.
Er ist der einzige Retter noch für uns heute, aber nur wenn
wir ihn ganz akzeptieren, ihm und seinem Worte in allem
nachzuleben trachten, sein Werk für alle Menschen zu unserer
Sache machen, auch wenn es uns manchmal nicht paßt. In
diesem Sinne ist sein Wort gedacht:
"Ich bin das Brot des Lebens", das auch für das Heilige
Abendmahl gilt.