-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 012a
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:26/12/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 6-12-1959
Camarero, 13-12-1959
Aldea Protestante, 25-12-1959
Reffino, 26-12-1959
Meroú, 26-12-1959
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Advent
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 21, 25 - 36
Skopus: Rechte Vorbereitung auf das Kommen des Herrn
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 12a - Lukas 21, 25 - 36
"Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und
Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie
werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden
brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht
und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden;
denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann
werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit
großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu
geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß
sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis:
Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jetzt
ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen und merket, daß jetzt
der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles
sehet, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich
ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß
es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber
meine Worte vergehen nicht. Hütet euch aber, daß eure Herzen
nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen
der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie
ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden
wohnen. So seid nun wach allezeit und betet, daß ihr würdig
werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen
soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn."

Wieder stehen wir am Anfang eines neuen Kirchenjahres.
Wieder stehen wir in der Adventszeit. Adventszeit bedeutet
Vorbereitungszeit auf eine wichtige Ankunft. Zuerst ist
selbstverständlich die Adventszeit eine Vorbereitungszeit
auf Weihnachten, da vor 2.000 Jahren dort im Rancho zu
Bethlehem der Sohn Gottes als ein Mensch wie wir auf diese
Erde kam und dann unser Heiland wurde.
Allerdings werden wir mit den ernsten Worten unseres Textes
daran erinnert, daß die Adventszeit nicht nur eine
Erinnerung an die geschehene Geburt Jesu ist, sondern sie
bedeutet, daß wir uns wirklich vorbereiten sollen auf eine
Ankunft, die jeden Augenblick eintreten kann.
Auf wen warten wir Christen?
Wer will zu uns kommen?
Schon während seiner irdischen Lebenszeit hat Jesus Christus
seinen Jüngern immer wieder gesagt:
"Ich komme wieder."
Und bevor er nach seiner Auferstehung zum Himmel auffuhr,
hat er seinen Jüngern bestätigt, daß er wiederkommen wird.
Und von Anfang an hat die Christenheit im Apostolischen
Glaubensbekenntnis bekannt:
"Ich glaube an Jesus Christus und daß er vom Himmel
wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten."
Das erste Kommen Jesu geschah in aller Ärmlichkeit und
Niedrigkeit in einer Krippe im Rancho zu Bethlehem. Das
zweite Kommen oder die Wiederkunft Jesu Christi geschieht in
aller Macht und Herrlichkeit, sodaß seine Freunde wie auch
seine Feinde ihn als den Herrn aller Herren erkennen können
und müssen. Den Einen wird er erscheinen als Erlöser und den
Anderen als Richter.
Wir wissen, daß es lange Zeiten in der Christenheit gegeben
hat, da man das Wort von der Wiederkunft Jesu Christi nicht
so ernst nahm und so recht nicht daran glaubte. Viele Sekten
sind aus diesem Fehler der Christenheit entstanden, daß sie
die Wiederkunft Christi nicht für wichtig hielten. Zu diesen
Sekten gehören auch die Adventisten, die diese Wiederkunft
zum Zentrum ihrer Lehre und unseres Glaubens gemacht haben.
Und wir müssen nun wirklich ganz neu als christliche Kirche
lernen, daß von Anfang an es das Wort Jesu gewesen ist, daß
er wiederkommt und daß wir dieses Wort nicht den Sekten
überlassen, sondern es als Christen ganz ganz ernst nehmen.
Die alte christliche Kirche hat jedenfalls unsere
Adventszeit nicht so sehr als eine Vorbereitungszeit auf
Weihnachten, sondern vielmehr als eine Vorbereitungszeit für
die Wiederkunft Jesu Christi verstanden.
Hier in unserem Text berichtet Jesus selbst von dieser
seiner Wiederkunft. Er gibt uns Zeichen, woran wir erkennen
können, daß seine Wiederkunft nahe ist:
"Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen,
und auf Erden wird den Leuten bange sein und sie werden
zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen und
die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor dem
Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch
der Himmel Kräfte werden sich bewegen."
Wenn wir dieses so lesen und hören, kommt uns wirklich schon
die Frage hoch: Leben wir nicht bereits in der Zeit, von der
Jesus hier erzählt, die die Endzeit ist? Ist es nicht schon
Wirklichkeit, daß die Wiederkunft Jesu bald geschieht?
Die ganze Welt und die Naturkräfte scheinen durcheinander
geraten zu sein. Und hat es je eine Zeit schon auf dieser
Erde gegeben, in der die Menschen sich über die Zukunft,
über das, was kommen wird, so gefürchtet haben wie heute?
Nein, nein, es bleibt dabei, daß das Ende nahe
herbeigekommen ist.
Das alles sind Zeichen, daß die Wiederkunft nahe ist. Die
Zeit, in der wir leben, ist letzte Zeit, ist der letzte
Advent.
Allerdings haben wir zu fragen, was bedeutet diese letzte
Zeit, dieser letzte Advent, was bedeutet die Wiederkunft
Jesu Christi für uns?
Jesus sagt, sie bedeutet für seine Jünger FREUDE:
"Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und
erhebet eure Häupter, darum, daß sich eure Erlösung naht."
Mit der Wiederkunft des Herrn beginnt für uns Christen die
große Friedens- und Freudenzeit. Es kommt die Erlösung aus
allen unseren Nöten und Sorgen, aus unseren Kümmernissen und
Krankheiten. Es kommt die Befreiung aus allen Bindungen
dieser Welt und die Befreiung aus jeder Sklaverei.
Es kommt die Zeit, da wir von einer unbändigen Freude
erfüllt werden, die mit Worten nicht zu beschreiben ist.
Alle Worte, selbst die Worte der Heiligen Schrift, reichen
nicht aus, um das zu beschreiben, was in der Wiederkunft
Jesu unser erwartet:
"Erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht!"
Nun gilt es aber auch, diese Ankunft nicht zu verschlafen,
sondern uns recht vorzubereiten.
Wir kennen doch sicherlich das Gleichnis von den 10
Jungfrauen, das Jesus ebenfalls seinen Jüngern im Hinblick
auf sein Wiederkommen erzählte.
Alle 10 Jungfrauen waren geladen, den Bräutigam zu empfangen
und in das Hochzeitshaus zu geleiten, wie es damals Sitte
war. Und alle hatten auch wirklich den Wunsch, dabei zu
sein. Aber nur 5 hatten sich in rechter Weise auf die
Ankunft vorbereitet und konnten in das Hochzeitshaus
eingehen. Die anderen wurden ausgeschlossen.
Auch wir als Christen sind berufen, dem wiederkommenden
Herrn entgegenzugehen und mit ihm in die ewige Seligkeit
einzuziehen, aber nur der wird einmal das Ziel erreichen,
der sich in genügender Weise vorbereitet hat.
Darum hat ja schon die frühe Christenheit die Advents- und
Weihnachtszeit im Kirchenjahr eingesetzt, damit wir immer
und immer wieder daran erinnert werden, daß wir uns
vorbereiten sollen auf das Kommen des Herrn, damit wir mit
ihm in die Herrlichkeit eingehen können und nicht wie die 5
törichten Jungfrauen von unserer Erlösung ausgeschlossen
werden.
Dieses Wort der Aufforderung, wachsam zu sein und sich
zuzurüsten auf den letzten Advent und auf das Kommen Jesu,
ist deswegen notwendig, weil die genaue Zeit und die Stunde
seiner Ankunft uns nicht bekannt ist.
Das war ja der große Fehler der Adventisten, daß sie nicht
damit zufrieden waren, was Jesus sagte:
"Ich komme bald!",
sondern sie wollten die genaue Zeit und Stunde wissen und
haben mit der Bibel in der Hand allerlei
Rechenkunststückchen angestellt, um den genauen Zeitpunkt zu
finden.
Aber jedesmal neu haben sie eine bittere Enttäuschung
erleben müssen und trotzdem bleiben sie dabei, ihre
Rechnerei sei richtig gewesen, nur habe sich das Kommen Jesu
deswegen verzögert, weil die Christen nicht den Sabbat
gehalten haben. Jetzt wird also der Sabbat als
Entschuldigung für ihre unbiblische Verrechnung angegeben.
Demgegenüber müssen wir als Christen daran festhalten, daß
wir wohl auf die Zeichen der Zeit achten sollen, um
festzustellen, jawohl, es ist letzte Zeit, der letzte Advent
ist angebrochen, das Wiederkommen Jesu ist nahe
herbeigerückt. Aber das Ausrechnen der genauen Jahre und der
Stunde ist uns von Jesus Christus selbst verboten. Er sagte
vor seiner Himmelfahrt:
"Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde meiner
Wiederkunft, die der Vater im Himmel allein seiner Macht
vorbehalten hat."
Gerade weil wir nicht die genaue Zeit oder Stunde seiner
Wiederkunft wissen, gilt es in ganz besonderer Weise, zu
jeder Zeit bereit zu sein, ihn zu empfangen.
Wie können wir uns nun auf das Kommen Jesu Christi recht
vorbereiten:
"So seid nun wach allezeit und betet!"
Jesus Christus fordert uns auf, daß wir uns dadurch auf sein
Kommen vorbereiten, daß wir allezeit mit ihm verbunden
bleiben, und zwar durch das Gebet.
Wer vor der Wiederkunft des Herrn mit ihm verbunden bleibt
im Gebet, indem er mit ihm spricht, ihm alle seine Not sagt,
ihm dankt für seine Hilfe, der wird, wenn Jesus kommt, ihn
sehen von Angesicht zu Angesicht und mit ihm in die ewige
Herrlichkeit eingehen.
Im Gebet dürfen wir unseren Herrn auch bitten, daß er uns
davor bewahre, uns auf sein Kommen nicht recht
vorzubereiten, indem wir Dinge tun, die ihm nicht gefallen,
die uns zu schlechten Christen machen.
Im Gebet dürfen wir Jesus Christus bitten, daß er uns alle
Tage Kraft gebe, auf ihn zu warten und nichts zu tun, was
uns von ihm wegtreibt und wovor uns Jesus Christus warnt, es
zu tun:
"Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit
Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme der
Tag schnell über euch."
Wir bereiten uns recht vor, wenn wir jederzeit bereit sind,
ihn zu empfangen, ohne uns über unser Tun schämen zu müssen,
ohne daß Jesus Christsus über uns traurig sein muß.
Zum Schluß macht Jesus Christus uns noch einmal darauf
aufmerksam, daß das, was er von seiner Wiederkunft sagt,
kein Márchen ist und kein Hirngespinst, sondern reale
Wirklichkeit, die eintrifft, wenn der Vater im Himmel das
Zeichen gibt.
Das Wort von dem 2. Kommen Jesu auf diese Erde in unsere
Mitte ist so wahr, daß er sagen kann:
"Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte von
meiner Wiederkunft werden nicht vergehen."
Möge diese Advents- und Weihnachtszeit mithelfen, daß wir
uns recht vorbereiten auf das letzte Kommen Jesu Christi!