-2-Kirchenjahr bis Estomihi 19
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:03/01/1982
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Neujahr
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 14, 1 - 6
Skopus: In der Nachfolge Jesu wird etwas Glück sichtbar
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 19 - Johannes 14, 1 - 6
"Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke
nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich! In meines Vaters
Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, so wollte
ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu
bereiten. Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten,
so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr
seid, wo ich bin. Und wo ich hin gehe, das wisset ihr, und
den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir
wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg
wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch
mich."

Vor Jesus liegt der ganze Leidensweg und auch der
schmähliche Tod am Kreuz auf Golgatha. Er selbst kennt und
weiß den Weg ganz genau. Er geht diesen Weg in
Übereinstimmung mit dem Willen seines Vaters im Himmel.
Jesus weiß noch mehr; er weiß, das dieser sein Weg auch die
Seinen, über seine Jünger, große Nöte und Schwierigkeiten
und Sorgen, Probleme und Leiden bringen wird. Rings um sie
her wird dunkelste Dunkelheit herrschen, sodaß sie nicht die
nächsten Schritte erkennen können.
Besonders schlimm wird alles dadurch, daß sie diesen Weg
allein gehen müssen.
Und Jesus kennt die Furcht seiner Jünger genauso wie er am
Anfang des neuen Jahres unsere Fragen, Sorgen und Nöte und
Ängste kennt, die wir haben, wenn wir an das denken, was im
Laufe dieses angefangenen Jahres auf uns einstürmen wird.
Es ist wirklich auf Erden dunkel geworden.
Diese Erkenntnis überkommt uns, wenn wir an die großen
Auseinandersetzungen in der Weltplitik denken. Nordamerika/
Rußland, der Westen und der Iran, Israel und die arabischen
Staaten. Dazu kommt das Problem der industriellen und
unterentwickelten Länder, das gleichkommt dem Verhältnis der
reichen zu den armen Ländern.
Aber dunkel ist es auch in unserem eigenen Land und dann
noch die Nöte nund Probleme, die jeder von uns persönlich
oder familiär mit sich herumschleppt, und die Angst, was
noch alles mehr auf uns einstürmen wird.
Und fühlen wir uns nicht, wie damals die Jünger,
alleingelassen mit allen unseren Nöten?
Und in dieser unserer Situation gilt ebenfalls das Wort, das
Jesus seinen Jüngern gesagt hat:
"Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an
mich!"
Und wir wissen, wenn der Herr dieses sagt, dann sagt der es,
dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Es sagt
das der, der weiß, was es bedeutet, ein menschliches Leben
in aller Problematik zu leben, dazu noch mit den schwersten
Leiden bis zum Tode am Kreuz, als ein Verbrecher, obwohl
sein ganzes Tun und Handeln und Reden ausschließlich und
allein das Ziel hatte, uns zu helfen.
Wenn es also einen geben könnte, der uns in unserer so
ausweglosen Situation helfen kann und helfen will, dann ist
es kein anderer als dieser Jesus Christus.
So will dieses Wort
"Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an
mich!"
ein heller Lichtschein sein, auch auf unserem Wege durch das
neue Jahr und uns Kraft geben in allen Beschwernissen, die
über uns kommen werden.
Allerdings erwartet er von uns, daß wir ihm und seinem Vater
volles Vertrauen schenken und mit ihm im ständigen Kontakt
bleiben. Dieses Wort will uns dahinbringen, daß wir mit der
Liederdichterin Hedwig von Redern singen:
"Weiß ich den Weg auch nicht,
du weißt ihn wohl,
das mach die Seele still
und friedevoll.
Ist's doch umsonst,
daß ich mich sorgend müh,
daß ängstlich schlägt mein Herz,
sei's spät, sei's früh."
Dazu gehört es, daß wir mit ihm sprechen, ihm alle unsere
Nöte und Probleme und Sorgen sagen, auch die der ganzen Welt
oder unseres eigenen Landes und darauf hören und achten, was
er uns zu sagen hat und welche Richtlinien er uns gibt.
Und in diesem persönlichen Kontakt gibt er uns dann auch die
Hilfe, die alle Not wendet, zeigt er sich als der, der in
Wahrheit unser Helfer und Retter und Heiland und Erlöser und
Befreier ist. In diesem persönlichen Kontakt und Verhältnis
zu Jesus, können wir auch am Anfang eines neuen Jahres, das
dunkel oder sogar sehr dunkel vor uns liegt, mit der
Liederdichterin weiter singen:
"Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit,
dein Plan ist fertig schon und liegt bereit.
Ich preise dich für deiner Liebe Macht,
ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht."
Zum Schluß faßt Jesus alles bisher Gesagte so zusammen:
"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand
kommt zum Vater, denn durch mich."
Wenn wir das richtig verstanden haben, dann heißt es doch,
daß er nicht nur der ist, der den Weg anzeigt, den wir gehen
sollen, sonder der Weg selbst ist; daß er nicht nur die
Wahrheit verkündigt, sondern daß er in allem, was er tut und
spricht, selbst die Wahrheit ist, daß er nicht nur das Leben
schützt und sich für das Leben einsetzt, sondern daß er
selbst noch im Tode neues Leben gibt. Das heißt aber auch,
daß wir in Jesus Christus den haben, der aus dem neuen Jahr,
das dunkel und drohend vor uns liegt, ein Jahr des Friedens
und der Erfüllung unserer Bedürfnisse machen kann.
Darum hat er gleich am Anfang zu Recht das tröstliche Wort
gesagt:
"Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an
mich!"
Allerdings umfaßt dieses GLAUBEN nicht nur ein passives
Empfangen, sondern schließt in sich ein, daß wir einmal
aktiv uns in Bewegung setzen, um den persönlichen Kontakt
mit Jesus aufzunehmen und in einem engen Verhältnis mit ihm
zu leben, ihm unsere Nöte und Probleme und Ängste zu sagen
und auf sein Wort zu hören und und ihn um Hilfe für unsere
Nöte und Probleme und Ängste zu bitten.
GLAUBEN umfaßt dazu noch ein weiteres aktives Tun, ihm
nachzuleben; so zu leben, wie er es von uns erwartete.
Nach Jesu Worten zu leben und zu handeln, ihm nachzuleben
und zu handeln, würde bedeuten, daß wir aus diesem neuen
Jahr, das ein dunkles und trauriges Jahr zu werden scheint,
ein frohes und glückliches Jahr machen, ja noch mehr, Gott
würde zu diesem unseren Tun seinen Segen geben, sodaß es
sogar ein gesegnetes neues Jahr werden könnte.
Es würde nicht mehr das Streben nach Macht, das Gieren nach
Vergnügen, das Jagen nach Hab und Gut und Geld, der Haß
gegen alles und alle, die uns im Wege stehen, der Motor
unseres Lebens sein, sondern die Verwirklichung unserer
Menschlichkeit, die Liebe zu allen Menschen, die ein
menschliches Antlitz tragen und das Verstehen und die
Hilfsbereitschaft zu allen, die Nöte und Probleme haben.
Wenn alle Menschen, die sich Christen nennen, so leben
würden, hinter Jesus Christus her, dann würde dieses Jahr
ein glückliches und frohes und gesegnetes Jahr für alle
werden.
Aber wenn wir das auch nicht erreichen, so könnten
wenigstens wir damit anfangen und damit das Leben um uns her
in Familie, Freundschaft und Nachbarschaft ein wenig
freundlicher gestalten. Es würde sich auch für uns
persönlich lohnen.