Gesammelte Notizen über das Weihnachtsfest
Notizen 100
Lugar/Ort:-
Fecha/Datum:1982
Resumen/Skopus:


Weihnachten - mittelhochdeutsch = ze den wihen nahten
= ist ein altgermanisches Fest, das beim Tiefstand der Sonne
gefeiert wurde, zur WINTERSONNENWENDE und galt als Wiedergeburt
der Sonne. Die Wintersonnenwende umfaßt die Zeit vom 24.12. bis
6.1.
Weihnachten ist nicht das ursprüngliche Geburtstagsfest Christi,
sondern am Anfang hat die Christenheit, vor allem im Osten, das
Epiphaniasfest am 6. Januar als Geburtstagsfest Christi gefeiert.
Wann wurde Christus, besonders an welchem Tage, wurde Jesus
Christus geboren?
Das wissen wir nicht genau.
Die Feier der Weihnacht am 25. Dezember beginnt seit 354 nach
Christus, bis dahin also der 6. Januar, und zwar in Rom, und zwar
gab es zuerst großen Widerstand in der Kirche dagegen, besonders
in Anpassung an die damaligen heidnischen Sitten
Das Weihnachtsfest wurde gefeiert als Sieg über das Heidentum,
Jesus Christus ist die hellste und größte Sonne, und verbreitete
sich von Rom aus über den Westen und über den Osten. Der 6. Januar
verblaßte dadurch.
Kaiser Julian II (565-578) machte diesen Tag zu einem
verbindlichen Fest für sein römisches Reich.
Kein Fest ist so volkstümlich geworden wie dieses:
Weihnachtssterne, Krippe, Krippenspiele, Weihnachtssingen,
Weihnachtsbaum und Weihnachtsbescherung.
In der alten Kirche gab es am Christfest 3 Messen (Gottesdienste).
Die evangelischen Kirchen behielten das Fest bei und vereinfachten
die gottesdienstliche Form, bereicherten aber die volkstümliche
Ausgestaltung in Anlehnung an die Krippenspiele, die schon seit
dem 12. Jahrhundert bekannt sind, und zwar im Gottesdienst selbst.
Es fand ein Gespräch mit Maria und Josef und einer Anbetung des
Kindes statt. Später kamen die Hirten dazu und zum Schluß die
Könige mit Herodes und den Schriftgelehrten und auch das Geschrei
der Kinder, die von den Soldaten Herodes getötet werden.
Wegen des Realismus dieser Spiele haben verschiedene Bischöfe sie
verboten, aber in verschiedenen Formen haben sie sich bis heute
erhalten.
Der Weihnachtsbaum ist das Symbol des deutschen Weihnachtsfestes.
1539 wird er zum ersten Male im Elsaß erwähnt, geschmückt, aber
ohne Kerzen.
1708 wird uns zum ersten Male von Lieselotte von der Pfalz von
einem Lichterbaum berichtet.
Im 19. Jahrhundert setzt er sich in ganz Deutschland durch.
In der neuesten Zeit wird er mehr und mehr von der ganzen Welt
übernommen, wenn vielleicht auch in der primitiven Form als
künstlicher Plastikbaumm verbunden mit einer Kommerzialisierung.
Wie stehen wir heute dazu?
Zurück zum Zentrum des weihnachtlichen Geschehens im Stall zu
Bethlehem. Weg von der Verniedlichung als ein Märchen für kleine
Kinder, weg vom Nikolaus (Pelznickel) und Knecht Ruprecht und hin
zu einem neuen Bemühen um die rechte Form, die mehr das
Wesentliche hervortreten läßt.

Karl Schwittay