-1-Kirchenjahr bis Weihnachten 007b
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:29/11/1962
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Diamante, 8-12-1962
Paraná, 9-12-1962
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Advent
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Römer 13, 8; 11 - 14
Skopus: Das Kommende überstrahlt unsre Adventsvorbereitung
-1-Kirchenjahr bis Weihnachten-7b- Römer 13, 8; 11 - 14
"Seid niemand nichts schuldig, als daß ihr euch
untereinander liebet; denn wer den anderen liebt, der hat
das Gesetz erfüllt. Vers 11-14 siehe 7a."

Wieder stehen wir in der Adventszeit. Wieder soll es uns
Christen deutlich werden, daß Gottes Handeln an uns Menschen
noch nicht zu Ende ist.
Durch die Adventszeit erinnert uns die christliche Kirche
daran, daß von der Seite Gottes her noch etwas zu erwarten
ist. Eine christliche Gemeinde im Advent ist eine wartende
Gemeinde. Gott will um unsretwillen noch etwas tun.
Die Adventszeit im Kirchenjahr soll uns Christen die
Möglichkeit geben, unsere Blicke zu richten auf das, was
Gott an uns und um unsretwillen noch tun will.
Die Adventszeit möchte uns alle miteinander einladen, uns
auf das Neue, das wir noch erwarten, vorzubereiten.
Das ist der eigentliche Sinn der Adventszeit, also nicht so
sehr die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Vielleicht ist
es ganz gut, uns zuerst erinnern zu lassen an das, was Gott
bereits für uns getan hat. Er hat uns, die wir von ihm
weggelaufen waren, wieder zurückgeholt, und zwar durch
seinen eigenen Sohn Jesus Christus, den er zu uns auf die
Erde sandte. Durch das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes
um unsretwillen hat er uns die Tür zur ewigen Seligkeit und
Herrlichkeit wieder aufgeschlossen. Das Kreuz auf Golgatha
ist der Schlüssel zum Hause unseres Vaters im Himmel, ist
der Schlüssel zum Himmelreich. Die ewige Seligkeit gilt
allen denen, die diesen Schlüssel haben.
Die Gemeinde Jesu Christi ist eine Schar von Menschen, die
diesen Schlüssel geschenkt bekommen haben.
Und was ist das, was Gott noch für uns tun will und worauf
wir warten?
Gott will das, was er uns versprochen hat und wozu er uns
den Schlüssel bereits gegeben hat, in Erfüllung gehen
lassen. Uns soll die ewige Seligkeit zuteil werden. Wir
dürfen wirklich mit dem uns gegebenen Schlüssel die Tür zum
Hause unseres Vaters im Himmel aufschließen und durch diese
Tür zur ewigen Freude und Herrlichkeit eingehen. An diese
Verwirklichung und Erfüllung denken wir in der Adventszeit.
Und mit jedem Tag der Weltgeschichte kommen wir dieser
Erfüllung näher. An einem jeden Tag und zu jeder Stunde kann
dieses Ereignis über uns hereinbrechen.
Wir wissen auch aus dem Zeugnis der Heiligen Schrift, daß
dieses alles geschehen wird in der Verbindung mit der
Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. So spricht der
Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer in unseren
Versen von diesem besonderen Ereignis, das immer näher auf
uns zukommt:
"Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlafe, denn unser Heil
ist nahe. Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag aber ist nahe
herbeigekommen."
Am Ende der Tage schafft Gott einen neuen Himmel und eine
neue Erde, ja, er schafft den Himmel auf Erden.
Die ewige Seligkeit, die Gott uns schenkt, wird eine
Neuschöpfung Gottes sein, die er heraufführt, wenn Jesus
Christus als König und Herr noch einmal auf diese Erde zum
Heil seiner Gläubigen kommen wird.
Und wenn wir einmal ganz nüchtern die Lage unserer Welt und
die Situation der ganzen Menschheit ein wenig näher
betrachten, dann müssen wir schon sagen, daß dieser Tag
schon sehr nahe gerückt ist. Wir leben direkt im Advent der
Wiederkunft Jesu Christi. Über uns kann jeden Augenblick
dieses Ereignis hereinbrechen.
Gerade uns heute in dieser kritischen Zeit gilt das Wort
unseres Herrn:
"Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und
erhebet eurte Häupter darum, daß sich eure Erlösumng naht."
Wenn aber dieses Ereignis, das die Erfüllung aller unserer
Sehnsüchte und Hoffnungen bringt, so kurz vor der Tür steht,
dann bedeutet das, daß unser tagtägliches Leben auch eine
andere, eine ganz bestimmte Richtung bekommen muß.
Das ist das, was der Apostel Paulus uns durch diesen Text
sagen will. Wir können als Menschen im letzten Advent nicht
so leben, wie wenn es keine Hoffnung mehr für uns gäbe.
Was erwartet Gott von uns in dieser Zeit vor der Erfüllung
unserer Erlösung? Was sollen wir in dieser Zeit der
Vorbereitung und für die Vorbereitung tun?
"Seid niemand etwas schuldig, außer daß ihr euch
untereinander liebet, denn wer den anderen liebt, der hat
das ganze Gesetz erfüllt."
Sollte es nicht eigentlich selbstverständlich sein, daß die,
die einmal in der ewigen Seligkeit vor dem Thron Gottes
miteinander verbunden sein werden, sich schon hier auf Erden
in Liebe begegnen, einander helfend beistehen?
Sollte es von uns als Christen nicht heißen, wie es einmal
die Heiden über die ersten Christen gesagt haben,
anerkennend gesagt haben:
"Seht, wie haben die Christen sich so lieb!"
Paulus erinnert uns aber durch unseren heutigen Text auch
daran, daß wir im Wissen um die kommende und zu erwartende
Herrlichkeit uns selbst nicht mehr so wichtig nehmen zu
brauchen.
Es ist ja immer ein Zeichen dafür, daß ein Mensch sich
selbst zu wichtig nimmt, wenn er anfängt zu fressen und zu
saufen, und seine geschlechtlichen Begierden außerhalb der
Gesetze zu befriedigen, wenn er rechthaberisch ist, wenn er
nur sich selbst etwas gönnt und den anderen Menschen alles
neidet.
"Lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!"
Das ist die Haltung der Menschen, die nicht wissen, was
morgen sein wird; die keine Hoffnung kennen; die keine
Zukunft haben und darum alles anstellen, um sich und ihrem
Körper das zu geben, was sie meinen nötig zu haben und
gebrauchen zu müssen. Der Bauch ist ihr Gott.
Wer aber weiß, daß sich bald die größten Hoffnungen seines
Lebens erfüllen werden und er ein glücklicher Mensch sein
wird, der kann seinen Blick mehr auf Jesus Christus richten,
der kommt und die ewige Seligkeit uns mitbringen wird.
Wer weiß, daß er im zweiten Advent lebt, daß die Wiederkunft
Christi nahe ist, der streckt sich danach aus, recht
vorbereitet seinem Herrn entgegenzugehen, der nimmt dieses
Leben, sich selbst und seinen Körper nicht mehr zu wichtig,
sondern setzt sich mit seinem Körper an die 2. und 3.
Stelle. Die erste Stelle in seinem Dichten und Trachten
nimmt immer die Frage nach der rechten Vorbereitung zum
Empfang des wiederkommenden Jesus Christus ein. Und diese
Frage nach der rechten Vorbereitung wird überstrahlt von der
Freude darüber, daß unsere Erlösung schon nahe
herbeigekommen ist.