-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 34a
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/03/1969
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 28-3-1969
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 18, 31-34
Skopus: Die helfende Liebe wird siegen, mit oder gegen uns
-3- Kirchenjahr bis Karfreiotag - 34a - Lukas 18, 31-34
"Jesus nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen:
Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles
vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten
von des Menschen Sohn. Denn er wird verantwortet werden den
Heiden, und er wird verspottet und geschmäht und verspeit
werden und sie werden ihn greifen und töten, und am 3. Tage
wird er auferstehen. Sie aber verstanden der keines, und die
Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte
war."

In der Passionszeit beschäftigen wir uns immer wieder neu
mit dem, was unser Herr und Heiland Jesus Christus am Ende
seines Lebens alles hatte erleiden müssen und welche
Bedeutung dieses Leiden und Sterben für uns heute hat.
Eine andere Frage, die aufkommt, wenn wir diesen Text lesen
und hören, ist die:
Wie ist es denn dazu gekommen, daß Religions- und
Staatsdiener und das damalige fromme Volk sich einig darüber
sind, daß dieser Mensch Jesus von Nazareth beiseite
geschafft werden muß. Was stand im letzten Grunde im
Mittelpunkt des Redens und Tuns des Jesus? Doch nichts
anderes als dieses:
Mitten in einer Welt von Menschen, die sich hassen, die sich
gegenseitig die Köpfe einschlagen, die an der Not der
anderen vorübergehen, aufzufordern zu einer helfenden Liebe
untereinander, die nicht eher ruhig schlafen und sich an
einen gedeckten Tisch setzen kann, bis sie wissen, daß die
anderen, die auch ein menschliches Antlitz tragen, ebenfalls
ein Dach über dem Kopf haben und sich an den gedeckten Tisch
setzen können. Und er selbst hat diese helfende Liebe
gegenüber anderen Menschen praktiziert und uns damit ein
Beispiel gegeben und sie uns als ein Vorbild vorgelebt.
Wir leben heute in einer Zeit, in der die ganze Menschheit
noch nicht weiß, wo ihr Weg enden wird, in einem Paradies
oder in einer totalen Selbstvernichtung?
Die Hoffnung auf ein selbstgeschaffenes Paradies haben wir
aufgeben müssen und diese Erde zerstören wollen die meisten
von uns auch nicht. Wenn doch wenigstens erreicht werden
könnte, daß alle Menschen menschlich leben könnten.
Dieses könnte erreicht werden, wenn wir Christen, die wir
auf der Erde 95 % aller Reichtümer in unseren Händen halten
und ein immer besseres Leben, in manchem Land schon ein
luxuriöses Leben führen, anfangen, den gleichen Weg zu
gehen, den unser Herr Jesus Christus gegangen ist, den Weg
zu den Notleidenden der Welt, um ihnen in helfender Liebe zu
begegnen, um ihnen ein menchliches Leben zu ermöglichen.
Nur wenn wir Christen, jeder auf seine Weise, so unserem
Herrn nachfolgen und damit der ganzen Menschheit ein Vorbild
geben, wird es möglich sein, daß in 50 Jahren überhaupt noch
Menschen auf der Erde werden leben können. Nur noch der Weg
Jesu gibt uns allein eine Zukunft und kein Ende mit
Schrecken.
Die Proklamation dieser helfenden Liebe war es, die den
Widerstand der frommen Menschen und des Staates hervorrief.
Die Frommen wollten wohl singen und beten, aber nicht ihren
Mitmenschen helfen, darum der Schrei:
"Hinweg mit diesem!"
Ähnliches passierte, als Papst Paul VI die Menschen
Lateinamerikas daran erinnerte, daß Christsein in
Lateinamerika bedeutet, die vielen Millionen Menschen hier
nicht verhungern zu lassen.
Die Regierungen heute sind alle in der gleichen Gefahr wie
damals, Jesus Christus zu ermorden, indem in der heutigen
Zeit alle die, die in dringenster Weise auf die Not der
Menschen aufmerksam machen und Hilfe fordern, als
Kommunisten verschreien.
War nicht ein Martin Luther King einer, der in den
Fußstapfen Jesu von Nazareth für die Notleidenden kämpfte
und ermordert wurde?
Jesus Christus wußte um seinen kommenden Frakasso dieses
Weges des Einsatzes für die helfende Liebe unter uns
Menschen. Allerdings wußte er auch, daß das Kreuz nicht das
Letzte seines Weges war. Er wußte, allen Widerstämnden zum
Trotz wird diese helfende Liebe unter uns Menschen siegen,
mit, oder oder sogar gegen uns, besser aber wäre es, MIT
UNS.