-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 01b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:04/03/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 2-3-1980
Meroú, 15-3-1981
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Invokavit
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 4, 1 - 11
Skopus: Jesus geht seinen Weg zu unserem Heil
-3-Kirchenjahr bis Karfreitag 1b - Matthäus 4, 1 - 11
"Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er
von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und
vierzig Náchte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der
Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so
sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und
sprach: Es steht geschrieben: der Mensch lebt nicht vom Brot
allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund
Gottes geht. Da führte ihn der Teufel mit sich in die
heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und
sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn
es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl
tun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du
deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu
ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen
Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit
sich auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der
Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will
ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da
sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! denn es
steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und
ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da
traten die Enghel zu ihm und dienten ihm."

Nach unserem Evangelisten Matthäus soll jetzt das Werk Jesu
im Namen seines Vaters im Himmel beginnen, das Werk, das uns
wieder zu Gottes geliebte Kinder machen wird, zu Menschen,
die nach seinem Ebenbilde geschaffen wurden und seine
Verwalter über die ganze Schöpfung werden sollten.
Einige Verse vorher haben wir gelesen, daß Gott in der Taufe
gesagt hatte, daß dieser Mensch Jesus von Nazareth sein Sohn
sei. Und nun sagt uns unser Text, daß Jesus selbst sich zu
dieser seiner Aufgabe bekennen soll, und zwar unter den
härtesten Bedingungen.
Es gehört ja zu unserer Geschöpflichkeit, zu unserer
Gottesebenbildlichkeit, das wir uns freiwillig entscheiden
können. Wir können JA oder NEIN sagen. Wir können auch
Gottes Liebe zu uns annehmen oder ablehnen. Irgendwelche
Mitarbeit fordert er nicht unter Zwang von uns. Selbst die
Annahme unseres Heils steht in freier Entscheidung bei uns,
wenn natürlich es Gottes heißer Wunsch ist, daß wir seine
Hilfe freiwillig, nicht gezwungenermaßen, uns gefallen
lassen.
So wie es Gottes Wunsch und Wille ist, daß Jesus von
Nazareth sein Werk der Hilfe für uns beginnt, so muß dieser
Jesus aber die Entscheidung in eigener Verantwortung fällen,
nicht gezwungenermaßen, darum wird
"er vom Geist Gottes in die Wüste geführt."
Es gibt in dieser Welt eine Macht, die hat ein großes
Interesse daran, daß wir Schritt für Schritt als Menschen in
die Vernichtung schreiten und mit uns die ganze Schöpfung in
die Zerstörung hineinreißen. Und diese Macht, sie wird in
unserem Text VERSUCHER, TEUFEL und SATAN genannt, hat aber
noch andere Namen und erscheint unter den verschiedensten
Gestalten. Und diese Macht hat ein Interesse daran, daß das
Werk Jesu scheitert. Und vor diese Macht wird Jesus
gestellt, mit der Frage, ob er allen Einwendungen zum Trotz
den Weg des Heiles der Welt und der Errettung der Menschen
in freiwilliger Entscheidung zu gehen bereit ist. Wir kennen
diese Begegnung unter der Bezeichnung: Die Versuchung Jesu
durch den Bösen.
Unser Text beginnt mit den Worten:
"So wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom
Teufel versucht zu werden." Womit die durcheinanderbringende
und zerstörerische Macht Jesus von seinem Weg abhalten will,
gegen den Willen Gottes, der hofft, daß Jesus dennoch ein JA
sagt zu seiner Aufgabe.
Sie, diese teuflische Macht, möchte das Heilswerk für uns
Menschen auf den Magen des Menschen umstellen. Er soll sich
zum Brotlönig machen lassen, dann ist er einer größeren
Gefolgschaft sicher. Indem er in einer Zeit des Hungerns
seine Macht, aus Steinen Brot zu formen, ausprobiert, soll
er sich vorbereiten für diesen Weg. Indem er für viele
Menschen die Magenfrage zur wichtigsten Frage des
menschlichen Lebens praktizieren würde, würde die Menschheit
von einer entscheidenen Wirklichkeit des menschlichen Lebens
getrennt werden und damit ihrer Existenz als Menschheit
beraubt werden. Und diese Wirklichkeit ist, daß der Mensch
von Gott abhängig ist, der ihm das Brot gibt. Brot allein
erhält nicht das Leben. Und Jesus geht bewußt den Weg der
Abhängigkeit Gottes, ohne zu fragen, was daraus wird.
In einer weiteren Konfrontation mit dem Teufel wird Jesus
aufgefordert, anstelle des Gehorsams gegenüber ihn, den
Schöpfer aller Dinge, zu zwingen, das zu tun, was er zu tun
befiehlt. Indem der Widersacher fordert, sich von der Zinne
des Tempels fallen zu lassen und zu erwarten, daß Gott ihm
unter Benutzung des Wortes Gottes vor jedem Schaden bewahre,
will er Jesus zu einem Zauberer, zu einem Braucher, machen,
der Gott kommandiert und befiehlt und dadurch bezeugt, daß
er eben nicht zu Gott gehört, sondern zu seinem
Gegenspieler.
In dem 3. Beispiel nun kommt es klar zu Tage, wie der
Durcheinanderbringer alle seine Masken fallen läßt und offen
ausspricht, daß er, Jesus, sich von Gott trennen und sich
ihm, dem Zerstörer aller Dinge, verpflichten soll:
"Falle nieder und bete mich an!"
Als Ködermittel benutzt er die Macht und Herrschaft und
Gewalt über Menschen und Völker.
Es gibt nicht wenige unter den Regierenden dieser Welt von
Anfang an, die solch eine Macht ausüben, weil sie sich der
zerstörerischen Macht ausgeliefert haben.
Jesus widersteht auch hier der List des Gegenspielers
Gottes:
"Weg mit dir, Satan!"
ist seine Antwort mit diesem dreifachen Nein zu einem
leichteren Weg Jesu für das Wohl der Menschen, mit einem
Nein, ausschließlich die materiellen Bedürfnisse des
Menschen zu befriedigen, mit Zauberei Unmögliches möglich zu
machen, und mit Macht und Gewalt sich als der Herr dieser
Welt aufzuspielen, sagt Jesus ein klares und deutliches JA
zu dem Weg, um den ihn sein Vater im Himmel zum Heil der
Menschen zu gehen bat. Dieser Weg ist ein Weg seiner Liebe
und Hilfsbereitschaft für uns Menschen, der durch Spannungen
und Leiden und schließlich zum Tode am Kreuz führt.
Wir sagten, daß Jesus in der Taufe von seinem Vater
berechtigt wird, sein Heilswerk zu beginnen und nun in
dieser Begegnung mit der finsteren Macht bekräftigt er:
Ich gehe den Weg des Heils nicht gezwungen, sondern
freiwillig, aus Liebe zu den Menschen und im Gehorsam
gegenüber meinem Vater im Himmel. Ich gehe diesen Weg, auch
wenn er ein Weg des Leidens und der Schmerzen ist.
Zu unserem Heil ist das Vertrauen, das Gott in seinen Sohn
Jesus Christus setzte, nicht enttäuscht worden.