-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 61
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:29/03/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:6. Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 19, 26 + 27
Skopus: Wir alle gehören zur Familie Jesu
-3- Kirchenjahr bis Karfreitag 61 -Johannes 19,26+27
"Jesus sagte zu seiner Mutter: Siehe, das ist dein Sohn! Und
zu dem Jünger, den er lieb hatte: Siehe, das ist deine
Mutter!"

Jesus von Nazareth hängt am Kreuz auf Golgatha. Seine
Stunden auf dieser Erde sind gezählt. Er ist dabei, den
Schlußstrich zu ziehen unter sein Werk, das zum Ziele hat,
uns Menschen wieder den Zugang zu Gott zu öffnen, dessen Tür
wir in unserer Unvernunft und in unserem Ungehorsam gegen
unseren Schöpfer zugeknallt hatten.
Die Folge dieser Flucht vor dem, der unser Herr ist und
bleibt, ob wir es wollen oder nicht, war und ist eine
durcheinandergeratene Welt, eine Menschheit, in der eine für
den anderen die Hölle bedeutet.
Es ist wahrlich keine leichte Angelegenheit für unseren
Herrn Jesus Christus bis zum Schluß gewesen, alles auf sich
zu nehmen, um dieses sein Werk auszuführen, uns wieder zu
Gott zurückzuholen.
Dieser sein Weg führte durch die schwersten Folterungen und
köperlichen Züchtigungen und oft hatte man den fragenden
Eindruck gehabt, geht es denn überhaupt noch weiter?, wird
der Herr durchhalten? Wäre es nicht einfach normal, wenn er
jetzt alles hinschmeißen würde?
Nun aber, da Jesu Wille in Übereinstimmung mit dem Willen
seines Vaters im Himmel war, bekam er die Kraft
durchzuhaltem bis zum Letzten.
Die letzten Stunden sind in der Tat gekommen, sein Werk
steht vor der Vollendung. Und da überrascht es zunächst, daß
gerade jetzt, wo es um das Heil der ganzen Menschheit geht,
Jesus diese Worte sagt, die das ganz persönliche und
familiäre Verhältnis zu seiner Mutter berühren:
"Jesus sagt zu seiner Mutter: Siehe, das ist dein Sohn! und
zu dem Jünger, den er lieb hatte: Siehe, das ist deine
Mutter!"
Er vergißt über das große Heilswerk nicht seine Mutter, die
ohne ihn nun in eine große Not kommen wird. In einer Liebe
ohnegleichen bindet er seine Mutter an seinen Jünger
Johannes und ihn an seine Mutter.
Wir sagten gerade, daß Jesus über sein großes Heilswerk ganz
persönlich nicht seine Mutter vergißt. Ja, müssen wir nicht
weiter sagen, daß das Heilswerk alle privaten und
persönlichen Beziehungen mit einschließt, daß, wenn es um
unser Heil geht, es dabei auch immer unseren Ehemann oder
unsere Ehefrau, unsere Eltern und unsere Kinder, unsere
Brüder und Schwestern, unsere Bekannten, Freunde und
Nachbarn miteinschließt.
Unser Herr hat nicht nur uns ganz persönlich lieb, sondern
auch diese anderen alle, ja, alle Menschen, alle, die ein
menschliches Angesicht tragen. Er macht uns alle zu Brüdern
und Schwesterm, indem er unser Bruder wurde.