-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 039b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:13/12/1970
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Advents-ANDACHT 1970
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 25, 11+12
Skopus: Törichte oder kluge Jungfrauen?
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten -39b-Matthäus 25,11 + 12
"Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen:
Herr, Herr, tu uns auf. Er antwortete aber und sprach:
Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht."

Wir haben uns als Christen so daran gewöhnt, daß die
Advents- und Weihnachtszeit von einer übersprudelnden Freude
geprägt ist, daß die Botschaft des 2. Adventssonntag, von
der auch die Texte unserer heutigen Adventsandacht
beeinflußt sind, direkt störend wirkt und uns vielleicht
ärgert.
Weil wir diese Botschaft in der Kirche, in der Gemeinde und
in unserem persönlichen Leben nicht beachtet haben oder auch
nicht haben hören wollen, ist aus dem ganzen weihnachtlichen
Geschehen ein Märchen für kleine Kinder geworden, ähnlich
wie die Geschichte vom Osterhasen, mit ein wenig Stimmung
verbunden.
Aus Gott, der es sich wirklich hat etwas kosten lassen, uns
Menschen in unseren Nöten und Schwierigkeiten und Problemen
beizustehen, und zwar dadurch, daß er damals vor 2.000
Jahren in dem Rancho von Bethlehem inmitten größter
Ausweglosigkeit und Armut uns Menschen einen neuen Weg
zeigte, haben wir einen würdigen alten Mann mit weißem Bart
gemacht, der nur immer zu dem, was wir tun, seinen Kopf
nickt. Wir haben aus Gott einen Pelznickel gemacht, einen
Schreck für kleine Kinder oder eine Witzfigur für uns
Erwachsene, die Hauptsache bei dieser ganzen Geschichte ist
dann, daß er in seiner dummen Gemütlichkeit seine reichen
Gaben über uns ausschüttet.
Nein, so billig ist Gottes Hilfe, die in Bethlehem begann
und am Kreuz auf Golgatha endete und durch Armut und
Verspottung und Grausamkeit gekennzeichnet ist, nicht zu
haben. Sie erfordert unsere totale Zustimmung und unseren
ganzen Einsatz, mit allem, was wir sind und was wir haben.
Billiger ist diese Hilfe nicht zu haben.,
Nur der ist recht vorbereitet auf diese Hilfe, die ihn
wieder seines Lebens froh machen kann, die ihm den Sinn
seines Lebens überhaupt erst aufdeckt, der bereit ist, im
Dienste des Jesus von Nazareth die empfangene Hilfe an
andere, die sie ebenfalls nötig haben, weiterzugeben. Einen
Gott, der als ein Pelznickel seine Hilfe wahllos
verschleudert, kennt die Bibel nicht, auch nicht den, der zu
allem, was wir tun, bejahend seinen Kopf nickt. Unser Gott
ist der, vor dem wir unser Tun und Lassen in diesem Leben
verantworten müssen. Ihm haben wir zu verantworten, was wir
aus seiner Hilfe für alle Menschen gemacht haben.
Wievielen Menschen wurden schon durch uns, durch dich und
durch mich, diese Hilfe zuteil? Das ist die entscheidende
Frage, die wir vor dem Herrn der Zukunft, Jesus Christus,
werden beantworten müssen und diese Antwort entscheidet dann
auch über unsere Zukunft, sie entscheidet über unsere
endgültige Bestimmung, ob wir von der Hilfe Gottes
ausgeschlossen bleiben oder einer glücklichen Zukunft
entgegengehen können.
Das Gleichnis von den 10 Jungfrauen offenbart uns leider,
daß die Hälfte derer, die sich so gaben als ob sie auch
Weihnachten gefeiert haben, ausgeschlossen bleiben, sie
taten nur so als ob sie auf der Seite Jesu Christi stünden,
in Wirklichkeit aber hatten sie bereits trotz allem äußeren
Getue, ein NEIN zu ihm gesagt.
Ist das nicht eine unruhige Frage an uns? Werden von unseren
Gemeindegliedern auch die Hälfte von einer besseren Zukunft
ausgeschlossen bleiben? Werden von uns, die wir uns zu
dieser Adventsandacht eingefunden haben, ebenfalls die
Hälfte als solche durch Jesus Christus erkannt werden
müssen, die im letzten Grunde doch nichts nach ihm fragen,
oder auch als solche, die sich wohl von ihm beschenken
lassen wollen, aber nichts davon an andere weitergeben
möchten und darum auch ausgeschlossen bleiben?
Billig jedenfalls, ohne unseren ganzen Einsatz, ohne unsere
Verpflichtung gegenüber unserem Mitmenschen, ist das, was
vor 2.000 Jahren geschah zu unserem Heil, nicht zu erlangen.
Darüber müssen wir uns klar werden, damit wir nicht
enttäuscht sind, wenn uns eines Tages die Augen aufgehen,
wie es den törichten Jungfrauen passierte.