-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 036
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:15/12/1966
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 15-12-1967
Meroú, 30-12-1979 -Hausgottesdienst Hering
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:3. Advents-ANDACHT 1966
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 10, 11
Skopus:
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 36 -Johannes 10, 11
"Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, daß sie das Leben
und voll Genüge haben sollen."

In der Advents- und Weihnachtszeit werden immer wieder aufs
neue die vielen Verheißungen und Prophezeiungen lebendig,
die durch die Propheten den Angehörigen des alten Volkes
Gottes, des Volkes Israels, gegeben wurden und die nach dem
Bekenntnis der christlichen Kirche sich in dem Kommen des
Jesus von Nazareth erfüllt haben.
Unser kurzes Wort aus dem Johannes-Evangelium will uns heute
allerdings noch auf ein ganz besondere Realität aufmerksam
machen und eine andere Seite des Wunders der Heiligen Nacht
aufleuchten lassen.
Innerhalb der ganzen Menschheit, auch schon damals vor 2.000
Jahren, bildet das alte Volk Gottes, das Volks Israel, nur
eine ganz kleine Gruppe. Aber nicht diese nur so kleine
Gruppe, die Volk Gottes genannt wurde, sehnte sich nach
einem völligen Wechsel aller Dinge, nach dem Silberstreifen
am Horizont, nach der Freude in aller Traurigkeit, nach dem
Glück in allem Unglück und in allem Elend, sondern die ganze
Menschheit, ganz gleich ob Kinder Gottes oder Heiden.
Während sich diese Sehnsucht des Volkes Gottes nach dem
Messias in vielen prophetischen Worten manifestierte, ging
das Sehnen der anderen Menschen zum größten Teil micht über
das Seufzen und Stöhnen einzelner Menschen hinaus.
Wer wird mich erlösen aus meinem Elend? Wer wird mich
freimachen von aller meiner Todesfurcht? Wann kann ich
endlich hoffenm, aus meiner ausweglosen Lage befreit zu
werden?
Hier und da finden wir diese Sehnsucht nach einem Heiland
ausgedrückt in Versen heidnischer Schriftsteller, selbst in
dunklen Zaubersprüchen.
Ein Beispiel solcher allgemeiner menschlicher Sehnsucht
waren ja auch die Weisen, die heidnischen Zauberpriester,
die in ihrer Weise auf einen besonderen Stern aufmerksam
wurden und ihm folgten und im Stall zu Bethlehem beim Kind
in der Krippe sich wiederfanden. In einer alten Handschrift
wird gefragt und dann behauptet, ob nicht der Kaiser
Augustus der Heiland der Welt sei?!
Und wenn der Evangelist Johannes uns dieses Wort aus dem
Munde seines Herrn überlieferte:
"Ich bin gekommen, daß sie das Leben und die Fülle haben,"
dann will er damit bezeugen, daß im Stall zu Bethlehem nicht
nur die prophetischen alttestamentlichen Verheißungen in
Erfüllung gegangen sind, sondern auch das Seufzen und
Stöhnen vieler Menschen.
Was mag an Angst und Not und Elend und Grausamkeiten auch
jetzt wieder in dieser Stunde in den Palästen und Häusern
und Hütten und ranchos oder auf den Straßen der Welt unter
Menschen durchlitten und erlitten werden?
Wer möchte das Weinen und Schreien hören oder die Tränen
zählen? Das ganze Elend dieser unserer menschlichen Welt,
über der der Hauch des Todes liegt, schreit nach einem
Heiland und Erlöser. Und dieser Ruf einer armen gequälten
und geängstigten und leidenden Menschheit nach einem Heiland
und Erlöser wurde von Gott beantwortet mit dem Geschehen der
Heiligen Nacht. Sollte dieses Kind in der Krippe nicht auch
für uns gerade in unserer speziellen Not und Traurigkeit die
Hilfe bereit halten?!
"Ei, so kommt und laßt uns laufen,
stellt euch ein,
groß und klein,
eilt mit groen Haufen.
Liebt den, der vor Liebe brennet,
schaut den Stern,
der euch gern,
Licht und Labsal gönnet."