-2-Kirchenjahr bis Estomihi 17
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/01/1978
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Neujahr
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Haggai 2, 5b
Skopus: Unser radikale Wechsel ist nötig
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 17 - Haggai 2, 5b
"Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!"

Der Übergang aus einem alten in ein neues Jahr bringt uns
normalerweise immer in eine große Unruhe, einmal durch den
Rückblick auf die vergangeneen Monate, mit dem Wissen
unseres mannigfachen Versagens, unserer Fehlschläge, unserer
vielen Probleme und Krankheitsnöte, vielleicht auch Sorgen
um das tägliche Brot, die wir mit in das neue Jahr
geschleppt haben. Zumanderen sind wir voller Sorgen über
das, was dieses neue Jahr uns dazu an weiteren Belastungen
auferlegt wird.
Wie wird sich die Situation in unserem Lande weiter
entwickeln mit der immer weiterschreitenden Verarmung und
Arbeitslosigkeit?
Wie soll es auf dem Kamp weitergehen? Noch ist der Frieden
in unserem Land nach den blutigen Auseinandersetzungen nicht
eingekehrt, noch werden alle hier nicht als Menschen
behandelt, noch herrscht nicht ausschließlich Recht und
Gerechtigkeit. Noch leiden Menschen unschuldig unter einer
brutalen Gewalt. Ich habe große Sorgen darüber, ob im neuen
Jahr sich das alles ändern wird und alle sich ihres Lebens
freuen können.
Und wie stehen wir als Christen heute da?
Wurde nicht gerade unsere ganze Situation von solchen, die
sich Christen nennen, mitverschuldet? Wofür alles wird der
Name CHRISTLICH heute nicht mißbraucht?
Der Erzbischof der katholischen Kirche von Santa Fe,
Monseñor Vicente Zazpe, sagte am Sonntag, dem 18. Dezember
1977,
"daß, wenn alle Argentinier, die sich Christen nennen, es in
Wahrheit in der Vergangenheit gewesen wären, würden wir
heute nicht in einer solchen ausweglosen Lage sein. Wir
brauchten dann uns nicht vor Revolutionen oder vor
Militäraktionen fürchten. Schuld daran, daß es den Marxismus
überhaupt gibt, auch in unserem Land, sind wir Christen,
weil wir nicht als Christen gelebt und gehandelt haben."
In diesem ganzen Dilemmaa steht aber doch am Ende unseres
Gottes Wortes als große Hoffnung für das neue Jahr:
"Fürchtet euch nicht!"
Trotz unserer Schuld am ganzen Desastre nicht nur in unserem
Lande, sondern in der ganzne Welt, können wir das Wort Jesu
hören, das uns noch auffordert, den Weg zu beschreiten, der
allein uns die Lösung aller unserer Probleme gibt.
Durch die Verheißung:
"Mein Geist soll wieder neu unter euch Christen kommen.",
können wir uns Christen noch korrigieren lassen, indem wir
unser Leben in Übereinstimmung bringen mit dem Leben Jesu,
der nicht sich selbst in den Mittelpunkt seines Tuns und
Handelns stellte, sondern den anderen Menschen, für den er
sogar in den Tod zu gehen bereit war.
Das ist das Fundament für eine neue und bessere Welt.
Durch das Versagen derer, die sich Christen nennen, ist viel
Unrecht und Unheil auf Erden geschehen und allein schon
durch eine kleine Wendung hin zu Christus und mit ihm unser
Leben geführt, würde alles bereits zum Guten und Besseren
gewendet werden.
Das Jahr 1978 könnte in der Tat so durch uns Christen zum
Jahr des Heils für alle Menschen werden, wenn wir recht
verstehen, was es heißt:
"Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!