-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 079
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:25/12/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 24-12-1966 -deutsch-
Grabschental, 25-12-1968 -deutsch-
Merú, 24-12-1975 -deutsch- als Lesepredigt-
Diamante 24-12-1967 -spanisch-
Camarero, 25-12-1968 -spanisch-
Aldea Protestante, 24-12-1970 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Weihnachtsfeier - Fiesta de Nochebuena
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 2, 10 - 11 - Mateo 2: 10-11
Skopus: Heidnische Zauberpriester laden uns ein
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 79- Matthäus 2, 10 - 11
"Da die Weisen den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und
gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner
Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre
Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe."

Etwas ganz Großes ist da in dem kleinen Dorf Bethlehem
geschehen. Gott selbst in der Gestalt seines Sohnes kam als
Mensch wie wir auf diese Erde, um uns nahe zu sein.
In diesem Kind in der Krippe schenkt sich Gott uns ganz und
gar. Tiefer kann er sich zu uns nicht herniederbücken,
weiter kann er in seiner Liebe zu uns nicht mehr gehen.
Das tat er alles, um uns aus unserer Verlorenheit
herauszureißen und unser Leben wieder lebenswert zu machen.
Das Geschehen in der Heiligen Nacht gilt allen Menschen, den
Juden, den Heiden und den Christen, wenn zuerst auch betont
wurde, daß Jesus um der Juden willen, um des alten Volkes
Gottes willen auf diese Erde gekommen ist.
Die Weisen aus dem Morgenlande, heidnische Sterngucker und
Sterndeuter, betonen schon gleich bei der Geburt des
Jesuskindlein:
Auch wir als Heiden erwarten von diesem Kinde unser Heil und
unsere Rettung.
Lange waren sie unterwegs. Der Stern hatte angezeigt, daß
ein König besonderer Art geboren sei. Sie ahnten, daß da
etwas geschehen sei, was auch sie als Heiden angehen wird.
Es lag auf der Hand, daß ihr Weg zuerst in den Königspalast
nach Jerusalem führte. Aber da wußte man nichts. Nun aber
haben sie ihr Ziel erreicht, die Herberge zu Bethlehem, die
überfüllt ist von Menschen, die infolge der Zählung durch
den Kaiser Augustus unterwegs sind.
Die einzelnen Gemächer oder Gastzimmer bieten das Bild eines
emsigen Hin und Hers. Kaum kann man sich durchzwängen. Diese
Herberge ist kein Königspalast. Sie ist entweder aus
getrockneten Lehmsteinen gebaut und mit Matsch verschmiert
oder sogar ganz aus Matsch hergestellt. Hier finden die
Reisenden gruppenweise in den Gastzimmern, die sich rings um
einen Hof befinden, ihr Nachtquartier.
Ja, nicht nur die Menschen haben in diesen Gastzimmern eine
Aufnahme gefunden, sondern auch das Vieh, das sie mit sich
führten. Dafür ist draußen kein Extrastall angebaut, sondern
in den weiträumigen Gastzimmern ist eine Ecke für das Vieh
bestimmt.
Diese Viehecke ist dadurch gekennzeichnet daß sich dort eine
Vertiefung in der Erde befindet, die als Futterkrippe
gedacht ist.
Solch eine Viehecke in einem Gastzimmer des Herbergsrancho
war noch für Maria und Josef und das Jesus-Kindlein
übriggeblieben.
Wir können uns vorstellen, was das in den Gastzimmern und in
der gesamten Herberge bei einer solchen Überbelegung mit
Menschen und Vieh für ein Gedränge und Getöse gab.
Von der Hoheit und Würde eines Königspalastes und einer
königlichen Familie war hier wirklich nichts vorhanden.
Und doch ließen sich die Weisen nicht irre machen. Sie
hielten vor dieser Herberge und gingen hinein und nach
einigem Suchen fanden sie die Familie mit dem
Jesus-Kindlein.
Wenn wir das recht bedenken, dann zeigt diese Situation hier
an, daß Gott wirklich in diese unsere Welt hineinkam, in der
so viel Not gelitten wird, in der Menschen geängstigt und
gequält werden, in der Menschen nicht aus- noch ein-wissen.
In einem Königspalast, bei Menschen, die sich so reich
dünken, daß sie Gott nicht mehr nötig zu haben meinen, da
ist er nicht zu finden, auch nicht bei denen, die glauben,
selbst mit diesem Leben fertig zu werden.
Bei Armen, bei Kranken, bei Notleidenden, ganz gleich
welcher Art, bei solchen, die ein zerschlagenes Gemüt haben,
bei solchen, die innerlich und äußerlich nicht mehr mit dem
Leben fertig zu werden meinen, da mitten drin unter diesen
Menschen, da liegt das Jesus-Kindlein als Heiland und Herr
aller Menschen.
Und das ist das Wunderbare, daß diese Heiden in dem Kinde,
das dort in der Viehecke in der Futterkrippe den wirklichen
und wahren, den einen König, erkennen, der der Herr ist
Himmels und der Erden.
Ihnen ist diese frohe Weihnachtsgewißheit geschenkt worden.
Was wäre das fein, wenn auch uns heute diese frohe Gewißheit
geschenkt werden könnte:
Das Kind in der Krippe ist unser Heiland, ist mein Heiland
und ich sehe durch das Kind hindurch die ausgestreckte Hand
Gottes als Hilfe gerade auch für mich.
Und nun fallen diese studierten Sterndeuter mitten im
Gedränge des Gastzimmers vor dem Kindlein nieder und beteten
es an.
Sie, die Heiden, tun das, wozu wir alle aufgefordert sind.
Sie, die Heiden, laden auch uns heute als Christen ein,
nicht zu vergessen, Gott zu danken und zu loben, für das,
was er uns durch das Geschehen der Heiligen Nacht geschenkt
hat. Sie laden uns ein, mit ihnen vor dem Kind in der Krippe
niederzufallen und ihnen unsere Geschenke zu bringen, am
besten uns selbst.