-2-Kirchenjahr bis Estomihi 29
Lugar/Ort:Grabschental

Fecha/Datum:07/01/1978
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Castelar, 20-1-1991
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Sonntag nach Epiphanias
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 2, 41 - 52
Skopus: Ein kurzes Aufleuchten
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 29 Lukas 2, 41 - 52
"Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das
Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf
gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage
vollendet waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb das
Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht.
Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen
eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Gefreunden und
Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum
gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach 3
Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den
Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die
ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner
Antworten. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und
seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns da
sangetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen
gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich
gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was
meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er
mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen
Nazafreth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt
alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an
Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen."
Vielleicht war es uns sofort beim Hören unseres Textes klar,
daß der Mittelpunkt aller dieser Verse der ist:
"Wisset ihr nicht, daß ich im Hause meines Vaters sein muß?"
An diesem einen Punkte, da Jesus sich zu Gott als seinem
Vater bekannte, erkennen wir, daß dieses 12-jährige Kind der
ist, der von Gott gesandt wurde, um eine neue Epoche der
Menschheitsgeschichte einzuleiten, in der wir ein Stück
näherkommen unserer eigentlichen Bestimmung hier auf Erden,
und zwar so, wie es sich der Schöpfer bei unserer
Erschaffung am Anfang der Welt gedacht hat.
Von diesem Jesus ist hier in der Geschichte vom 12-jährigen
Jungen vom 1. bis zum letzten Vers die Rede, allerdings ohne
dabei zu merken, daß er etwas anderes ist als ein Kind unter
Kindern.
Er trägt keinen besonderen Heiligenschein. Seine Würde und
Hoheit liegt verborgen
in seinem menschlichen Verhalten. Wir haben kein sogenanntes
Wunderkind vor uns, das uns als moralisches Beispiel für
usnere Kinder und die anderen Leute dienen soll.
Und gerade so als ein normaler Junge, der sich nicht von den
anderen Jungen unterscheidet, will er als der Heiland und
Erretter erscheinen, als der Erneuerer der Menschheit, als
der Herbeiführer einer besseren und glücklicheren Welt.
Es wird uns mitgeteilt, unter welchen Umständen er sich
seinem Vater und zu seinem Auftrag bekennt:
"Wisset ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines
Vaters ist!"
Jesus ist 12 Jahre alt. Sein Vater Josef und seine Mutter
María haben als Angehörige des Alten Volkes Gottes die
Verpflichtung, zum Passahfest jedes Jahr zum Tempel nach
Jerusalem zu pilgern. Besonders galt es, ihren Sohn Jesus
mit 12 Jahren zum ersten Male an allen Feierlichkeiten
dieses Festes teilnehmen zu lassen.
Sicherlich sind sie in großen Familiengemeinschaften
zusammen von Nazareth aufgebrochen. Trotzdem alles ganz
normal ist, was dort im Rahmen der Tradition des Volkes
Israels geschieht, dürfen wir es nicht vergessen, daß es die
Geschichte seines Vaters im Himmel mit seinem Volk ist, die
hier erkennbar wird. Sein Vater im Himmel hat Jerusalem mit
dem Tempel als seinen Wohnsitz erwählt. In dem Tempel werden
Gott Opfer gebracht und sein Wort vernommen; darunter auch
dieses Wort am Passahfest, daß Gott sein Volk aus der
Sklaverei Ägyptens befreit hat. Und Jesus als der Sohn
Gottes hat mit dem allem zu tun, da er doch auaf diese Erde
kam, um diese Befreiung der Menschen aus aller Knechtsschaft
noch zu erweitern und zu vertiefen.
Ja. um dieses alles handelt es sich, wenn der 12-jährige
Jesus erklärt, daß er sein muß in dem, das seines Vaters
ist.
Wir spüren, es geht hier Großes vor. Und doch geht alles so
sehr menschlich zu.
Bei der Rückkehr haben sich sicherlich die Familien von
Nazareth wieder zusammengetan, die Erwachsenen und die
Kinder für sich. Und das war so selbstverständlich, daß sie
erst in Nazareth bemerken, daß ihr Jesus nicht dabei ist,
auch nicht bei den vielen Gruppen von Kindern. Es blieb
ihnen nichts anderes übrig, als umzukehren nach Jerusalem,
um ihn dort überall zu suchen.
Wir lesen in unserm Text:
"Nach 3 Tagen fanden sie ihn im Tempel, wie er mitten unter
den Lehrer saß, ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die
ihm zuhörten, verwunderten sich über sein Verständnis und
seine Antworten."
Es wird ein wenig deutlich, daß in aller Menschlichkeit doch
schon in den Gesprächen im Tempel etwas von der Bedeutung
dieses Kindes zu spüren ist. Allerdings normalerweise konnte
niemand in dem 12-jährigen Jesus bereits den Messias
erkennen.
Der Helfer und Heiland und Retter der Menschen geht
verborgen und verhüllt durch seine Zeit, nur hier und da
offenbart er sich dem einen und dem anderebn, wer er in
Wirklichkeit ist.
Ist das nicht die Art des Wirkens des Herrn bis auf den
heutigen Tag?
Es sieht so aus, als ob selbst Josef und Maria, besonders
María, es wieder vergessenhaben, wer da in ihrer Familie in
diesem Jesuskindlein aufwächst.
Die sondrbare und wunderbare Geburt ist sehr wahrscheinlich
längst in Vergessenheit geraten, einschließlich der
wunderbaren weihnachtlichen Botschaft, anders könnte die
Anklage der Mutter Maria nicht verstanden werden:
"Mein Sohn, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater
und ich haben dich mit Schmerzen gesucht."
Wird Maria nicht sio zu einem Beispiel für uns alle, die wir
nur zu leicht Jesus Christus in seinem Tun und Handeln auch
heute nicht verstehen, auch nicht akzeptieren, was er von
uns erwartet und darum enttäuscht sind und ihn anklagen?
Aber wir dürfen es wissen, da wir dann und wann, wie Maria,
klare Antworten auf unsere Fragen, Zweifel, Nöte und
Anklagen erhalten:
"Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines
Vaters ist?"
Aber tyrotzdem wir auch oft Gottes Wort vernehmen, hören
oder lesen, ist das doch noch nicht die Garantie, das wir es
verstehen. Es ist nicht nur ein Geheimnis, sondern sogar ein
Wunder, wenn wir das Wort Gottes verstehen, wenn wir wissen,
Gott meint mit diesem Wort ganz persönlich mich, mich in
meinen Problemen, Fragen und Schwierigkeiten und Anklagen.
Doch wenn dieses Wunder sich auch noch nicht ereignet, so
können wir doch das tun, was Maria getan hat:
"Sie behielt alle diese Worte in ihrem Herzen."
Es ist nur ein kurzes Aufleuchten in unserem Text gewesen,
das uns für einen Moment die Herrlichkeit und Größe und
Bedeutung des Retters der Welt und der Menschheit erkennen
ließen. Alles ist nun aber wieder, wie es bei uns und unter
uns Menschen auch normalerweise ist:
"Der 12-jährige Jesus geht mit Josef und Maria zurück nach
Nazareth, blieb ihnen gehorsam und nahm zu an Weisheit und
Alter und Gunst bei Gott und den Menschen."