-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 25
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:30/03/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 9-4-1961
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:6. Passions=Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:2. Mose 12, 1 - 14
Skopus: Das Passahmahl - das Abendmahl
"Der Bibeltext wie -3-Kirchenjahr bis Karfreitag- 19- 2.
Mose 12, 1-14."

Wir haben in den diesjährigen Passionsandachten uns mit dem
Heiligen Abendmahl beschäftigt. Dabei haben wir ein
Vielfaches erkannt: Durch die Anteilnahme am Abendmahl kommt
das Miteinander mit Gott und mit unseren Mitmenschen wieder
in Ordnung. Es wird uns versprochen, daß wir einmal am
großen Freudenmahl teilnehmen werden, wenn Jesus Christus
als König und Herr noch einmal auf diese Erde kommen wird.
Bei der Betrachtung des Heiligen Abendmahls nach Luthers
Kleinem Katechismus sind wir auch darauf gestoßen, daß Jesus
Christus uns nicht etwas ganz Neues damit geschenkt hat,
sondern daß er dem bereits im Volke Israel bestehenden
Passahmahl eine neue Deutung, eine neue Auslegung, gibt.
Es ist gut, wenn wir uns heute einmal speziell um dieses
Passahmahl bemühen.
Das alte Volk Gottes lebte im Lande Ägypten in einer harten
Bedrängung. Es wird von den Ägyptern wie das Vieh behandelt.
Man ging sogar so weit, daß jedes geborene männliche Kind
ermordet werden muß. Nun läßt Gott seinem Volke durch Mose
verkündigen: Deine Knechtschaft hat ein Ende. Deine
Freiheitsstunde hat geschlagen. Ihr dürft zurückkehren ins
Heilige Land, das ich euch geschenkt habe.
Aber so einfach ist das nicht. Die Ägypter widersetzen sich
diesem Willen Gottes. Doch durch harte Strafen werden sie
immer williger. Als sie aber das letzte Wort nicht sprechen
wollen, greift Gott selbst ein.
Gott greift ein, um sein Volk aus der Sklaverei zu befreien.
Ein furchtbares Gericht geht über die Ägypter nieder. Der
erstgeborene Sohn aller ägyptischen Familien muß sterben.
Dasselbe geschieht ebenfalls beim Vieh.
Wie sollen aber die Familien des alten Volkes Gottes, die
mitten unter den Ägyptern wohnen, im Gericht Gottes
geschützt werden?
"Jeder Hausvater nehme ein Lamm und schlachte es und nehme
das Blut und bestreiche damit den Türrahmen der Häuser des
Volkes Israels, in denen die Familien das Lamm gebraten
essen."
Das Blut des Passahlammes an den Türrahmen ist für den
Gerichtsengel Gottes das Zeichen, daß hier Kinder Gottes
wohenn, die im Gericht verschont bleiben vor dem Zorn
Gottes.
So bildeten die Menschen, die aus dem Gericht Gottes
gerettet wurden, um das gebratene Lamm eine
Tischgemeinschaft, eine Mahlgemeinschaft. Sie gehören
zusammen und sind miteinander unlösbar verbunden.
Und Gott bestimmt und befiehlt, daß in alle Zukunft hinein
zur Erinnerung daran, daß Gott sein Volk aus der Sklaverei
befreit und es aus dem furchtbaren Gericht herausgerettet
hat, das Passahfest gefeiert wird mit dem Passahlamm als
Mittelpunkt.
Wenn wir im Neuen Testament aus der Zeit vor Jesu
Auferstehung von Ostern oder vom Osterlamm lesen und hören,
dann ist damit das Passahfest oder das Passahlamm gemeint.
Und bei einem solchen Passahfest hat sich Jesus Christus
kurz vor seinem Kreuzestod mit seinen Jüngern ebenfalls um
das Passahlamm versammelt und dabei diesem ganzen Geschehen
ein neue Bedeutung gegeben.
Jesus Christus zeigt von dem geschlachteten Lamm weg auf
sich selbst. In derselben Weise wie das Passahlamm damals
geschlachtet wurde, um die Kinder Gottes vor und in dem
Gericht Gottes zu bewahren, genauso, sogar in einer viel
tieferen Bedeutung, muß ICH, JESUS, sterben. Durch mein
vergossenes Blut sollt ihr im zukünftigen Gericht Gottes
über alle Welt bewahrt bleiben. Und er setzt dafür das Brot
und den Wein als Deutezeichen ein. Und in genau derselben
Weise, wie die Menschen des alten Volkes Gottes sich damals
um das Passahlamm sammelten, sind die Jünger und damit alle
Angehörige des neuen Volkes Gottes aufgerufen, sich um Jesus
Christus als dem einen und wahren Passahlamm zu versammeln,
angedeutet in der Gestalt von Brot und Wein, als eine Schar
von Menschen, die durch das vergossene Blut Jesu Christi,
durch sein Leiden und Sterben, im Gericht Gottes vor seinem
Zorn bewahrt bleiben.
Der Apostel Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die
Korinther:
"Denn wir haben auch ein Osterlamm (Passahlamm), das ist
Christus, für uns geopfert."
Wir sind damit am Ende der Betrachtung über die Bedeutung
der Feier des Heiligen Abendmahls, die wir uns für diese
Passionszeit vorgenommen hatten.
Nachdem wir so ein wenig verstanden haben, was in der Feier
des Heiligen Abendmahls uns geschenkt woden ist, kann es
eigentlich nicht anders sein, als daß wir mit einer ganz
neuen Freude bei jeder sich bietenden Gelegenheit an der
Feier des Heiligen Abendmahls teilnehmen.
Wir sind eingeladen, immer und immer wieder das Geschenk
Gottes anzunehmen, das er uns im Abendmahl anbietet:
Gemeinschaft mit Gott, Gemeinschaft unter uns Menschen, eine
Vorfreude auf die Freudenmahlzeit des kommenden Königs Jesus
Christus.
Dasselbe können wir sagen mit den Worten:
Uns wird in der Feier des Heiligen Abendmahls Vergebung
unserer Schuld geschenkt, oder wie wir auch in Anlehnung an
die Bedeutung des Passahfestes sagen können:
Das Blut Jesu Christi bewahrt uns im zukünftigen Gericht
Gottes über alle Menschen vor seinem Zorn.
"Heilger Kelch, sei mir gesegnet,
weil mir der mit dir begegnet,
dessen Blut mich lässet finden,
die Vergebung aller Sünden.
Daß ich einen Heiland habe,
der die matte Seele labe,
muß dies nicht mein Dürsten stillen
und mein Herz mit Wonne füllen?"