-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 015
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:13/12/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 26-12-1958
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:3. Advents-ANDACHT 1956
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Josef
Skopus: Josefs Vorbereitung
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 15 - Josef-
Josef ist ein Mann im Advent. Welch eine merkwürdige Sache.
Von Maria als einer Frau und von Johannes dem Täufer als
Menschen im Advent erfahren wir in der Bibel sehr viel, aber
von Josef gibt uns die Heilige Schrift nur sehr wenige
Nachrichten. Aber aus den wenigen Zeilen spüren wir die
abgrundtiefe Enttäuschung, die über Josef hereinbricht.
Da hat er sich in seinen Gedanken eine herrliche Zukunft nit
seiner Braut Maria zurechtgeträumt und nun die bittere
Erkenntnis, Maria ist mir untreu geworden. Wie anders sollte
er es sich erklären, daß Maria ohne ihn schwanger geworden
ist. Es gibt auf Erden kaum eine größere Enttäuschung als
die, daß ein Mann sich von seiner Frau oder daß eine Frau
sich von ihrem Mann betrogen weiß. Sollte da selbst nicht
die größte Liebe zusammenbrechen?
Was er für Maria noch übrig hat, ist wohl sehr viel. Er will
sie nicht einem irdischen Gericht zur Aburteilung übergeben.
Soviel Mitleid hat er noch mit ihr, aber Liebe haben?? - das
kommt nicht mehr in Frage.
So ist sein Entschluß in dieser Enttäuschung bald gefaßt.
Bei der nächsten Gelegenheit verschwinde ich und gehe wieder
meinen Weg allein. Maria soll wohl zusehen wie sie fertig
wird.
Dieser Mann ist in seinem männlichen Stolz empfindlich
getroffen.
Ach, wie hätte er recht gehabt, wenn es wirklich so gewesen
wäre, wie er sich selbst die Sache erklärt hatte.
Aber ist das nicht immer bei einem Menschen so, daß er, wenn
Gott in sein Leben eingreift, dieses Leben durcheinander
geworfen wird. Der Gott, der nur dazu da ist, um mit dem
Kopf zu nicken, wenn wir etwas tun, wenn wir etwas wollen,
wenn wir unsere Pläne machen, ist nicht der, der Himmel und
Erde geschaffen hat, sondern der ist ein Götze oder eine
Marionettenfigur.
Der wahre und ewige Gott richtet sich nicht nach unseren
Wünschen, sondern er will, daß wir uns nach seinen Wünschen
richten. Er ist der Herr unseres Lebens, der Herr unseres
Hab und Gutes und er ist auch der Herr eines Ehe- oder
Brautpaares.
Es ist der Wille Gottes, daß in der Mitte des Braut- und
Ehepaaresd Maria und Josef nicht das Kind des Josefs zuerst
geboren wird, sondern der Sohn Gottes. Gott bricht als der
Herr der Ehen in diese Ehe ein, schaltet den Mann Josef bei
diesem geheimnisvollen Geschehen vollständig aus und stellt
die Maria in den Vordergrund.
Was hat dieser zutiefst von Gott beleidigte und enttäuschte
und erniedrigte Mann Josef mit einer Adventsvorbereitung zu
tun?
Sehr viel!!
Zuerst wird von Gott klargestellt, daß Josef keinen Grund
hat, über seine Maria enttäuscht zu sein. Maria ist im
landesüblichen Sinne kein schlechtes Mädchen. Darüber läßt
Gott den Josef nicht im Zweifel. Gott bittet direkt Josef,
doch nicht enttäuscht zu sein, sondern er fordert ihn auf,
froh darüber zu werden, daß Gott, der Herr und Schöpfer,
gerade in seine Ehe, in seine Familie, seinen eigenen Sohn
hineinlegt, und diesen seinen Sohn Jesus ihm als dem
Familienoberhaupt anvertraut.
Josef wird gefragt, ob er nicht doch sogar gerne bei Maria
und dem kommenmden Kindlein bleiben will. Josefs eigene
Kraft und Stärke wird im Advent Gottes nicht beachtet, dafür
bekommt er von Gott eine viel viel größere Aufgabe. Er darf
seine schützende Hand über den Sohn Gottes halten. Er wird
so zu einem Mitarbeiter Gottes. Er darf bei dem werdenden
Kindlein bleiben.
Sind wir nicht immer und immer wieder enttäuscht über das,
was Gott, der Herr, mit uns macht?
Da glaubten wir, die beste Ernte seit vielen Jahren in den
Händen zu haben und waren stolz darüber, was wir aus unserem
Grund und Boden und mit unserer Arbeit haben schaffen können
- und es kam alles so ganz anders - die größte Mißernte der
letzen Zeit.
Da glaubten wir, mit unserer jungen Kraft uns Hab und Gut
erwerben zu können und es brachen Krankheit und Not über uns
herein und aus unserem Traum ist nichts geworden.
Sind wir nicht alle, wenn wir einmal unser Leben betrachten,
von Gott so enttäuschte und gedemütigte Menschen wie der
JOSEF?!
Gott hat in unser Leben und in das Lebens unserer Ehe oder
in das Leben unserer Familie so eingegriffen, daß alles
anders geworden ist, als was wir uns erdacht haben.
Wenn wir das in dieser Stunde erkennen, dann besteht auch
für uns die große Möglichkeit, daß wir auch Menschen im
Advent werden.
Wodurch ist der enttäuschte Josef ein Mensch im Advent
geworden?
Er lief nicht von der Mutter des kommenden Kindes fort. Er
lief in aller Enttäuschung nicht weg vom Sohn Gottes, der
auf diese Erde kommen wollte. Wir wissen auch, daß der Sohn
Gottes das eine Wort Gottes genannt wird.
So können wir sagen, daß Josef nicht weglief vom WORT
GOTTES. Das also machte Josef zu einem Menschen im Advent,
daß er mitten in aller Enttäuschung, mitten im Zusammenbruch
seiner Träume nicht weglief vor der Wirklichkeit des Wortes
Gottes. Laufen doch auch wir nicht immer gerne weg vom Worte
Gottes in der Predigt oder beim Lesen der Heiligen Schrift
oder beim Singen unserer Lieder?
Wie werden wir alle miteinander nicht nur in diesen Wochen,
sondern in allen Wochen und an allen Tagen unseres ganzen
Lebens Menschen im Advent?
Indem wir vor diesem Wort Gottes nicht weglaufen, sondern
dabei bleiben in seiner Gemeinde, in seinem Gottesdienst und
in seiner Predigt des Evangeliums.
Josef und auch wir bekommen es gesagt, daß dieses Bleiben
bei Jesus Christus deshalb so wichtig ist, weil uns durch
Jesus Christus, durch Gottes Wort, das Heil geschenbkt wird.
Josef darf dem Kinde einen Namen geben: Jesus - Gott hilft.
Auch für uns, wenn wir Menschen im Advent sein wollen,
Menschen, die beim Wort Gottes bleiben wollen, auch für uns
wird dieses Wort Gottes, dieses Kind in der Krippe, die
Hilfe Für unser ganzes Leben - Gott hilft - Jesus.
Haben wir diese Hilfe, dann sind wir auf keine andere Hilfe
angewiesen. Menschen im Advent sind Menschen, die wie Josef
bei dem Worte Gottes bleiben und damit bereits Gottes Hilfe
in ihren Händen und in ihrem Leben haben.



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