-2-Kirchenjahr bis Estomihi 09
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:31/12/1955
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahresschluß
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Römer 8, 31 - 34
Skopus: Gott rettet uns durch Jesus Christus
-2-Kirchenjahr bis Estomihi 9 - Römer 8, 31 - 34
"Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag
wider uns sein? welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat
verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie
sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die
Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da
gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der
gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist,
welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns."

Das Jahr 1955 geht seinem Ende entgegen und in kurzere Zeit
beginnt ein neuer Abschnitt der Weltgeschichte und ein neuer
Abschnitt auch unseres Lebens,
Es ist nur zu natürlich, da wir an einem solchen Punkte
einmal stille bleiben und zurückschauen auf das, was gewesen
ist und uns Gedanken machen darüber, was kommt.
Ja, was ist in diesem vergangeneen Jahre alles auf uns
eingestürmt an Freude und Leid, an Trauyrigkeit und Glück.
Jeder weiß das bei sich am besten, was mehr war, Freude oder
Leid?
Wieviele Pläne und Wünsche und Hoffnungen sind bei jedem von
uns im vergehenden Jahr nicht in Erfüllung gegangen? Mit
wievielen Widerständen aller Art hatten wir zu kämpfen?!
Wenn wir alle miteinander auf das vergangene Jahr schauen,
dann können wir vielleicht sagen:
Wir sind aus einer Not in die andere Not hinübergerettet
worden.
Nun sind wir aber hier zu dieser Stunde der Besinnung als
Christen zusammengekommen, als Christen, die ihrem Herrn und
Heiland treu sein wollten. Wie stand es nun mit deiner Treue
zu Gott und zu deiner Kirche im vergangenen Jahr?
Hast du als Christ so gelebt, daß dein Herr mit dir
zufrieden sein konnte?
Wir müssen, wenn wir daran denken, beschämt unsere Augen
niederschlagen:
Wie untreu und wie ungehorsam waren wir doch auch im
vergangenen Jahre! Wir taten immer genau das Gegenteil von
dem, was wir sollten. Erwartete Gott von uns, daß wir ein
großes Opfer an Gott für sein Reich geben sollten, hielten
unsere Geldbörse fest zu, sodaß nur ein lumpiges 50
Centavos-Stück herauskam. Nahm Gott an, daß wir zum
Gottesdienst gingen, um sein Wort zu hören, so enttäuschten
wir ihn und taten, als ob wir viel zu viel Arbeit hätten, um
in den Gottesdienst gehen zu können.
Fragte Gott uns, ob wir nicht doch zum Nachbarn oder zum
Verwandten gehen möchten, mit dem wir in Unfrieden oder
Streit lebten, um uns mit ihm zu versöhnen, so verstopften
wir uns unsere Ohren, um es ja nicht zu hören, ja,sogar ganz
besonders, um beim nächsten Mal diesem Nachbarn oder
Verwandten eins auszuwischen.
Sah Gott es als eine Selbstverständlichkeit an, daß wir
unsere Hände falten und mit ihm im Gebet sprechen, so
verschlossen wir wie stumme Hunde den Mund, weil wir
meinten, wir könnten es ohne Gott schon viel besser.
Manches könnte schon vor Gott über uns klar und deutlich und
sichtbar geworden sein, sodaß er seine Liebe zu uns
zurückziehen müßte, sodaß wir als die Verdammten und
Verstoßenen dastehen.
Und es ist gut, wenn wir in dieser Abendstunde erkennen, daß
wir ungehorsame, Gott und den Menschen gegenüber ungehorsame
Menschen sind. Und es ist schon gut, wenn wir zum Vater im
Himmel eilen und ihn bitten:
Herr, vergib mir, womit ich dich und meine Mitmenschen
betrübt und geärgert habe.
Laßt uns so als christliche Gemeinde vor Gott und auch
voreinander stehen, um Gott und uns gegenseitig um Vergebung
zu bitten, denn wir haben nicht nur Gott betrübt, sondern es
ist auch manches vielleicht dazwischen gekommen, womit wir
uns gegenseitig schuldig geworden sind.
Laßt uns unsere Schuld, sowohl die gegenüber Gott als auch
die gegenüber unseren Mitmenschen nicht mit in das neue Jahr
hineinnehmen, sondern sie abwerfen dort, wo unser Heiland
geboren ist, im Rancho zu Bethlehem. Denn Gott, der Herr,
will nicht, trotz unserer großen Schuld im vergangenen
Jahre, daß wir verderben und verdammt werden.
Er hat Weihnachten auf dieser Erde werden lassen. Er hat
seinen Sohn auf diese Erde gesandt, um uns zu zeigen, wie
lieb er uns, auch trotz unserer Schuld im vergangenen Jahre,
hat. Statt der Peitsche hält er uns seine liebenden
Vaterhände entgegen und ruft uns zu:
Macht bei mir eine Pause, ruht euch aus, werft alles, was
euch quält und Sorgen bereitet, fort und fangt ganz neu an,
wieder nach meinem Worte und nach meinen Geboten zu leben!
Wer so heute am Sylversterabend, am letzten Tage des Jahres
1955, vor seinem Vater im Himmel steht, gereinigt von seinem
Schmutz und Dreck, durch die Liebe Gottes von aller Schuld
abgewaschen, der darf im festen Vertrauen und voll Freude in
das Jahr 1956 gehen. Gott, der Herr, wird in seiner Liebe zu
uns im Jahre 1956 derselbe sein, wie er es im Jahre 1955
gewesen ist.
"Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch
seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn
für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht
alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes
beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will
verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja
vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten
Gottes und vertritt uns."