-2-Kirchenjahr bis Estomihi 31
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:14/01/1979
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 6-1-1980
Meroú, 13-1-1980
Camarero/Puiggari, 20-1-1980
Bovril, 27-1-1980
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Sonntag nach Epiphanias
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 2, 1 - 11
Skopus: Die Zeichen Jesu reizen uns zum Glauben
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 31 - Johannes 2, 1 - 11
"Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa;
und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger
wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein
gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht
Wein. Jesus sprach zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu
schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter
spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es waren
aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der
Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei
oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die
Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. Und
er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet's dem
Speisemeister! und sie brachten's. Als aber der
Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und
wußte nicht, woher er kam (die Diener aber wußten's, die das
Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den
Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten
guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den
geringeren, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist
das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in
Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger
glaubten an ihn."

Das 1. Kapitel des Johannes-Evangeliums schloß mit den
Worten Jesu:
"Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes
hinauf- und herab-fahren úber des Menschen Sohn."
Und nun haben wir in unseren Versen ein Beispiel dafür, was
es bedeutet, daß Jesus eine direkte Verbindung zur
himmlischen Herrlichkeit hat. Ja, er selbst ist ihr
Repräsentant auf Erden. Dassselbe sagt auch der letzte Vers
unseres Textes und ist mit dem Vorhergesagten der Schlüssel
zum Verständnis dessen, was uns heute verkündigt werden
will:
"Das ist das 1. Zeichen, das Jesus tat; es geschah in Kana
in Galiläa, und damit offenbarte er seine Herrlichkeit."
Wenn hier ausdrücklich als vom 1. Zeichen seiner
Herrlichkeit gesprochen wird, dann wird damit bekräftigt,
daß Jesus in mancherlei und vielerlei Weise durch Wort und
Tat bezeugt hat, daß er der ist, der von seinem Vater im
Himmel zu uns Menschen gesandt wurde, um uns zu helfen, um
uns in unseren vielen Problemen und Schwierigkeiten
beizustehen. Und dazu ist er bereit, Himmel und Erde in
Bewegung zu setzen.
Diese Zeichen seiner Hilfe, der Macht und Herrlichkeit
unseres Herrn, geschehen mitten in dieser unserer Welt und
mitten in diesem unserem Leben.
An einer anderen Stelle des Eavngeliums wird uns auch
berichtet, warum der Evangelist diese Zeichen überliefert
hat.
Er hat sie uns überliefert, damit wir zum Glauben kommen
sollen, daß Jesus die von Gott gesandte Hilfe für uns ist;
noch mehr, daß wir in ihm und durch ihn echtes und wahres
menschliches Leben haben sollen.
In welcher Situation und unter welchen Umständen zeigt Jesus
hier in unserem Text, daß er die uns von Gott gesandte Hilfe
ist?
Jesus kam mit seinen Jüngern zu einer Hochzeit, die Mutter
Maria war auch geladen. Diese Hochzeit fand in Kana in
Galiläa statt. Von dem, was sich da zutragen wird, haben die
Jünger vorher keine Ahnung, aber es sollte dazu dienen, daß
sie als Jesu Jünger glauben, daß ihr Herr und Meister der
ist, der die Hilfe Gottes uns Menschen nicht nur bringt,
sondern sogar in eigener Person selbst ist.
Wenn wir zu Recht nach dem eigentlichen Sinn unseres Textes
fragen, so ist auch das erlaubt, festzustellen, daß unserem
Herrn nichts Menschliches fremd ist. So wie er traurig
wird, so freut er sich hier mit den Fröhlichen auf der
Hochzeit. Ja, um die Fröhlichkeit nicht in Enttäuschung für
die Vielen auslaufen zu lassen, greift er ein. Was war
geschehen? Durch menschliche Unzuverlässigkeit war in der
Weinversorgung nicht genügend vorgesorgt worden. Er war
ausgegangen.
Maria tat zunächast einmal etwas, was für uns auch gut ist
zutun, nämlich das, was uns bedrückt und Kummer macht, dem
Herrn zu sagen. Nichts ist zu gering und nichts zu groß und
nichts zu schlimm, um es dem Herrn zu sagen. Der, der die
direkte Verbindung zum Himmel aufrecht erhält, wird schon
die Hilfe finden, die unsere Not wendet.
Allerdings läßt er sich die Freiheit seines Handelns nicht
durch uns nehmen, auch nicht vorschreiben, wann, wie und wo
er helfen soll. Das bleibt allein ihm selbst vorbehalten,
was auch seine Mutter Maria erfahren muß:
"Was willst du von mir? Meine Stunde ist noch nicht
gekommen",
antwortet er ihr.
Wenn wir das auch nie vergessen sollen, so dürfen wir
trotzdem vertrauen, wie Maria Jesus certraut hat. Sie wartet
auf die Stunde des Handelns ihres Sohnes, noch mehr, sie
bereitet diese Stunde der Hilfe sogar vor:
"Sie sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut."
Und wie hilft er?
Er macht keine Zauberkunststückchen mit Hokus Pokus, sondern
er handelt, wie Gott gehabdelt hat, als er Himmel und Erde
schuf. Er handelt durch sein Wort. Er spricht. Und was er
sagt, geschieht.
Sein Wort ist so die Hilfe für uns Menschen nicht nur auf
dieser Hochzeit zu Kana. Was er befiehlt geschieht, ohne
dahinter zu kommen, wie es geschehen ist. Sein Handeln durch
sein Wort bleibt ein Geheimnis. Wir lesen:
"Es standen dort 6 steinerne Wasserkrüge mit Wasser zur
Reinigung zu je 100 l. Und Jesus sagte zu den Dienern:
"Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und darnach: Schöpfet
nun und bringt's dem Tafelmeister!"
Und das Ergebnis des Auftrags des Herrn, seines Wortes:
Es ist wieder genug Wein da. Die konkrete Not ist beendet.
Der Herr hat geholfen.
Um jeden Zweifel auszuschalten, ist hier der Tafelmeister
eingeschaltet, der bestätigen muß, es ist Wein, kein Wasser.
Wir brauchen unsere Gäste nicht zu enttäuschen.
Der Tafelmeister, der über die Ganze Geschichte nichts
wußte, mußte sogar feststellen, daß der Wein, den er
kostete, bester erstklassiger Wein war und darüber den
Hochzeitsleuten den Vorwurf machte, daß sie ihn bis zuletzt
zurückgehalten hatten:
"Jeder gibt zuerst den guten Wein und dann, wenn sie
angetrunken sind, den schlechteren; du aber hast den guten
Wein bis jetzt zurückgehalten."
Der Tafelmeister bestätigt damit unbewußt, Jesus in seiner
Hilfe für uns ist nicht knickerig. Er läßt sich nicht
lumpen. Das Beste ist zur Hilfe gerade gut genug.
Warum tat Jesus dieses Zeichen, dieses Wunder, mit aller
Vollmacht des Himmels, als unser Heiland, als unser Arzt,
als unser Helfer und Erretter?
Wir sagten es schon, damit seine Jünger an ihn und an seine
Sendung glaubten.
Und unser Text sagt, daß dieses Zeichen sein Ziel erreicht
hat, nicht nur den Hochzeitsleuten wurde geholfen, sondern
ebenfalls
"glaubten seine Jünger an ihn."
Das sagt uns unser Predigttext. Allerdings will dieses
Handeln unseres Herrn, ja jedes Handeln und Tun und Reden
bis auf den heutigen Tag, uns dahinbringen, an ihn und an
seine Herrlichkeit zu glauben, an seine Sendung zum Heil der
ganzen Welt zu glauben.
Ob Jesus dabei wohl auch bei uns zum Ziele kommt, daß weiss
ein jeder von uns ganz persönlich.