-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 009b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/12/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 1-12-1963
Camarero, 8-12-1963
Diamante, 8-12-1963
Reffino, 15-12-1963
Meroú, 15-12-1963
Grabschental, 17-12-1964
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Advent
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Thessalonicher 5, 1-11
Skopus: Der Blick zum wiederkommenden Herrn
-1-Kirchenj.bis Weihnachten 9b- 1.Thessalonicher 5,1-11
"Text siehe 9a!"
Das ist das Besondere unseres christlichen Glaubens, daß er
sich nicht erschöpft in unserem alltäglichen Leben, in
unserem grauen Alltag. Wir warten auf etwas. Unser
christlicher Glaube läßt uns ausschauen auf etwas, was noch
kommt. Wir können und müssen noch besser sagen:
Wir erwarten nicht irgendeine Sache, nicht irgendein
Geschehen, sondern wir erwarten unseren Herrn Jesus Christus
hier auf Erden noch einmal mitten unter uns.
Durch Jesus Christus selbst wird uns bezeugt, daß wir unser
Leben auf sein zweites Kommen ausrichten dürfen, können und
müssen. Von Anfang an hat die christliche Kirche dieses
beachtet, und zwar so sehr, daß sie bei der Ordnung des
Kirchenjahres gleich am Anfang den Blick der Christen auf
die Wiederkunft Jesu Christi richten ließ.
Die Adventszeit verstehen wir so als eine Zeit, in der wir
in ganz besonderer Weise uns beschäftigen sollen mit dem was
unser Herr und Heiland uns von seinem 2. Kommen zu sagen
hat. Und wir können schon einigen Gruppen in der
Christenheit, wie den Adventisten, dankbar sein, daß sie in
einer eindringlichen Weise uns ermahnt haben, diese
Wiederkunft unseres Herrn nicht zu vergessen.
Besonders in einer Zeit, da man sie in der Tat zu vergessen
schien, war das sehr wichtig.
Aber diesen Gruppen in der Christenheit erging es wie der
Gemeinde zu Thessalonich ergangen war. Sie sah nicht mehr
mit ihrer ganzen aufmerksamen Spannung allein auf ihren
Herrn, der wiederkommen wollte, sondern verlor sich in
allerlei Spekulationen über die Fragen:
Wann kommt der Herr? oder in welcher Weise geschieht das
alles?
Aber uns als Christen ist es einfach nicht erlaubt, in den
Fragen der Wiederkunft unseres Herrn zu spekulieren, zu
träumen oder zu rechnen. Darum mahnt der Apostel Paulus:
"Von den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht
not euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der
Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht".
Diese Tatsache, daß
"der Herr kommt, wie ein Dieb in der Nacht",
verwehrt uns jedes Spekulieren, aber gleichzeitig mahnt sie
uns in einer deutlichen Weise, es nie zu vergessen, daß der
Herr kommen kann zu jeder Zeit. Das Wissen darum, daß Jesus
Christus jeden Augenblick mitten unter uns in sichtbarer
Gestalt treten kann, soll uns bereit machen, ihn jeden
Augenblick zu empfangen. Ein Christ, der um das Kommen
seines Herrn weiß, lebt anders als ein Mensch, der von
dieser einzigartigen Hoffnung nicht erfüllt ist.
Der Mensch, der seine ganze Hoffnung auf den wiederkommenden
Herrn setzt, hat es nicht nötig, sich an die Dinge dieser
Welt zu verkaufen. Ein auf den Herrn wartender Mensch weiß,
daß sein Hab und Gut und Geld für ihn keine Dinge sind, auf
die er sein Leben aufbauen kann. In einem Nu kann sein Herr
Jesus Christus dieses alles zerschlagen.
Aber das, was sein Herr, wenn er kommt, ihm gibt, bleibt
ewig. Ein auf den Herrn wartender Mensch, der hier in Armut,
Not, Krankheit und Sorgen, sein Leben führen muß, braucht
nicht zu verzweifeln, braucht nicht mutlos zu werden, denn
sein Herr wird, wenn er kommt, seine Traurigkeit in Freude
verwandeln und ihn in die ewige Herrlichkeit einführen. Für
uns als Christen, die wir auf unseren Herrn warten, macht es
nichts aus, wenn wir nicht die genaue Zeit der Wiederkunft
wissen, daß der Herr kommen wird wie ein Dieb in der Nacht,
weil wir unser Leben so führen, daß er jederzeit kommen
kann. Und immerwieder hat es sogar Zeiten gegeben, in denen
sich Christen nach ihrem Herrn sehnten und ihn baten:
"Ja, komm Herr Jesu, komme bald!"
Während für seine Jünger Jesus Christus wiederkommt, um sie
in die ewige Herrlichkeit zu führen, bringt er über die, die
nichts von ihm wissen wollen, die nichts nach seinem Worte
fragen, ein strenges Gericht.
Für Jünger Jesu ist sein Erscheinen hellstes Licht, für
seine Feinde und für die, die nichts von ihm wissen wollen,
tiefste Nacht. Nun mahnt der Apostel Paulus nochmals:
"So lasset uns nicht schlafen, wie die anderen, sondern
lasset uns wachen und nüchtern sein!"
Auch für Christen, die von der Hoffnung auf den kommenden
Herrn erfüllt sind, gilt es, zu wachen, sich auf den Advent
ihres Herrn vorzubereiten. Darum ja gibt es die Adventszeit
im Kirchenjahr. Sie galt ursprünglich nicht zur Vorbereitung
auf Weihnachten, sondern als Vorbereitung eben auf das 2.
Kommen Jesu Christi.
Wir erhalten in unserem Text auch eine Anweisung rechter
Vorbereitung. Wie heißt es dort:
"Wir aber, die wir des Tages sind, sollten nüchtern sein,
angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit
dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit."
Das bedeutet einmal: Rechte adventliche Vorbwereitung ist,
sich immer fester im Glauben an den einen Herrn Jesus
Christus gründen lassen, nach dem Wort des Herrn fragen und
forschen und im Gebet in immer engere Verbindung mit ihm
treten.
Zum 2. bedeutet es auch, ein wenig von der Liebe, die der
Herr an uns gewandt hat, an andere weiterzugeben. Das
geschieht dadurch, daß wir unseren Nachbarn, Freunden und
Bekannten, auch denen, die uns unsypathisch sind, helfend zu
begegnen. Und zum letzten heißt es, wirklich unsere ganze
Hoffnung, im Leben und im Sterben, allein auf Jesus Christus
zu setzen, der unser Erretter und Erlöser ist, der uns bei
seinem Kommen einer herrlichen Zukunft entgegenführt.
Wer von uns sich so vorbereitet auf das 2. Kommen, der
bereitet sich ebenfalls in rechter Weise auf Weihnachten
vor, der lernt die Bedeutung des ersten Kommens Jesu Christi
recht verstehen. Zu solch einer Vorbereitung laßt uns immer
wieder neu gegenseitig ermuntern, damit wir gemeinsam recht
vorbereitet unsere Blicke zum wiederkommenden Herrn lenken
Kónnen.