-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 012c
Lugar/Ort:Camarero/Puiggari

Fecha/Datum:10/12/1978
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Grabschental, 6-12-1981
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Advent
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 21, 35 - 33
Skopus: Zeichen der Endzeit
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 12c - Lukas 21, 25 - 33
"Den Text lesen in 12a."
Die Adventszeit als Besinnungs- und Bußzeit will uns
vorbereiten auf das Kommen Jesu. Bei diesem Kommen unseres
Herrn denken wir nicht nur an das 1. Kommen Jesu vor fast
2.000 Jahren im Stalle zu Bethlehem, womit Gott ganz konkret
eine Geschichte der Hilfe für uns Menschen begann, sondern
besonders an die Vollendung der Geschichte seiner Hilfe, die
mit einem 2. Kommen Jesu Christi verbunden ist, der das
Reich Gottes vor allen sichtbar auf dieser Erde aufrichten
wird. Und dieses 2. Kommen wird mit einem furchtbaren
Gericht über diese Welt verbunden sein und nur der, der
Jesus Christus in seinem Kommen im Stall zu Bethlehem
angenommen hat, wird nicht durch das Gericht getroffen
werden. Solch ein Mensch wird die Freude und Herrlichkeit
eines neuen Himmels und einer neuen Erde kennelernen, in der
Gerechtigkeit wohnt, in der alle Tränen getrocknet und aller
Schmerz beendet sein wird.
Und nach unserem Text liegt dieses alles zeitlich nahe vor
uns. Allerdings wird uns durch verschiedene Aussagen
eingeschärft, daß wir uns davor hüten sollen, über Zeit und
Stunde und Jahre zu spekulieren, wann das alles geschehen
wird. Stattdessen sollen wir allezeit bereit sein, diesem
wiederkommenden Herrn entgegenzugehen, uns auf sein Kommen
vorzubereiten.
Wenn uns auch das Spekulieren über Zeit und Stunde des
Kommens Jesu verboten ist, so gibt uns Gott doch immer
wieder Zeichen, woran wir erkennen können, daß das große
Ereignis immer näher gerückt ist:
"Es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen geschehen."
Die Natur und ihre Kräfte sind durch unsere Schuld
durcheinander geraten.
Die kommende Zerstörung dieser Welt macht sich bemerkbar.
Ehe ein Vulkan mit seinen zerstörerischen Kräften ausbricht,
kann man schon tagelang vorher ein Ächzen und Stöhnen in der
Erde vernehmen. Glücklich die Menschen, die beim Bemerken
solcher Anzeichen, sich sofort in Sicherheit bringen vor der
kommenden Verwüstung. Selig der Mensch, der die
Endkatastrophe an solchen Zeichen wie in unserem Text
angezeigt, sich nähern fühlt und sein ganzes Leben darauf
einstellt und nicht mit in das Gericht hineingezogen wird.
Ein anderes Kennzeichen des immer näherrückenden Endgerichts
wird uns so charakterisiert:
"Auf Erden werden die Völker voll Angst und Schrecken sein,
denn das Meer wird donnern und toben, und die Menschen
werden vergehen vor Furcht in der Erwartung der Dinge, die
da kommen sollen."
Im Sinne der Offenbarung ist mit MEER die ganze Völkerwelt
gemeint und von daher sagt uns unser Text:
Zu den Vorzeichen des Endes der Welt und damit des Kommens
Jesu Christi und der Verwirklichung des Reiches Gottes mit
einem neuen Himmel und einer neuen Erde, gehört es, daß das
menschliche Miteinander und das Zusammenleben der Völker und
Staaten aus den Fugen geraten ist. Mord und Totschlag machen
sich breit. Der eine gönnt dem andern nichts. Die Machthaber
nutzen ihre Macht aus, um sich zu bereichern und ihre
Untertanen zu unterjochen. Ein Volk erhebt sich um
Kleinigkeit willen gegen das andere, kriegerische
Auseinadersetzungen ohne Zahl. An immer grausamere
Mordwaffen wird gearbeitet. Zerstörungsgewalten werden
freigelegt, die die ganze Erde zu zerstören in der Lage
sind:
"Die Menschen werden vergehen vor Furcht in der Erwartung
der Dinge, die über die ganze Erde kommen werden."
Jünger Jesu sollen diese Zeichen des sich nahenden Endes
nicht übersehen, sondern sich vorbereiten auf die mit diesen
Zeichen verbundenen Zeiten der grausamen
Christenverfolgungen.
In all dem Schrecken und in aller Trübsal dieser
Endkatastrophen darf ein Christ wissen, durch dieses alles
hindurch wirkt Gott selbst, durch dieses alles kommt sein
Reich des Friedens und der Freude, durch dieses alles kommt
Er, der Herr, der Helfer und unser Heiland ist.
So wie ein Baum im Frühling die ersten grünen Blätter
sprießen läßt als Zeichen dafür, daß nun die Blüten und die
Früchte folgen werden und der Baum zur Erfüllung kommt, so
muß das Durcheinander zuerst auch kommen:
"Wenn ihr sehet, daß dieses alles geschieht, so wißt, daß
das Reich Gottes nahe ist.",
sagt uns unser Text. Er sagt sogar noch mehr:
"Und dann werden sie den Menschensohn in einer Wolke kommen
sehen mit großer Kraft und Herrlichkeit."
Alle Not und aller Schrecken dieser Endzeit, die uns das
Leben schwer machen will, sind geradezu für Christen die
Garantie, daß die Verwirklichung des Heils ganz nahe ist.
Inmitten aller Finsternis können sie am Horizont schon das
helle Licht einer neuen Zeit und einer besseren Welt
erkennen.
Am Ende des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung des
Johannes, hören wir Jesus sagen:
"Es ist wahr, ich komme bald.",
und wie die ganze christliche Gemeinde mit einer einzigen
Stimme sehnsuchtsvoll antwortet:
"Ja, Herr Jesu, komme bald!"
Wenn schon zu Zeiten der Apostel und in der ersten
Christenheit die Zeichen der Endzeit erkennbar waren, sodaß
sogar aus diesem Grunde die Adventszeit im Rhythmus des
Kirchenjahres eingeführt wurde, und sich im Laufe der
Jahrhunderte diese Zeichen immer mehr vermehrt und
verbreitert haben, so haben sie heute ein Ausmaß angenommen
wie noch nie in der Geschichte. Darum wäre es heute
besonders dumm, diese Zeiten zu übersehen. Vor allen Dingen
wäre es für uns Christen ein sträflicher Leichtsinn, unser
Leben nicht auf das Kommen unserers Herrn Jesus Christus
auszurichten:
"Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit
Fressen und Saufen und mit alltäglichen Sorgen und daß
dieser Tag euch nicht plötzlich trifft wie eine Falle, denn
er wird über euch kommen, die auf der ganzen Erde wohnen."
Stattdessen sind wir aufgerufen, unser Leben nach dem Leben
Jesu auszurichten, unser Leben schon jetzt so zu gestalten,
daß die Welt erkennen kann, daß wir nicht nur auf einen
Herrn warten, der kommt, während alle anderen Herren dieser
Welt werden gehen müssen, sondern dieser kommende Herr gibt
uns heute schon die Kraft, unser Leben als Bürger der neuen
Welt zu gestalten und zu bekämpfen alle und alles, was uns
davon abhalten will.
Um diese Kraft dürfen wir jeden Tag neu unseren Herrn
bitten. Er selbst hat uns dazu die Möglichkeit gegeben,
indem er uns auffordert:
"Seid allezeit wach und betet, daß ihr stark genug seid,
diesem allen, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem
Menschensohn su bestehen."