-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 093
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:25/12/1966
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 25-12-1980
Aldea Protestante, 25-12-1967
Reffino, 25-12-1968
Grabschental, 25-12-1980
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Heiligabend-Gottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 2, 1-20
Skopus: Tun, was die Hirten getan haben
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 93 - Lukas 2, 1 - 20
"Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem
Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und
diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit,
da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging,
daß er sich schätzen ließe, ein jedlicher in seine Stadt. Da
machte sich auf auch Josef, aus Galiläa, aus der Stadt
Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da
heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte
Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem
vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst
waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar
ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn
in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der
Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem
Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und
siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des
Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und
der Engel sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große
Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute
der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der
Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in
Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald
war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen,
die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den
Menschen ein Wohlgefallen.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die
Hirten untereinander: Lasset uns gehen gen Bethlehem und die
Geschichte sehen, die da gescvhehen ist, die uns der Herr
kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria
und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es
aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu
ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam,
wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem
Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten
Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn
zu ihnen gesagt war."

Es gibt wohl kaum einen unter uns, der diese
Weihnachtsgeschichte in seinem Leben noch nicht gehört hat.
Sie ist ein unaufgebbarer Bestandteil aller Weihnachtsfeste.
Allerdings ist es dabei doch eine merkwürdige Sache, da kaum
oder fast kaum über diesen ganzen Text gepredigt wird. Man
nimmt einzelne Verse aus dem Text und meditiert über sie.
Vielleicht ist es darum schon sehr wichtig, daß wir uns
heute einmal, so wie wir es können, mit dem ganzen Text
befassen.
Die ganze Weihnachtsgeschichte besteht aus 20 Versen.
Demgegenüber ist das, was das Weihnachtsfest zum
Weihnachtsfest macht, in nur 2 Versen erzählt:
"Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß Maria gebären
sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in
Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst
keinen Raum in der Herberge."
Um dieser 2 Verse willen sind die anderen 18 geschrieben
worden. Ja, wir müssen sogar sagen, um des Inhalts dieser 2
Verse willen haben wir im letzten Grunde das ganze Buch der
Bibel.
Wenn wir uns das näher anschauen, was da geschehen ist, dann
sind wir erstaunt über das Alltägliche, was da uns
mitgeteilt wird. Wieviel milliardenfach hat sich das im
Laufe der Jahrtausende schon ereignet, daß eine Frau
niederkommt und ein Menschenkindlein das Licht der Welt
erblickt! Was soill daran schon Besonderes sein?
Auch das ist schon ungezählte Male passiert, daß eine Frau
in größter Armut niedergekommen ist. Das erlebte nicht nur
Maria. Ja, vielleicht müssen wir heute sogar sagen, daß es
unzählige Frauen auf der Erde gibt, die noch nicht einmal
eine Futterkrippe oder genügend Essen für ihr Neugeborenes
zur Verfügung haben.
Wir müssen also sagen, diese Armut bei der Niederkunft der
Maria ist ebenfalls nichts Besonderes, ist das Alltäglichste
von der Welt.
Verstehen wir jetzt vielleicht, daß der Mensch, der kein
Christ ist, der im letzten Grunde nicht weiß, was er glaubt,
mit dem Weihnachtsfest nichts anzufangen weiß. Um das, was
sich milliardenfach auf dieser Erde wiederholt, braucht man
doch nicht solch ein Trara zu machen?!
Ohne eine nähere Erklärung und Erläuterung ist die
außergewöhnliche Bedeutung des Geschehens in Bethlehem nicht
erkennbar für uns Menschen.
Aber darum stehen diese beiden Verse, die zum Zentrum
unseres Glaubens gehören, nicht allein. Auch damals sind
sich die Menschen der Besonderheit der Geburt im Stalle zu
Bethlehem nicht bewußt.
Die Zeit bleibt nicht stehen. Die Augen der Welt sind nicht
nach Bethlehem gerichtet. Die Hirten um Bethlehem haben über
dem Stall keinen Stern gesehen und auch zucken keine Blitze
als Zeichen eines göttlichen Geschehens. Sie, vielleicht in
der dichtesten Nähe, wissen von nichts. Aber dann geschieht
das Besondere, daß das alltäglichste Geschehen in Bethlehem
in Bethlehem gedeutet wird.
Zuerst wird es diesen Hirten auf dem Felde durch die Boten
Gottes mitgeteilt:
"Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk
widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."
Durch dieses verkündigte Wort wird das Geschehen in
Bethlehem zu dem, was es in Wirklichkeit ist, ein Eingriff
Gottes in diese unsere Welt zu unserem Heil. Gott schickt
seinen eigenen Sohn in der Gestalt des Kindleins Jesus zu
uns auf die Erde, um uns Menschen zu helfen.
Was da im Stalle zu Bethlehem in der Krippe beginnt,
verändert die ganze Welt, verändert die hoffnungslose
Zukunft der Menschen in einen sinnvollen Ausblick auf ein
Leben, getragen von der Liebe Gottes.
Bethlehem wird so, also das kleine Dorf, zum Mittelpunkt der
Welt und der Weltgeschichte. Die Geburtsstunde wird zu einer
neuen Zeitrechnug voll froher Hoffnung für uns alle, für das
Leben in dieser unserer Welt vor dem Abgrund, für unser
aller Leben mit den großen und kleinen Kümmernissen.
Das alles wird uns als Botschaft Gottes verkündigt durch die
Boten Gottes. Und nur dadurch können wir an die
Weihnachtsbotschaft glauben.
Eines wird uns dabei allerdings klar:
Gott handelt mit uns und an uns auf solch menschliche Weise,
daß wir sein Handeln garnicht mit unseren menschlichen
Maßstäben als göttlich erkennen können.
Wenn wir bekennen:
Jesus Christus - wahrhaftiger Mensch, dann bedeutet das
eben, daß dieser Jesus Christus wirklich und wahrhaftig
einer von uns geworden ist, und zwar so ganz und gar, daß
wir ihn nach menschlichen Maßstäben garnicht als Gottes Sohn
erkennen. Daß das Kind in der Krippe unser Heil, die Hilfe
Gottes, für uns ist, können wir in natürlicher Weise nicht
erkennen. In natürlicher Weise ist das KInd in der Krippe
nur ein Kind wie andere Kinder auch, ohne eine Bedeutung für
uns.
Nur wenn wir es uns glaubend durch die Predigt, durch die
Verkündigung des Wortes Gottes, schenken lassen, wird das
Kind, das dort geboren wurde, unser Heiland, die Hilfe, die
wir nötig haben.
Von den Hirten heißt es, daß sie auf Grund der Botschaft zum
Kinde eilen, im Glauben das Menschenkindlein Jesus als die
göttliche Hilfe für sich in ihrem Herzen aufnehmen. Sie
loben und danken Gott, daß er sich auf diese Art und Weise
ihrer helfend angenommen hat.
Weihnachten heute recht feiern bedeutet dasselbe wie damals
bei den Hirten auf dem Felde. Es bedeutet:
Die Botschaft von Jesus Christus, der für uns im Stall zu
Bethlehem geboren wurde, als die göttliche Hilfe gerade für
unser Leben annehmen und Gott für diese seine Hilfe, die
sich bis in die kleinsten Dinge unseres Lebens auswirkt,
loben und danken und preisen.
Wichtig wäre es nun auch, da wir in genau derselben Weise
von dem, was Weihnachten geschah, si erfüllt wären, daß uns
der Mund überläuft.
Die Hirten waren so in ihrem Herzen gepackt von der Liebe
Gottes zu ihnen, daß sie nichts anderes tun konnten als ihre
Freude weiterzugeben, um die, die ihnen begegneten, auch
einzuladen, die Weihnachtsbotschaft in ihr Leben
einzulassen:
"Ei, so kommt und laßt uns laufen,
stellt euch ein, groß und klein,
eilt mit großen Haufen!
Liebt den, der vor Liebe brennet:
schaut das Heil, das euch gern
Licht und Labsal gönnet.