-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 02
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:07/03/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffinoi, 28-3-1965 -deutsch-
Meroú, 28-3-1965 -deutsch-
Grabschental, 5-3-1966 -deutsch-
Camarero, 6-3-1966
General Racedo, 28-9-1971 -deutsch-
Diamante, 11-6-1966 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 19-6-1966 -spanisch-
Paraná, 7-8-1966 -spanisch-
Col. Nueva, 13-8-1966 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Invokavit
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 14 - 29 - Marcos 9: 14-29
Skopus: Jesus Christus- Garant einer neuen Welt
-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 2 - Markus 9, 14 - 29
"Und Jesus kam zu seinen Jüngern und sah viel Volks um sie
und Schriftgelehrten, die sich mit ihnen befragten. Und
alsbald, da alles Volk ihn sah, entsetzten sie sich, liefen
zu und grüßten ihn. Und er fragte die Schriftgelehrten: Was
befragt ihr euch mit ihnen? Einer aber aus dem Volk
antwortete und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn
hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo
er ihn erwischt, so reißt er ihn; und er schäumt und
knirscht mit den Zähnen und verdorrt. Ich habe mit deinen
Jüngern gerdet, daß sie ihn austrieben, und sie können's
nicht. Er antwortete ihm aber und sprach: O du ungläubiges
Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll
ich euch tragen? Bringet ihn her zu mir! Und sie brachten
ihn her zu ihm. Und alsbald, da ihn der Geist sah, riß er
ihn; und er fiel auf die Erde, und wälzte sich und schäumte.
Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist's, daß es ihm
widerfahren ist? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn
in Feuer und Wasser geworfen, daß er ihn umbrächte. Kannst
du aber was, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber
sprach zu ihm: Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind
möglich dem, der da glaubt. Und alsbald schrie des Kindes
Vater mit Tränen und sprach: Ich glaube, lieber Herr; hilf
meinem Unglauben! Da nun Jesus sah, daß das Volk zulief,
bedrohte er den unsauberen Geist und sprach zu ihm: Du
sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, daß du von
ihm ausfahrest und fahrest hinfort nicht in ihn! Da schrie
er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und er ward, als wäre er
tot, daß auch viele sagten: Er ist tot. Jesus aber ergriff
ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf. Und
da er heimkam, fragten ihn seine Jünger besonders: Warum
konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art
kann mit nichts ausfahren denn durch Beten und Fasten."

Dieser eben verlesene Bericht enthält viel Unruhe und ist
voller Leben. Er spiegelt die Wirklichkeit unseres
menschlichen Leben wieder, damals wie heute. Es ist die Welt
der Not, der Sorge, der Krankheit und der Angst.
Wir sehen da einmal den Kranken in seiner ganzen Not, ohne
Hilfe und ohne Hoffnung, von seiner Krankheit hin- und
hergerissen. Der Vater ist verzweifelt über die Lage seines
Sohnes. Und das geht nun schon Jahr für Jahr.
Diese Krankheit (der Epilepsie) ist wie ein aufgerichtetes
Zeichen dafür, daß jede Krankheit im letzten Grunde die
Folge einer Welt ist, die von Gott abfiel und nun von Gottes
Gegenspieler, dem Teufel gequält und geängstet wird. Es
heißt nicht umsonst an einer anderen Stelle der Schrift:
"Unsere Welt liegt im Argen, im Bösen."
Wer von uns mag das Seufzen, Stöhnen und Schreien in den
Krankenzimmern der Welt hören wollen oder wer möchte all den
Menschen begegnen, über die der Arzt die Worte gesprochen
hat: Keine Hoffnung mehr! Oder wer könnte der Verzweiflung
der Angehörigen solcher Menschen standhalten?
Und wir leben nicht nur mitten in dieser Welt, sondern sind
ein Teil dieser Welt, die so geängstet und so gequält wird.
Wir nehmen auch teil an der Schuld dieser unserer Welt.
Ein anderes Bild ersteht noch vor unseren Augen:
Inmitten einer großen Menschenmenge die Schriftgelehrten und
Jünger Jesu in einem Streitgespräch. Die Jünger Jesu hatten
sich an der Heilung dieses Kranken versucht. Sie hatten
Jesus bei seinem Tun beobachtet und wollten nun auch ein
wenig Curandero spielen. Dabei sind sie jämmerlich
gescheitert und werden dafür von den Schriftgelehrten
ausgelacht, Dem Kranken und der Krankheit ist mit
Curanderismus nicht beizukommen,
besonders nicht, wenn er angeblich im Namen Gottes, im Namen
Jesus, angewandt wird. Kann überhaupt auch nur eine einzige
Krankheit mit Curanderismus überwunden werden?
Kommt nicht in diesem Streit zwischen den Schriftgelehrten
und den Jüngern unsere ganze Ratlosigkeit gegenüber der
Tatsache der Krankheit und ihrer Heilung zu Tage?
Seit Generationen arbeiten wir Menschn in durchaus ernster
Weise an der Überwindung der Krankheiten und es sind
durchaus manche großartigen Erfolge zu verzeichnen; und
doch: Haben wire die Krankheitsnot aus der Welt geschafft?
Es wird weiter gelitten. Auf der einen Seite gibt es
fantastische Heilserfolge. Und auf der anderen Seite brechen
neue und noch schwerere Krankheiten auf.
Es läßt sich einfach nicht leugnen:
Alleingelassen in unserer aller Krankheitsnot, wäre unser
Leben ein Leben aus einer Not in die andere und der Tod säße
uns dauernd im Nacken.
Aber Gott sei Lob und Dank, wir sind nicht alleingelassen in
dieser gequälten und geängsteten Welt. Der, der aller
unserer Not ein Ende bereiten kann und bereiten wird, ist
schon mitten unter uns, ist schon am Werk.
Jesus Christus steht vor dem Kranken und seinem Vater, die
ihm ihre ganze Not direkt entgegenschreien.
Jesus Christus ist der nicht zu überhörende Ruf Gottes an
uns:
Ich, der Herr, helfe dir in aller deiner Not!
Und dieser Jesus Christus ist kein Curandero, kein Pfuscher,
sondern der, der dem Übel direkt an die Wurzel geht, der auf
dem Wege ist, durch sein Leiden und Sterben die
Voraussetzung zu schaffen, um aus dieser heillosen Welt eine
heile Welt zu machen. Als er am Kreuz auf Golgatha in aller
Not und Qual dieses Lebens ausrief:
"Es ist vollbracht!"
da war es wie ein Siegesschrei über alle Not der Welt, über
die Krankheitsnot des Kranken in unserer Geschichte, und
auch über unsere eigene Not.
Dort am Kreuz auf Golgatha wurde der Anfang zur Heilung der
heillosen Welt gesetzt. Und wir gehen der Vollendung
entgegen, da es keine Tränen, keine Angst, keine Sorgen,
keine Krankheiten und keinen Tod mehr geben wird.
Der Amfamg ist durch Jesus Christus bereits gesetzt. Bis zur
Vollendung werden wir immer wieder diesen Nöten wohl
verfallen sein, aber es wird schon jetzt, hier und da, hin
und wieder, zeichenhaft sichtbar werden, die heile Welt ist
nahe, und zwar werden wir das immer wieder dadurch erleben,
daß Jesus Christus heute schon, dann und wann, die
Krankheitsnot von einem Menschen wegnimmt.
Haben wir es nicht alle bereits einmal erlebt, daß eine
drohende schwere Krankheit wie eine Wolke wieder an uns
vorübergegangen ist? Ging es uns nicht so, wie es dem
Kranken in unserer Geschichte ergangen ist?
"Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er
stand auf."
Das Gesundwerden, das mitten unter uns immer wieder einmal
Wirklichkeit wird, ist ein Zeichen dafür, daß einmal
endgültig alle Krankheitsnot ein Ende haben wird. Dieses
Gesundwerden durch die Vermittlung eines ordentlichen Arztes
dürfen wir getrost aus der Hand Gottes nehmen, wie es ja der
Kranke mit seinem Vater auch tat.
Allerdings brauchen wir nun nicht mehr zu verzweifeln, wenn
einmal eine Krankheit von uns nicht mehr weggenommen werden
kann, wenn sie uns vielleicht sogar direkt unserem Ende
entgegenführt, weil dahinter bereits hervorleuchtet eine
heile neue Welt, die Jesus Christus schafft und der wir
immer näher kommen.
Es ist gleichsam wie in den frühen dunklen Morgenstunden
eines Tages. Noch ist es dunkel, aber wenige Augenblicke und
die Sonne erscheint und vertreibt die Finsternis. Es wird
heller Tag.
So will unser heutige Text mit seiner ganzen Realität des
menschlichen Lebens uns eine Hilfe sein, um mit all diesen
Fragen und Nöten fertig zu werden. Unser Herr Jesus Christus
lädt uns ein, diese seine helfende Hand zu ergreifen.
Sie wird uns nicht nur hier und da zu einer Gesundung
führen, sondern endgültig in eine heile und neue Welt
bringen, in der alle Not beendet sein wird.