Comisión: Ökumenische Trauungen
Documento 086
Lugar/Ort:ConferenciaPlenaria Past.
Fecha/Datum:1976
Resumen/Skopus: Empfehlungen für die Gemeinden und für den Rat der Kirche 1976


Conferencia Pastoral Plenaria
Igles. Ev. del Río de la Plata

Comisión: CASAMIENTOS ECUMÉNICOS

Am 18.3. und am 10.5. trafen sich die Pfarrer Schwittay, Kilian
und Schimpf zu eingehenden Beratungen über das Thema: Ökumenische
TRAUUNGEN.
Die Fragestellung lautet: soll den Pfarrern der Evgl. Kirche am
Río de la Plata freigestellt werden, an ökumenischen Trauungen
teilzunehmen, oder soll an der Empfehlung des Rates der Kirche
festgehalten werden.
A.
Ostern 1969 hat der Rat der Kirche empfohlen, daß Geistliche
unserer Kirche nicht bei ökumenischen Trauungen asistieren sollen,
wenn diese in der katholischen Kirche gehalten werden. Diese
Empfehlung ist 1969 auf der Gesamtpfarrkonferenz (Punkt 13 des
entsprechenden Protokolls) als für alle Gemeinden der EKaLP
verbindlich erklärt worden. Bei der Empfehlung (Rat der Kirche)
bzw. Weisung (Pfarrkonferenz) war man bestrebt, sich die
allgemeine Praxis in der Evgl. Kirche in Deutschland zueigen zu
machen. Aufgrund der päpstlichen Enzyklika "Motu propio"und den
Ausführungsbestimmungen der deutschen katholischen
Bischofskonferenz über die rechtliche Ordnung
konfessionsverschiedener Ehen (s. dort besonders die Punkte 4 und
5) ist die Begründung der Empfehlung des Rates der Kirche von 1969
weggefallen.
Wie aus der 1971 von der deutschen katholischen Bischofskonferenz
und dem Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands gemeinsam
herausgegebene Agende für "gemeinsame kirchliche Trauungen"
hervorgeht, bestehen in Deutschland keinerlei Schwierigkeiten im
Blick auf Durchführung und Anerkennung einer ökumenischen Trauung.
B.
Wegen der sehr unterschiedlichen Situation in den verschiedenen
Gemeinden unserer Kirche können wir keine allgemeingültige
Empfehlung für die Teilnahme evangelischer Geistlicher an
ökumenischen Trauungen geben.
In Asunción und Montevideo verhält sich die katholische Kirche im
Blick auf Trauungen konfessionsverschiedener Partner sehr liberal,
teilweise über Erwarten entgegenkommend. In beiden Gemeinden
werden ökumenische Trauliturgien auf der Basis der oben
angeführten Agende für "gemeinsame kirchliche Trauungen"
erarbeitet. Eine in der Evangelischen Kirche bei Assistenz eines
Katholischen Geistlichen gehaltene Trauung wird kirchenrechtlich
ebenso anerkannt, wie eine Trauung, die in der katholischen Kirche
bei Assistenz eines evangelischen Geistlichen gehalten wird.
Wir empfehlen den Pfarrern dieser Gemeinden die Teilnahme an
ökumenischen Trauungen in ihre seelsorgerische Verantwortung zu
stellen.
Für Argentinien können wir diese Teilnahme eines evangelischen
Pfarrers an einer ökumenischen Trauung zur Zeit nicht empfehlen.
Begründung:
1. In vielen Diözesen Argentiniens werden die vatikanischen
Bestimmungen im Blick auf die ökumenischen Trauungen (Motu Propio)
nicht berücksichtigt, sondern es wird weiterhin nach der alten
rigorosen Weise verfahren.
2. Selbst dort, wo die neuen Normen beachtet werden, gibt es noch
Bestimmungen, die von uns nicht akzeptiert werden können;
a) Eine Dispens von der kanonischen Form der Trauung wird nur für
eine Ziviltrauung, NICHT aber für eine evangelische Trauung
erteilt.
b) Ein katholischer Geistlicher darf nicht an einer Trauung
teilnehmen, die in einer evangelischen Kirche gehalten wird, auch
wenn es sich um konfessionsverschiedene Partner handelt.
c) Bei einer ökumenischen Trauung in einer katholischen Kirche
kann der evangelische Geistliche nur folgende Stücke übernehmen:
Ermahnung, Gebet und Beglückwünschung des Paares.
d) Eine starke Guppe innerhalb der katholischen Kirche
Argentiniens zweifelt sogar grundsätzlich die Teilnahme eines
evangelischen Geistlichen bei einer kirchlichen Trauung an.
(Quellen: Normas para los matrimonios mixtos de la Conferencia
Episcopal Argentina en Información Ecuménica 004-14/1972 - Brief
des Erzbischofs von Paraná Tortolo an Pfr. Schwittay - Revista
Litúrgica Argentina I/73(
C. Bei einem Gespräch mit Pfarrer Schwittay äußerte der
Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz Erzbischof Dr.
Tortolo, daß er es begrüßen würde, wenn unsere Kirchenleitung
einen Vorstoß unternehmen würde und an die argentinische
Bischofskonferenz herantreten würde mit der Bitte, daß man dort
doch die bisherige Praxsis bei Trauungen von
konfessionsverschiedenen Partnern aufgeben bzw. revidieren möge,
um sie auf diese Weise an die in anderen Ländern (z.B.
Deutschland)) übliche Praxis anzugleichen. Dr. Tortolo bat, dabei
die vorhandenen diesbezüglichen Dokumente aus Europa (Deutschland)
zur Verfügung zu stellen (z.B. Die Ausführungsbestimmungen der
deutschen katholischen Bischofskonferenz zu "Motu propio", sowie
die Agende für die Trauung konfessionsverschiedener Partner.
Die Unterzeichneten bitten den Rat der Kirche in diesem Sinne
einen Vorstoß zu unternehmen.

Buenos Aires, den 10. 5. 1976

gez. gez. gez.
K. Schwittay E. Kilian K. Schimpf