-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 15
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:10/03/1960
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1, Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Mose 3, 1 - 19
Skopus: Der erste Hinweis in der Bibel auf Jesus Christus
-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 15 - 1. Mose 3, 1-19
"Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem
Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem
Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen
von allerlei Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der
Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott
gesasgt: Esset nicht davon, rührt's auch nicht an, daß ihr
nicht sterbet. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet
mitnichten des Todes sterben; sondern Gott weiß, daß,
welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen
aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und
böse ist. Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu
essen wäre und daß er lieblich anzusehen und ein lustiger
Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht
und aß und gab ihrem Manmn auch davon und er aß. Da wurden
ihrer beider Augen aufgetan und sie wurden gewahr, daß sie
nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten
sich Schürze. Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn,
der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam
versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes
des Herrn unter die Bäume im Garten. Und Gott der Herr rief
Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte
deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin
nackt und darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat
dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von
dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon
essen? Da sprach Gott der Herr zum Weibe: Warum hast du das
getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß
ich aß. Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du
solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und
vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du
gehen und Erde essen dein Leben lang.Und ich will
Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen
deinem Samen und Ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf
zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum
Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn
dus schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären;
und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein und er soll
dein Herr sein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast
gehorcht der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum,
davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen,
- verflucht sei der Acker um deinetwillen; mit Kummer sollst
du dich darauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln
soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Acker
essen. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot
essen, bis da du wieder zu Erde werdest, davon du genommen
bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden."

Wir haben gerade den Text von unserem Sündenfall gehört. Wir
könnten nun fragen, was hat diese Geschichte aus den ersten
Seiten der Bibel mit der Passionszeit zu tun, in der wir
jetzt innerhalb des Kirchenjahres leben?
Aber wenn wir einmal hinhören, dann können wir feststellen,
daß darin bereits die ganze Passionsgeschichte mit ihrer
Bedeutung für uns abgebildet ist.
Da ist einmal bezeugt, daß wir Menschen nicht tun wollen,
was Gott will, was er befiehlt. Wir tun nicht das Gute, das
Gott will, sondern das Böse, das im Gegensatz zu Gott steht.
Das ist nicht nur heute bei uns so, sondern das zeichnete
sich schon bei den ersten Menschen ab, bei Adam und Eva.
Wir spüren auch die besondere Verderbtheit darin, daß wir
die Schuld für unsere Bosheit immer auf andere abschieben;
daß wir so böse gehandelt haben, sind immer die anderen
schuld. Adam schiebt die Schuld auf Eva; Eva schiebt die
Schuld auf die Schlange. Gott läßt dieses Abschieben der
Schuld auf die anderen nicht zu. Jeder bekommt die Strafe
für seine Bosheit, weil jeder für sein Tun und Handeln, für
sein Sprechen und für sein Denken, selbst verantwortlich
ist.
Wir selbst sind es, die das nicht tun wollen, was Gott will.
Es ist erstaunl;ich und ein Zeichen seiner Liebe zu uns, daß
Gott uns noch trotz unserer Bosheit leben läßt. Ein Recht
auf Leben haben wir nicht mehr. So heißt es zum Beispiel in
dem Gebot, das unserem Text vorausging: Wer das nicht tut,
was Gott will, der wird des Todes sterben.
Aber Gott läßt uns leben, trotz unserer Bosheit. Seine
Strafe über uns hat nicht das Ziel, uns zu vernichten. Ja,
wir finden hier in unserem Text einen merkwürdigen Vers:
"Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und
zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbse soll dir
den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Verse
stechen."
Die christliche Gemeinde hat von Anfang an den Vers so
verstanden, daß damit ausgesagt wird, daß aus dem
menschlichen Geschlecht einer hervorgehen wird, der den
Kampf mit dem Bösen wagt, der es wagt, in all seinem Tun
sich nach dem Willen Gottes zu richten. Und es wird ihm
gelingen, gut zu sein und zu handeln.
Aber in diesem Kampf gegen das Böse für das Gute wird es so
schwer sein, daß er selbst sehr viel zu leiden hat.
Allerdings wird diesem Einen es gelingen, den Kampf zu
gewinnen. Und diesen Einen versteht die christliche Gemeinde
als Jesus Christus. In Jesus Christus haben wir die
Hoffnung, daß es einen Sieg gibt über das Böse und damit für
uns die Hoffnung, gut zu sein und Gottes Kinder zu bleiben .
Dieser Text weist auf den leidenden Christus hin als ein
Zeichen der Hoffnung für uns.