-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 08
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:14/03/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Passions-Andacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 18, 31-34
Skopus: Jesu Leiden schafft echte Freude
-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 8 - Lukas 18, 31-34
"Jesus aber nahm zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen:
Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles
vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten
von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den
Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet
werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten
Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber verstanden der
keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht,
was das Gesagte war."
Nach der Ordnung unseres Kirchenjahres hat mit dem
vergangenen Sonntag die Passionszeit begonnen. In dieser
Zeit möchten wir uns als Christen erinnern lassen, daß der
Sohn Gottes, Jesus Christus, durch die bittersten Leiden und
Nöte und Qualen eines Menschen hat hindurchgehen müssen, ja,
bis zum Tode wie ein Verbrecher am Kreuz.
Dieses alles ist nicht wie ein Zufall oder wie ein böses
Geschick über Jesus Christus gekommen. Er ist in einem
vollen Wissen seiner Leiden, in einem vollen Wissen darüber,
was in den kommenden Leidenswochen auf ihn hereinstürmen
wird.
In unserem Text ruft Jesus seine Jünger zu sich. Der Einzug
in Jerusalem und damit seine baldige Verhaftung stehen kurz
bevor.
Da sagt er seinen Jüngern, die fragend vor ihm stehen:
"Erschrecket nicht! Wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es
wird vollendet werden, was geschrieben ist durch die
Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet
werden den Heiden und wird verspottet und geschmähet und
verspeiet werden und sie werden ihn geißeln und töten."
Wenn wir diese Stellen aus dem Alten Testament bei den
Propheten wirklich nachlesen, dann wird es uns klar und
deutlich, daß gerade durch dieses Leiden des Messias, des
Gottes Sohnes, der Vater im Himmel unsMenschen wieder den
Weg zeigen und öffnen will zur ewigen Freude, zum Glück und
Frieden dieses und des jenseitigen Lebens.
Jesus Christus weiß, daß sein Leiden und Sterben und sein
Tod nicht sinn- und nutzlos sind.
Seine Passion eröffnet uns den Weg zu einem Leben in echter
Freude.
Darum ist es ein vollständiges Mißverständnis der
Passionszeit, wenn in katholischen Volkskreisen eine direkte
Sucht vor der Passionszeit besteht, sich im Karneval
auszutoben, als ob dieses Sichaustoben echte Freude wäre und
als ob in der Passionszeit nicht Raum und Möglichkeit
gegeben wäre zu einer echten Freude und Fröhlichkeit.
Weil Jesus Christus gelitten hat und gestorben ist, darum
darf ein Christ in echter Freude sein Leben führen, alle
Tage seines Lebens.
Sollte da nicht Freude in das Leben eines Menschen
einkehren, wenn er aus Gottes Mund nicht mehr zu hören
braucht:
Ich verdamme dich, sondern: Ich habe dich lieb, du bist mein
liebes Kind.
Damit das geschehen kann, daß wir aus dem Munde Gottes
dieses fröhliche Wort hören können:
"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe
dich bei dem Namen gerufen, du bist mein",
darum die Leidenszeit Jesu.
Diese ganze Passionszeit soll uns daran erinnern, wie
unaussprechlich lieb uns unser Vater im Himmel hat, daß er
sogar seinen Sohn für uns hat leiden und sterben lassen
und daß sein Sohn Jesus Christus ihm gehorsam blieb und
damit bezeugte:
Ja, auch ich habe die Menschen so lieb, daß ich bereit bin,
für diese Menschen und an ihrer Stelle alle diese Nöte und
Leiden und Qualen auf mich zu nehmen.
Wir haben also einen Vater im Himmel und einen Heiland,
denen nichts zu schwer und zuviel ist, uns wierder zu
Gottes Kindern zu machen.
Das Wort der Verheißung im Alten Testament geht in
Erfüllung. Der Messias Gottes schafft uns durchs Leiden und
Sterben echte und ewige Freude.