-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 014
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/12/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 8-12-1963
Aldea Protestante, 2-12-1971-Frauenadventsabend
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Advents-ANDACHT 1956
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Maria
Skopus: Eine Frau im Advent
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten - Maria
Ein Wunder allergrößten Ausmaßes ist geschehen. Da ist diese
Frau Maria. Ein Mensch, wie wir alle. Eine Frau, so wie alle
Frauen sind. Sie hat keine besonders guten Eigenschaften und
Fähigkeiten. Sie ist auch nicht sündlos, wie die katholische
Kirche es in ihrem Irrglauben meint. Maria ist ein
gewöhnlicher Mensch, eine gewöhnliche Frau.
Doch hat sie etwas erfahren, was sonst keine Frau mehr auf
dieser Erde erfahren hat und erfahren wird. Gott gebraucht
sie als sein besonderes Werkzeug. Gott, der Herr, hat sie zu
einer Frau im Advent des Herrn gemacht. Es hat Gott gefallen
in seiner großen Güte und Barmherzigkeit, der Maria seinen
eigenen Sohn anzuvertrauen. Der Sohn Gottes sollte wie alle
Menschen auf diese Erde kommen, von einer irdischen Mutter
geboren. Der Sohn Gottes sollte als ein kleines Kind von der
Mutter Maria geboren werden.
Das war das, was Maria vor allen anderen Frauen
auszeichnete. Ihre Güte und Hoheit hatte sie nicht von sich
aus, sondern dadurch, daß Gott ihr den gróßten Schatz
anvertraute, den Heiland der Welt.
Nun steht Maria in der frohen Erwartung des kommenden
Geschehens, sie ist also eine Frau im Advent, eine Mensch in
der Erwartung des kommenden Heilandes.
Und wenn wir lernen wollen, was es heißt, ein Leben im
Advent zu leben, so kann uns Maria es am besten sagen.
Aber glauben wir ja nicht, daß das, was Maria erlebte, nur
reine Freude war. Manche Anfechtungen von innen und von
außen stürmten auf sie ein. Glauben wir ja nicht, daß die
Umwelt herzlichen Anteil daran nahm, was mit der Jungfrau
Maria geschah.
Die Umwelt nahm wohl Anteil, aber so, daß sie sie verachtete
und an Ehebruch dachte. Wir wissen doch, daß selbst Josef,
ihr bereits anvertrauter Ehemann, von ihrer Untreue fest
überzeugt war und sie heimlich verlassen wollte.
Wir können uns schon vorstellen, was für ein Klatsch der
Nachbarschaft sich über Maria ergoß. Welche Nöte und Ängste
mag die Braut Maria ausgestanden haben. Wie schwer mag es
ihr gefallen sein, in einer solchen Lage Gott gehorsam zu
sein. Aber sie sagte zu diesem eigenartigen Wege Gottes mit
ihr ein klares und eindeutiges Ja und fragte nichts nach dem
Gerede der Leute.
Was meinen wir wohl, was wir in unserer Umgebung erfahren
werden, wenn wir mit vollem Ernst Menschen im Advent des
Herrn sein wollen, die auf ihren Herrn warten und ihr Leben
ganz auf das Kommen einrichten.
Maria läßt sich ihre große Adventsfreude nicht nehmen. Sie
wartet auf den Heiland der Welt.
Wohin geht sie mit ihrer ganzen Freude? Zu ihrer Freundin
Elisabeth. In besonderer Weise gehen aber ihre Gedanken und
Gebete zum Vater im Himmel, der sie zu seinem Werkzeug
auserwählt hat.
In einem herrlichen Lob- und Dankgesang bringt sie ihre
Freude zum Ausdruck, daß sie eine Frau im Advent sein darf.
Wenn wir Maria recht verstehen, dann spüren wir daraus die
Aufforderung, daß auch wir als Menschen im Advent fröhliche
und singende Menschen sein dürfen. Verstehen wir also recht:
Nur da, wo in dieser Adventszeit mit aller Hitze und
schwerer Erntearbeit sich Hände falten zum Lob Gottes und wo
der Mund sich öffnet zum Lob- und Dankgesang, nur da stehen
wir in der rechten Erwartung des Heilandes der Welt.