-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 098
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:25/12/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Christfest
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Titus 2, 11-14
Skopus: Christfest-ein Stück ewige Seligkeit auf Erden
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 98 - Titus 2, 11 - 14
"Lese den Text in Nr. 97!"
In der ganzen weiten Welt, überall da, wo Christen leben,
ist der heutige Tag von einer unbändigen Freude erfüllt.
Diese große Freude erhält meistens auch eine äußere Form:
Fröhliche Lieder erklingen nicht nur aus Kindermund.
Christen bereiten sich gegenseitig eine Freude. Aber diese
äußere Form der Freude ist nur ein schwacher Ausdruck der
eigentlichen Freude, die durch die Herzen der Christen zieht
- an diesem Tage - in dieser Zeit.
Wir wissen, warum unsere Herzen an diesem Tage im
eigentlichen Sinn so froh gestimmt sind. Gott schließt uns
die Tür zum Himmel wieder auf, und zwar dadurch, daß er an
diesem tage vor 2.ooo Jahren in dem Rancho zu Bethlehem
seinen eigenen Sohn Mensch werden ließ.
Gott vollbringt das große Wunder, daß er uns trotzdem liebt,
obwohl wir immer wieder ihm immer nur abgrundtiefen Haß
entgegenbringen. Gott streckt uns die helfende Hand aus,
obwohl wir sie ihm schon so oft zurückgeschlagen haben. Er
macht in seiner großen Liebe zu uns einen dicken Strich
durch unsere ganze böse Vergangenheit, sodaß wir wieder das
Wort aus seinem Munde hören können:
Du bist mein geliebtes Kind! Ich, der allmächtige Gott, der
Herr über Himmel und Erde, dein Vater im Himmel, ich stehe
dir helfend bei.
So klar, wie wir die Botschaft vom Kind in der Krippe hören,
so klar dürfen wir auch dieses Wort von der Liebe Gottes zu
uns hören.
Unser Text sagt dieses mit den folgenden Worten:
"Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen
Menschen."
Alle äußere Weihnachtsfreude ist nur dann echt, wenn sie
heraussprudelt aus der einen großen Freude darüber, daß Gott
uns trotzdem liebt, daß Gott uns trotzdem die Tür zum Himmel
aufschließt, daß Gott uns trotzdem wieder als sein Kind
annimmt.
Indem wir das so hören, werden wir direkt eingeladen, uns
diese rechte Weihnachtsfreude schenken zu lassen, heute ganz
besonders, aber sonst auch alle Tage unseres Lebens.
Nur wenn wir diese echte und rechte Weihnachtsfreude in
unserem Herzen tragen, können wir uns in Wahrheit Christen
und Jesu Jünger nennen. Andernfalls hätten wir nicht das
Recht dazu.
Und das gehört auch zu dem Besonderen dieser
Weihnachtsfreude, daß niemand davon ausgeschlossen zu sein
braucht. Jeder kann sie erhalten, sei es, wer es auch sei,
ohne Rücksicht auf seine Vergangenheit.
Unser Text sagt es uns, daß diese große Hilfe Gottes allen
Menschen gilt und also keiner davon ausgeschlossen bleibt:
"Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes ALLEN
Menschen."
Wir werden durch diesen Text allerdings auf etwas aufmerksam
gemacht, das immer mit der Weihnachtsfreude und immer mit
der Hilfe, die Gott uns schenkt, verbunden ist.
Gott schließt uns die Tür zum Himmel auf und nun heißt es:
Durch diese Tür auch vor Gottes Angesicht zu treten.
Gott streckt uns die Hand zur Hilfe aus und nun gilt es, als
ein Geretteter durch dieses Leben zu gehen. Gott nimmt uns
als seine Kinder wieder an, aber jetzt heißt es, als ein
Kind Gottes wirklich sein Leben auf dieser Erde zu führen.
Und das ist das Große und das Herrliche, daß durch das Kind
in der Krippe, durch Jesus Christus, uns die Kraft geschenkt
wird, als Christen auf dieser Erde zu leben.
Das ist der tiefe und große Unterschied zwischen dem alten
Volk Gottes, zusammen mit der katholischen Kirche, und dem
neuen Volk Gottes, der Kirche des Evangeliums, daß im alten
Volk Gottes und in der katholischen Kirche geglaubt wird,
ein Mensch könne durch sein Tun, durch sein gutes Leben, ein
Kind Gottes werden, sich selbst die Tür zum Himmel
aufschließen oder wenigstens dabei ein wenig selbst
mithelfen, während im neuen Volk Gottes, in der Kirche des
Evangeliums, geglaubt wird, daß EINER nur uns helfen kann:
JESUS CHRISTUS.
Dem aber, dem geholfen worden ist durch Jesus Christus, dem
ist auch damit gleichzeitig die Kraft geschenkt, nun ein
neues Leben zu führen, ein Leben als ein Kind Gottes, ein
Leben als ein Christ.
Darum kann der Apostel Paulus in seinem Brief an Titus
beides nebeneinander stellen, einmal das, was die rechte
Weihnachtsfreude ausmacht:
"Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen
Menschen",
und das, was diese Weihnachtsfreude in einem Menschen
bewirkt, der sie annimmt:
"Und züchtigt uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche
Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und
gottselig leben in dieser Welt."
Das Leben eines Gotteskindes, eines Christen, ist anders als
das Leben eines Nichtchristen, eines Nichtglaubenden. Ein
Christ fragt nach den Geboten Gottes und lebt darnach. Ein
Christ tut alles, um das Evangelium in seiner nächsten
Umgebung durch sein Leben und durch seinen Wandel zum Siege
zu verhelfen. Ein Christ hilft in jeder Weise mit, wenn es
um die Kirche, um die Gemeinde Jesu Christi, geht, auch wenn
es sich um das Geld handelt, und zwar tut er das nicht
gezwungen, nicht unter dem harten Gesetz
"Du sollst und du mußt!",
sondern aus einer fröhlichen Dankbarkeit heraus, aus aus
einem Dankeschönsagen heraus dafür, daß Gott auf Erden hat
Weihnachten werden lassen.
Der Apostel Paulus möchte in seinem Brief an Titus uns alle
zu einer noch größeren Weihnachtsfreude führen, aber auch zu
einer noch größeren Freude im Leben, im alltäglichen Leben
als ein Christ, als ein KInd Gottes.
Paulus sagt dazu, wenn schon das Kommen Jesu Christi vor
2.000 Jahren als ein Kind solch eine große Hilfe und Freude
für uns war, wieviel größer wird erst die Hilfe und die
Freude sein, wenn Jesus Christus als König und Herr am Ende
der Tage zu uns kommt.
Dann wird Jesus Christus uns nicht nur die Tür zum Himmel
aufschließen, sondern den Himmel sogar mitbringen auf die
Erde. Er wird uns mitbringen die ewige Seligkeit.
Wie heißt es einmal in der Offenbarung:
"Diese sind die, die gekommen sind aus großer Trübsal. Sie
stehen nun vor dem Stuhl Gottes und dienen ihm Tag und
Nacht. Und der auf dem Stuhl sitzt, wird bei ihnen wohnen.
Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten und Gott wird
abwischen alle Tränen von ihren Augen."
Ewige Seligkeit bedeutet auch, nicht mehr traurig zu sein
müssen darüber, daß wir so unnütze Knechte Gottes, so
untreue Jünger des Herrn sind, denn wenn er, der Herr,
kommen wird, werden wir vollkommen werden in jeder
Beziehung.
Ewige Seligkeit heißt, vollkommene und perfekte Kinder
Gottes sein.
Wir stehen also in einer doppelten Weihnachtsfreude; einmal
die Freude, daß durch das Kommen Jesu vor 2.000 Jahren wir
als Kinder Gottes angenommen wurden und zum anderen die
Freude, daß wir dem 2. Kommen Jesu Christi entgegengehen,
der ewigen Seligkeit zu, einem vollkommenen Stande als
Kinder Gottes.
Laßt uns in dieser rechten Weise Weihnachten feiern und uns
die Freude und die Kraft schenken, als Gottes Kinder zu
leben, damit wir, wenn der Herr kommt, als perfekte
Gotteskinder in der ewigen Herrlichkeit leben dürfen.