-2-Kirchenjahr bis Estomihi 18
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/01/1971
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 7-1-1973 bei Familie Meier
Grabschental;, 14-1-1973
Reffino, 14-1-1973
Meroú, 2-1-1982
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Neujahr
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 4, 14 - 21
Skopus: Wird das neue Jahre ein Jahr des Heils?
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 18 - Lukas 4, 14 - 21
"Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galiläa; und
das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegenden Orte.
Und er lehrte in ihren Schulen und ward von jedermann
gepriesen. Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und
ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und
stand auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des
Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch auftat, fand
er den Ort, da geschrieben steht: Der Geist des Herrn ist
bei mir, darum daß er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt,
zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die
zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los
sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den
Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu
verkündigen das angenehme Jahr des Herrn. Und als er das
Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller
Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing
an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor
euren Augen."

Wieder hat ein neues Jahr angefangen, ein neuer Abschnitt
der Menschheitsgeschichte, in der sich auch unser eigenes
Leben abspielt.
Es ist dabei nur zu menschlich und nur zu natürlich, daß wir
fragend und mit Angst und Schrecken belastet Ausschau halten
nach dem, was uns dieses Jahr bringen wird und welche
Bedeutung es in unserem persönlichen Leben und auch in der
ganzen Menschheitsgeschichte erhalten könnte.
Vielleicht kann uns unsere Predigt eine Hilfe sein, den
rechten Blick zu bekommen, um erkennen zu können, welchen
Sinn überhaupt jedes neue Jahr im Leben des Einzelnen und im
Leben der ganzen menschlichen Gesellschaft hat.
Der Predigttext spricht auch von einem neuen Zeitabschnitt,
der begonnen hat:
"Heute ist das Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren."
Die neue Zeit hat mit Jesus Christus angefangen, und zwar
hat mit ihm begonnen, sich das zu verwirklichen, was Gott
durch seine Propheten uns versprochen hat:
"Der Geist des Herrn ist bei mir, darum, weil er mich
gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat
mich gesandt zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein
sollen, und den Blinden, daß sie sehend werden, und den
Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, zu
verkündigen das Gnadenjahr des Herr."
Das heißt doch, daß in Jesus Christus es sichtbar wird, daß
nicht nur Gott uns in allen unseren Nöten und Beschwerden
helfend beistehen will, sondern uns Menschen willig und
fähig macht, uns gegenseitig zu helfen.
Kein Mensch kann ohne seine Mitmenschen als Mensch leben;
kein Mensch, der achtlos an seinen Mitmenscfhen vorüber
geht, führt ein menschliches Leben und entspricht dem Willen
des Schöpfers, nach dem wir geschaffen wurden.
Jesus Christus kam zu uns, um uns, die wir durch die
Nichtbeachtung dieses Willens in unbeschreibbare notvolle
Situationen geraten, aus dieser Not herauszuführen und um
uns ein Beispiel zu geben, wie ein echtes Miteinander
aussieht, das nicht achtlos an den Armen, Kranken,
Verzweifelten, Gottlosen und Verbrechern in den Gefängnissen
vorbei geht, sondern sich helfend ihrer annimmt.
Und wir müssen und dürfen schon sagen, daß mit Jesus
Christus, in dem, wie er uns half und unsere Aufgabe
sichtbar machte, eine ganz neue Zeitepoche der
Menschheitsgeschichte angefangen hat:
"Heute ist das Wort der Verheißung Gottes in Jesus Christus
vor allen Ohren erfüllt",
konnte der Evangelist Lukas sagen.
Die ganze Menschheit sähe heute noch viel trostloser aus und
das Leben wäre nicht lebenswert, wäre eine Hölle, wenn es
Jesus Christus nicht gegeben hätte, wenn es nicht immer
wieder Christen gegeben hätte, die nicht nur heuchlerisch
taten, als ob sie Jesus Christus nachfolgten, sondern die
wirklich und wahrhaftig ihm nachlebten, das verwirklichten,
was er gesagt hatte.
Nun stehen wir an einem Punkt der Menschheitsgeschichte, der
entscheidet über Sein oder Nichtsein, nicht nur der ganzen
Menschheit, sondern sogar dieser Welt, mit allem, was ist
und existiert. In menschlicher Hand liegt die Möglichkeit,
aus dieser Welt ein Paradies zu machen oder sie zu
vernichten.
Und es gibt zu viele heute, die zu gerne mit der grausamen
Möglichkeit einer totalen Vernichtung spielen. Darum kommt
heute alles darauf an, daß nicht nur einige wenige Christen
das in ihrem Leben praktizieren, was Jesus Christus von
seinen Jüngern erwartet, sondern wir alle, die wir seinen
Namen tragen, die wir getauft und konfirmiert sind.
Es kommt alles darauf an, daß wir alle echtes menschliches
Miteinander verwirklichen und damit nicht nur überhaupt
menschliches Leben in der beginnenden neuen Zeitepoche
ermöglichen, sondern sogar eine bessere und schönere Welt
vorbereiten und aufbauen, in der das ganze Leben von der
gegenseitigen Liebe und Hilfe geprägt ist. Versagen wir
Christen heute, dann werden alle menschlichen Ideen mit
Revolutionen und Gewalt ausprobiert werden, um doch für die
Zukunft menschliches Leben zu sichern.
Aber wir können heuet schon sagen, daß diese Versuche nach
unendlichen Qualen und Leiden, in einem Chaos, in einer
totalen Zerstörung dieser Welt enden werden.
Verstehen wir, welch eine schwere Verantwortung auf uns
Christen liegt. Diese Verantwortung können wir nicht mit ein
wenig Christlichkeit in der Form der verganegen Jahrzehnte
wahrnehmen.
Heute wie noch nie in der Vergangenheit ist die Stunde
gekommen, da wir verwirklichen sollen, was Jesus Christus
uns Christen geschenkt hat, nicht nur zu unserem eigenen
Heil, sondern auch zum Heil der ganzen Menschheit:
"Ist jemand in Christus, so ist er ein neuer Mensch. Das
Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden."
In früheren Jahren wurde, wenn man von einem bestimmten Jahr
der Menschheitsgeschichte sprach, zu der Jahreszahl
hinzugefügt:
"Im Jahre des Heils."
Es liegt an uns Christen, in dem wir im Kleinen und im
Großen echtes menschliches Leben mit gegenseitiger Hilfe und
Liebe praktizieren und uns im Auftrage unseres Herrn der
Armen, Kranken, Verzweifelten, Gottlosen und Verbrechern in
den Gefängnissen annehmen, ob das neu angefangene Jahr zu
einem Jahr des Heils wird oder zu einem Jahr des Unheils.
Im Rahmen dieser weltweiten Schau, ja nur im Rahmen dieser
wetlweiten Schau, bekommt auch unser persönliches und
familiäres Leben seine Bedeutung.
Nur wenn das neue Jahr für die ganze Welt ein Jahr des Heils
wird, wird dieses Jahr für einen jeden von uns persönlich
auch zum Heil.