-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 046 a
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/12/1973
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Advents-ANDACHT 1973
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Maleachi, 3 19
Skopus: Das Jüngste Gericht hat schon begonnen
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 46a-Maleachi 3,19 "Siehe, es
kommt ein Tag, der brennen soll, wie ein Ofen; da werden
alle Völker und Gottlosen Stroh sein, und der künftige Tag
wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen
weder Wurzel noch Zweige lassen."
Der Prophet Maleachi steht mit seiner Botschaft in einer
Reihe mit anderen Propheten, die das Kommen des Messias zum
Volk Israel mit dem Jüngsten Tag verbinden, der ein
Gerichtstag Gottes über uns Menschen sein soll. Der
erwartete Messias wird der Richter des Jüngsten Tages sein.
Und es gibt seit der ersten Christenheit eine biblische
Tradition, die bezeugt, daß der Jesus von Nazareth, der in
dem Rancho zu Bethlehem vor 2.000 Jahren geboren wurde,
dieser Messias, von dem Maleachi als dem Richter spricht,
ist. Wir können und müssen auch heute noch sagen, dass mit
dem Kommen Jesu der Jüngste Tag als Gericht Gottes über uns
Menschen bereits begonnen hat. Wir leben danach also heute
schon mitten im Gericht Gottes.
In etwa kommt das in dem Wort zum Ausdruck, das ein
Philosoph im vergangenen Jahrhundert gesagt hat:
"Die Menschheitsgeschichte ist bereits Gottes Weltgerichte."
Allerdings gehen wir auf das Ende dieses Gerichtes noch zu,
während für die andere Tradition das Gericht Gottes am
Jüngsten Tage erst noch kommt.
Ich sehe allerdings in den beiden biblischen und
christlichen Traditionen keinen großen Unterschied, obwohl
ich persönlich der Meinung bin, dass sich heute schon unter
dem verkündigten und praktizierten Evangelium von Jesus
Christus etwas vom Gericht Gottes verwirklicht.
Für mich erscheint es aber viel wichtiger, zu wissen, nach
welchem Maßstab im Sinne des Propheten Maleachi das Gericht
Gottes über uns Menschen vollzogen wird und das schon in
unsere Lebenszeit hineinragt.
"Siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll, wie ein Ofen, da
werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein und der
künftige Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth,
und wird ihnen weder Wurzel noch Zweige lassen."
In den ersten Versen unseres Kapitels wird uns der Maßstab
des Richters und des Gerichts über uns an die Hand gegeben.
Dieser Maßstab hat es weniger
mit dem zu tun, was auf der 1. Tafel der 10 Gebote steht, in
denen es um Gott selbst geht, sondern vielmehr mit dem, was
uns auf der 2. Tadel des Gesetzes mitgeteilt wurde, wo es um
das Verhältnis zu unseren Mitmenschen geht. Wir können das
so sagen, gemäß Maleachi werden wir gerichtet nach unserem
Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen.
Dieses Verhältnis entscheidet über Heil und Verdammnis, mehr
als alle Frömmigkeitsübungen.
Es heisst in dem 5. Vers des 3. Kapitels des Propheten
Maleachi:
"Ich, Gott, will zu euch kommen zum Gericht gegen Zauberer,
Ehebrecher, Meineidige und gegen die, die Gewalt und Unrecht
tun und ihren Arbeitern, Witwen und Waisen und die
Andersrassigen unterdrücken und dadurch mich, Gott,
verachten."
Solch ein Gericht hat es in der Tat durch das Kommen Jesu
über uns bereits begonnen und es wird weitergehen bis zum
Ende, das noch aussteht.