-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 110a
Lugar/Ort:Camarero

Fecha/Datum:25/12/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 26-12-1963
Meroú, 26-12-1963
Aldea Protestante, 25-12-1963
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1 Christtag
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Timotheus 3, 16
Skopus: Gott wurde wie unsereiner
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 110a - 1. Timotheus 3, 16
"Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Er ist
offenbarft im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen
den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt,
aufgenommen in die Herrlichkeit."

Vor uns haben wir einen Lobpreis, einen Hymnus, ein Lied der
Urchristenheit.
Mit diesem Vers bekannte in alter Zeit eine Gruppe
christlicher Gemeinden ihren Glauben an ihren Herrn Jesus
Christus.
Der Apostel Paulus ermahnt seinen Schüler Timotheus, dieses
Bekenntnis der ersten Christen ganz ernst zu nehmen.
Was war der ersten Christenheit wichtig in ihrem Glauben an
Jesus Christus?
Schon mit der ersten Beantwortung:
"Er ist offenbart im Fleisch",
wird uns klar, warum dieser Text als Predigttext für das
Christfest bestimmt wurde.
Das Bekenntnis beginnt mit dem Geschehen damals vor fast
2.000 Jahren im Dorfe Bethlehem. Gottes Sohn wurde Mensch.
Er kam in unsere Niedrigkeit. Er kam in unsere Welt, in
unsere ach so kleine Welt, mit den großen und kleinen
Ärgernissen, die uns das Leben oft so schwer machen. Er kam
zu uns, die wir nichts anderes mit dieser schönen Welt
Gottes machen konnten als sie für die vollständige
Vernichtung vorzubereiten. Er kam in eine Welt, in der die
einen alles an sich gerissen haben und die anderen nicht
wissen, woher sie das tägliche Brot nehmen sollten. Er kam
in eine Welt, in der der eine des anderen Feind ist, da man
sich gegenseitig die Köpfe einschlägt.
Was das bedeutete, zu unserer Welt zu gehören, daß hat Jesus
Christus an seinem eigenen Leibe erfahren müssen, von der
Geburt im größtebn Elend angefangen bis hinein in den
Verbrechertod am Kreuz auf Golgatha,
Wer hat das an seinem eigenen Leibe alles erfahren müssen
seit der Geburt dort in Bethlehem? Kein anderer als der Sohn
Gottes selbst. Er entkleidete sich seiner göttlichen Hoheit.
Er verzichtete auf seine Würde und Majestät und wurde ein
armseliger Erdenwurm wie wir. Und er tat das alles aus
keinem anderen Grunde als sich an unsere Seite zu stellen
und um uns zu helfen.
Gottes Liebe zu uns Menschen war es, die seinen Sohn zu uns
in unsere dreckige menschliche Welt sandte:
"Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist offenbart im Fleisch."
Er ist Fleisch von unserem Fleisch geworden, ein Glied
unserer Welt.
Gottes liebende Augen sind auf uns in dieser dunklen Welt
gerichtet.
Sicherlich ahnen wir, was das für uns bedeutet. Und wir
verstehen es, daß die ganze Christenheit von einer
unbändigen Freude erfüllt ist, wenn sie an diese
Fleischwerdung des Sohnes Gottes denkt, an die Geburt Jesu
Christi, an das Kind in der Krippe.
Seit dem Geschehen in der Krippe zu Bethlehem liegt über
dieser unserer Welt der helle göttliche Schein seiner Hilfe.
Seit der Geburt Jesu Christi gibt es für uns Trost und
Hoffnung in dieser so trost- und hoffnungslosen Welt.
Seitdem lohnt es sich wieder, unser so armseliges Leben zu
leben, denn Gottes Hilfe ist mitten unter uns. So können
auch wir eigentlich nichts anderes tun als dem Apostel
zurufen:
Du hast recht getan mit der Mahnung an deinen Schüler
Timotheus, dieses Bekenntnis der Christenheit nicht zu
vergessen, in dem die Geburt Jesu Christi, mit der die Hilfe
Gottes für uns begann, an erster Stelle steht.
In diesem Lied der Urchristenheit wird auch ausgesprochen,
daß das, was in der Krippe begann und am Kreuz endete, nicht
nur für das alte Volk Gottes, für das Volk Israel gilt,
sondern für alle Menschen. Jesus Christus ist das Zeichen
dafür, daß Gott nicht nur einige wenige Menschen liebt,
sondern das Licht von Weihnachten leuchtet allen Menschen
dieser dunklen Welt. Die himmlische Botschaft will die
Traurigkeit aller Menschen in Freude verwandeln:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große
Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute
der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der
Stadt Davids."
Und das Bekenntnis der Urchristenheit spricht es aus, daß
auf diese Hilfe Gottes ein gewaltiges Echo der Menschen der
ganzen Welt erfolgte. Selbst die Heiden, die Götzenanbeter,
wurden über dem Kind in der Krippe wieder froh. Sie nahmen
die Hilfe Gottes an. In dem Bekenntniis lautet es so:
"Gepredigt den Heiden und geglaubt von der Welt."
Wir haben es gespürt, wie in der Fleischwerdung Gottes seit
der Geburt als das Kind in der Krippe es in dieser unserer
dunklen irdischen Welt wieder hell wurde.
Aber das, was durch Jesus Christus für uns in dieser
irdischen Welt geschah, ragt bis in den Himmel hinein.
Der, der als das Kind in der Krieppe zu uns in diese
irdische Welt kam, ist und bleibt aber zugleich auch der
Herr des Himmels. Die himmlischen Mächte stehen im Auftrage
ihres Herrn bereit zum Dienst, damit die Hilfe Gottes für
uns Wirklichkeit werde.
Denken wir einmal daran, in welcher Weise nach dem Zeugnis
der Heiligen Schrift die himmlischen Mächte das
Erlösungswerk Jesu Christi begleiten. Denken wir nur an den
Dienst der Engel bei der Geburt, bei der Versuchung im
Garten Gethsemane oder bei der Auferstehung oder bei der
Himmelfahrt.
Vielleicht denken wir auch an das Wort unseres Herrn:
"Also wird Freude im Himmel sein über einen Mensch, der zu
Gott zurückkehrt."
Uns will der Mund sich vor Staunen darüber nicht schließen,
daß der, der als das Kind in der Krippe zu uns kam, um uns
zu helfen, dennoch der Herr des Himmels, der Herr der
himmlischen Mächte, bleibt. Ja, er stellt diese himmlischen
Mächte sogar in seinen Dienst um unsretwillen.
So klar und deutlich wir das Zeugnis in der Heiligen Schrift
haben, daß der Sohn Gottes als das Kind in der Krippe in
unsere Welt kam, so stotterhaft müssen wir es ausdrücken,
wenn es um die Dinge der himmlischen Welt geht. Uns Menschen
der irdischen Welt fehlen einfach die Worte für die Dinge
der himmlischen Welt. Darum kann es eigentlich nicht anders
sein, als daß wir alle Spekulationen über die Worte
"Gerechtfertigt im Geist";
"erschienen den Engeln"und
"aufgenommen in die Herrlichkeit"
beiseite lassen und vor dem Kind in der Krippe niederfallen
und es als den Herrn Himmels und der Erde anbeten und ihn
als unsere Hilfe in unserem Leben aufnehmen.
"Du König der Ehren,
du Herrscher der heerscharen,
du ruhst in der Krippe im Erdental.
Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit geboren!
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
den König."