-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 41
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:31/03/1974
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 23-2-1978
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:3. Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Gethsemane
Skopus: Wir benötigen besondere Kraft, um Jesus zu folgen
-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 41 -"Gethsemane"

Jesus zieht als der eine und wahre König des Volkes Gottes
in die alte Königsstadt Jerusalem ein, ein König, der immer
nur in Wahrheit das Beste für die Glieder seines Reiches im
Auge hat. Noch einmal kommt er mit seinen Jüngern vor seiner
Inthronisierung zusammen, um ihnen das Regierungsprogramm
seiner Herrschaft bekannt zu geben. Wir erfuhren schon, daß
bei diesem König alles anders ist als das, was wir sonst auf
Erden erleben, statt Königsthron das Kreuz, statt Gewalt
Liebe, statt bedient zu werden, selbst zu dienen.
Und wer zu diesem König Jesus Christus gehört, wird
aufgerufen, mit ihm diesen Weg zu gehen:
Durchs Leiden zur Herrlichkeit.
Die Texte stehen heute unter der großen Überschrift
GETHSEMANE. Darunter verstehen wir das Ringen Jesu mit
seinem Vater im Himmel um den rechten Weg, den er zu gehen
hat. Er zeigt sich darin als ein echter Mensch, der diesen
Weg sich selbst nicht ausgesucht hat, sondern er ist ihm
aufgelegt worden. Und weil er weiß, wie schwer dieser Weg
für ihn sein wird, bittet er seinen Vater, ob denn dieser
Weg notwendig ist, ob es für ihn nicht einen Weg gäbe, der
am Leiden und am Kreuz vorbei führt:
"Vater ist es möglich, so gehe dieser Leidenskelch an mir
vorüber",
so ringt er im Gebet, aber immer mit der großen
Bereitschaft, wenn Gott es haben will, trotzdem diesen
schweren Weg zu gehen:
"Nicht wie ich will, sondern wie du willst",
ungeachtet dessen, daß es ihm bitter schwerfällt, so schwer,
daß der Evangelist uns überliefert, daß er blutige
Schweißtropfen schwitzt.
In diesem Ringen kommt er zur festen Entscheidung:
"Dein Wille, Herr, geschehe auch durch mich."
Er benutzt das Gebet zu Gott nicht dazu, überall seinen
Willen durchzusetzen, sondern seinen Willen in
Übereinstimmung mit Gottes Willen zu bringen und dabei immer
das Wohl der Menschen vor Augen zu haben,
Und nun, nachdem er mit seinen Jüngern zusammen war und mit
seinem Vater im Himmel ins Reine gekommen ist, kann er den
Weg des Leidens, den er angetreten ist, bis zum bitteren
Ende auf Golgatha gehen.
Bald auch kommen schon die, die ausgesandt wurden, ihn zu
fangen, an der Spitze Judas Ischarioth. Jesus versucht
nicht, sich zu verbergen, sondern er stellt sich ihnen:
"Ich bin der, den ihr sucht, Jesus von Nazareth",
sagt er denen, die ihn suchen.
Die Jünger sind so ganz mit diesem Geschehen nicht
einverstanden. Sie hatten mehr auf einen König gehofft, der
so handelt, wie alle anderen gehandelt haben, vielleicht mit
der Meinung, daß dabei für sie mehr herausspringen würde.
War nicht der Verrat des Judas ein Zeichen seiner
abgrundtiefen Enttäuschung über Jesus? Will Simon Petrus
nicht noch im letzten Augenblick die normale Königskrönung
mit Gewalt herbeiführen, und zwar dadurch, daß er mit dem
Schwert dreinschlägt, einem Soldaten ein Ohr abschlägt?
Als Jesus aber durch sein Handeln bezeugt, daß dieser Weg
für ihn nicht in Frage kommt, sondern daß er ein volles Ja
zu dem Leidensweg sagt, da sind alle Jünger enttäuscht und
fliehen.
Mit Gewalt ihn aus der Hand seiner Feinde zu reißen, das lag
ihnen besser und näher, als mit ihm zu leiden und den
gleichen Weg zu gehen wie ER. Das kann man aber nicht aus
eigener Kraft. Diese muß auch heute noch jedem geschenkt
werden, der Jesus auf diesem Wege nachfolgen will, auf dem
Wege zur Errettung der ganzen Menschheit.