-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 33
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:05/04/1968
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero/Puiggari, 12-4-1974-Karfreitag-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:4. Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Korinther 5, 21
Skopus: Unsere Strafe erlitt Jesus Christus
-3- Kirchenjahr bis Karfareitag 33 - 2. Korinther 5, 21
"Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde
gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die
vor Gott gilt."
Wir haben in den bisherigen Passionsandachten, von den 3
wichtigsten Anklagen gehört, die dazu führten, daß Jesus von
Nazareth von uns Menschen zu Tode gebracht wurde.
Da waren einmal die frommen Anklagen, Jesus sei ein Gesetze
übertreter und ein Sabbatschänder und die daraus folgende
weitere Anklage, er habe sich selbst angemaßt, Gottes Sohn
zu sein, er sei also ein Gotteslästerer.
Die 3. Anklage hatte den Grund, die oberste Staatsgewalt
davon zu überzeugen, daß sie diesen Wanderprediger Jesus von
Nazareth unschädlich machen müssen. Diese Anklage lautete,
er sei ein Revolutionär, ein Aufwiegler, ein politischer
Hetzer.
Das Ende aller dieser Anklagen war das Kreuz auf Golgatha,
der Tod eines Verbrechers.
Wenn wir das dort Geschehene zusammenfassen wollten, müßten
wir es in folgender Weise tun:
Wir Menschen, als Fromme und als Heiden und als Gottlose,
waren uns bei diesem Jesus von Nazareth, der der Sohn Gottes
ist, in einer totalen Weise einig: Wir wollen nicht, daß er
über uns herrsche, daß er sich in unsere Lebensführugng
einmische, daraum
"Hinweg, hinweg mit ihm, kreuzige, kreuzige ihn!"
Weil das heute noch in genau derselben Weise geschehen
würde, sind wir heute ebenfalls an seinem Tode schuld.
Bei dieser Gelegenheit können wir an das denken, was gestern
in Nordamerika geschah, da der evangelische Negerpfarrer
Martin Luther King, der sich vom Evangelium her für die
Negerbevölkerung in ihren Nöten und Problemen einsetzte,
durch eine Kugel hinterlistig von einem weißen Menschen
ermordert wurde. Es ist uns auch heute noch unangenehm, wenn
uns einer unsere große Schuld gegen Gott oder unsere
Mitmenschen vorhält.
Allerdings wird am Kreuz auf Golgatha nicht nur unsere
menschliche Schuld deutlich und klar, sondern auch die
Reaktion Gottes darauf, die uns der Auferstandene
verkündigte.
Gott hat aus der Schandtat der Menschen seine Heilstat für
uns Menschen gemacht. Das Bóse, das wir gegenüber seinem
Sohn Jesus Christus verübten, hat er zum Guten verändert, zu
unserem Heil.
"Wer Jesus im Glauben am Kreuze erblickt, wird heil zu der
selbigen Stund."
In diesem Ausspruch von Blumhardt ist die Wahrheit zum
Ausdruck gebracht, daß Gott unsere Schandtat zu unserem Heil
verändert hat.
Der Apostel Paulus hat das Gleiche mit unserem verlesenen
Vers aus dem 2. Korintherbrief gesagt:
"Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde
gemachrt, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die
vor Gott gilt."
Darin liegt beschlossen, daß Gott uns sagt:
Ihr alle solltet eigentlich an diesem Kreuze hängen als
Strafe dafür, daß ihr mir nicht gehorcht habt, daß ihr am
Alltag und im Leben mit euren Mitmenschen so wenig nach mir
fragt. Aber an eurer Stelle habe ich meinem eigenen Sohn
diese Strafe aufgelegt, der sie für euch erlitt und wenn ich
jetzt euch sehe, sehe ich euch als meine Kinder, meine
geliebten Kinder an.