Unser Weg der ökumenischen Entwicklung.
Referat 072
Lugar/Ort:Montevideo/Uruguay
Fecha/Datum:1970
Resumen/Skopus: Referat für die Gesamtpfarrkonferenz in Montevideo vom 5.-9.11.1970. "Was könnte ein wesentlicher Beitrag unserer Evangelischen Kirche am La Plata für die weitere ökumenische Entwicklung auf eine größere Kircheneinheit sein?" Der Vortrag liegt auch spanisch vor.

 
I. Was könnte ein wesentlicher Beitrag unserer Evangelischen
Kirche am La Plata für die weitere ökumenische Entwicklung auf
eine größere Kircheneinheit sein, und zwar an Hand einer durchaus
kritischen Betrachtung unserer Vergangenheit als
1. eine Kirche der Reformation;
2. eine Kirche der Union;
3. eine Einwandererkirche deutscher Herkunft;
4. eine Kirche im LA PLATA - RAUM? 
1.. Kirche der Reformation:
Das Festhalten an der Bezeugung der Heiligen Schrift, daß im
Evangelium von Jesus Christus, als dem Herrn der Kirche, allein
der Schlüssel zum Verständnis Gottes, dieser Welt und der
Menschheit gegeben wird und gleichzeitig auch die Hilfe, um in der
Setzung der Kirche unsere Aufgaben als Menschen inmitten dieser
Welt zu erfüllen.
a) Von der lutherischen Reformation her das Evangelium von Jesus
Christus besonders als Gabe betont,
b) von Calvin als Aufgabe und
c) von Zwingli als "politicum".
(Immer gebunden an das Evangelium.)
2. KIRCHE DER UNION.
Die Beziehung der in der Kirche der Union geschenkten Erfahrung,
daß die differenzierte Akzentuierung der Bezeugung des Evangeliums
von Jesus Christus in der Reformation Bruderschaft und
Kirchengemeinschaft nicht unmöglich macht, sondern bereichert,
gibt die Möglichkeit, daß eine so geprägte Kirche beim Zentrum,
bei der ihr eigentümlichen Bestimmung und an der Arbeit bleibt.
Damit sind Voraussetzungen vorhanden, neu das Wagnis der
Bruderschaft und der Kirchengemeinschaft mit weiteren Kirchen
anderer Akzentuierungen oder Traditionen einzugehen.
(Frei für die Bruderkirche.)
3. EINE EINWANDERERKIRCHE DEUTSCHER HERKUNFT.
a) Das Nichtaufgeben der von Anfang an in der Evangelischen
Christenheit in Deutschland praktizierten Bemühung, unseren
christlichen Glauben, die Wirklichkeit der Kirche, die Welt des
Glaubens und unsere Umwelt theologisch-wissenschaftlich zu
erfassen und zu bewältigen.
b) Die Pflege eines gesunden Pietismus, nicht quietistischer Art,
in seinen mannigfachen Ausprägungen, zugleich als Korrektiv zu dem
Vorhergesagten.
c) Die Auswertung der vielen in der evangelischen Christenheit in
Deutschland angepackten Aufgaben diakonischer, sozialer und
gesellschaftspolitischer Art als ANREGUNG unserer Aufgaben.
4. EINE KIRCHE IM LA PLATA-RAUM.
a) Die Notwendigkeit des Ausbrechens aus dem Ghetto unserer
nationalen, sprachlichen und kulturellen Vergangenheit, allerdings
mit der dankbaren Feststellung, daß das Ghettosein uns
jahrzehntelang inmitten einer vom südländischen römischen
Katholizismus geprägten Welt das Festhalten am evangelischen
Glauben ermöglicht hat, der sich aber fast ausschließlich nur als
GABE verstanden hat.
b) Die Notwendigkeit des weiteren Sichöffnens für die kirchliche
Umwelt, das dazu führen müßte und führen würde, das Evangelium
nicht nur als Gabe, sondern auch als AUFGABE und als POLITICUM
hier im La Plata-Raum eindeutiger zu verstehen.
c)) Die Notwendigkeit des Sichöffnens und Engagierens für die uns
umgebende Welt mit ihren Fragen, Problemen, Nöten und Sorgen und
Schwierigkeiten.
d) Die Notwendigkeit der Bescheidung bei der Ausführung unseres
christlichen Zeugnisauftrags im La Plata-Raum
auf die dynamische Gestaltung unseres eigenen kirchlichen Lebens,
auf die gegenseitige Hilfestellung ökumenischer Art der
verschiedenen Kirchen und Gemeinden, besonders aber auch zur
römisch-katholischen Kirche,
auf die Mitarbeit, möglichst auch mit anderen Kirchen, ganz
konkreter mitmenschlicher usw. Aufgaben.
Ein, nach meiner Sicht möglicher Beitrag von unserer Evangelischen
Kirche am La Plata für die weitere ökumenische Entwicklung wäre
also:
1. Das Festhalten an der Bezeugung des Evangeliums als Gabe,
Aufgabe und POLITICUM.
2. Die Erfahrung, daß dieses in EINER Kirche möglich ist.
3. Die Bejahung einer gründlichen theologischen Arbeit.
4. Die Pflege eines gesunden Pietismus.
5. Die Leitbilder diakonischer, sozialer und
gesellschaftspolitischer Aufgaben aus der evangeliscfhen
Christenheit in Deutschland.
6. Der Ausbruch aus dem Ghetto unserer nationalen, sprachlichen
und kulturellen Vergangenheit.
7. Die Notwendigkeit des Sichöffnens für unsere kirchliche Umwelt
und
8. für die uns umgebende Welt.
9. Die Notwendigkeit einer Bescheidung unseres Auftrags
auf ein dynamisches kirchliches Leben,
auf ökumenische Hilfestellung zwischen verschiedenen Kirchen und
Gemeinden und
auf die Ausführung ganz konkreter mitmenschlicher usw. Aufgaben. 
                                   Karl Schwittay
                                  
Referat für die Gesamtpfarrkonferenz in Montevideo vom 5.-
9-11-1970. 
 
 
 
 
II. En qué podría consistir una posible contribución de nuestra
Iglesia Evangélica del Río de la Plata a una evolución ecuménica
ulterior hacia una mayor unidad de las iglesias, tomando como base
una análisis crítico de nuestro pasado como Iglesia de la REFORMA,
como Iglesia de la UNION, como Iglesia de INMIGRACION, de origen
alemán, y como Iglesia de la CUENCA del PLATA?

1./ Nuestra iglesia como una Iglesia de la Reforma
Cabe perseverar en el testimonio de las Sagradas Escrituras, según
el [ + 7 Zeilen... bis] realidad que abarca toda la vida,
inclusive la pública.

2./ Nuestra iglesia como una Iglesia de la Unión
Cabe ratificar la determinación de afirmar la experiencia ganada
en la [ + 7 Zeilen... bis] cuyas tradiciones difieren de las de la
Reforma

3./ Nuestra iglesia como una Iglesia de Inmigración de origen
alemán
a) No deberíamos desistir de los esfuerzos que aspiran a concebir
nuestra fe [+ 4 Zeilen... bis] desde sus mismos comienzos.
(Hoja 2./)
b) Habría que fomentar el cultivo de un pietismo sano....
c) Deberíamos permanecer en contacto con la cristiandad evangélica
Alemana,...
d) Nuestro pasado podría servirnos de advetencia...

4./ Nuestra iglesia como una Iglesia en la Cuenca del Plata
a) En vista de las experiencias de nuestra iglesia aquí en el
pasado... [+ 8 Zeilen... bis] tan distinta de la nuestra.
b) Nuestra apertura hacia iglesias que conviven con nosotros [+ 3
Zeilen... bis] lo que a su vez, significaría
c) Que reconocemos la necesidad de abrirnos ya al mundo que nos
rodea, [+ 3 Zeilen... bis] Jesucristo en toda su multiplicidad.
d) Visto las grandes tareas que nos aguardan, no debemos ignorar,
sin embargo, [+ 11 Zeilen ... bis] proyectos bien concretos de
índole social y humana, no escatimando nuestra cooperación a tal
efecto.

Firmado: Carlos Schwittay, Aldea Protestante
Was könnte ein wesentlicher Beitrag unserer Evangelischen Kirche
am La Plata für die weitere ökumenische Entwicklung auf eine
größere Kircheneinheit sein, und zwar an Hand einer durchaus
kritischen Betrachtung unserer Vergangenheit als
1. eine Kirche der Reformation;
2. eine Kirche der Union;
3. eine Einwandererkirche deutscher Herkunft;
4. eine Kirche im LA PLATA - RAUM?

1.. Kirche der Reformation:
Das Festhalten an der Bezeugung der Heiligen Schrift, daß im
Evangelium von Jesus Christus, als dem Herrn der Kirche, allein
der Schlüssel zum Verständnis Gottes, dieser Welt und der
Menschheit gegeben wird und gleichzeitig auch die Hilfe, um in der
Setzung der Kirche unsere Aufgaben als Menschen inmitten dieser
Welt zu erfüllen.
a) Von der lutherischen Reformation her das Evangelium von Jesus
Christus besonders als Gabe betont,
b) von Calvin als Aufgabe und
c) von Zwingli als "politicum".
(Immer gebunden an das Evangelium.)
2. KIRCHE DER UNION.
Die Beziehung der in der Kirche der Union geschenkten Erfahrung,
daß die differenzierte Akzentuierung der Bezeugung des Evangeliums
von Jesus Christus in der Reformation Bruderschaft und
Kirchengemeinschaft nicht unmöglich macht, sondern bereichert,
gibt die Möglichkeit, daß eine so geprägte Kirche beim Zentrum,
bei der ihr eigentümlichen Bestimmung und an der Arbeit bleibt.
Damit sind Voraussetzungen vorhanden, neu das Wagnis der
Bruderschaft und der Kirchengemeinschaft mit weiteren Kirchen
anderer Akzentuierungen oder Traditionen einzugehen.
(Frei für die Bruderkirche.)
3. EINE EINWANDERERKIRCHE DEUTSCHER HERKUNFT.
a) Das Nichtaufgeben der von Anfang an in der Evangelischen
Christenheit in Deutschland praktizierten Bemühung, unseren
christlichen Glauben, die Wirklichkeit der Kirche, die Welt des
Glaubens und unsere Umwelt theologisch-wissenschaftlich zu
erfassen und zu bewältigen.
b) Die Pflege eines gesunden Pietismus, nicht quietistischer Art,
in seinen mannigfachen Ausprägungen, zugleich als Korrektiv zu dem
Vorhergesagten.
c) Die Auswertung der vielen in der evangelischen Christenheit in
Deutschland angepackten Aufgaben diakonischer, sozialer und
gesellschaftspolitischer Art als ANREGUNG unserer Aufgaben.
4. EINE KIRCHE IM LA PLATA-RAUM.
a) Die Notwendigkeit des Ausbrechens aus dem Ghetto unserer
nationalen, sprachlichen und kulturellen Vergangenheit, allerdings
mit der dankbaren Feststellung, daß das Ghettosein uns
jahrzehntelang inmitten einer vom südländischen römischen
Katholizismus geprägten Welt das Festhalten am evangelischen
Glauben ermöglicht hat, der sich aber fast ausschließlich nur als
GABE verstanden hat.
b) Die Notwendigkeit des weiteren Sichöffnens für die kirchliche
Umwelt, das dazu führen müßte und führen würde, das Evangelium
nicht nur als Gabe, sondern auch als AUFGABE und als POLITICUM
hier im La Plata-Raum eindeutiger zu verstehen.
c)) Die Notwendigkeit des Sichöffnens und Engagierens für die uns
umgebende Welt mit ihren Fragen, Problemen, Nöten und Sorgen und
Schwierigkeiten.
d) Die Notwendigkeit der Bescheidung bei der Ausführung unseres
christlichen Zeugnisauftrags im La Plata-Raum
auf die dynamische Gestaltung unseres eigenen kirchlichen Lebens,
auf die gegenseitige Hilfestellung ökumenischer Art der
verschiedenen Kirchen und Gemeinden, besonders aber auch zur
römisch-katholischen Kirche,
auf die Mitarbeit, möglichst auch mit anderen Kirchen, ganz
konkreter mitmenschlicher usw. Aufgaben.
Ein, nach meiner Sicht möglicher Beitrag von unserer Evangelischen
Kirche am La Plata für die weitere ökumenische Entwicklung wäre
also:
1. Das Festhalten an der Bezeugung des Evangeliums als Gabe,
Aufgabe und POLITICUM.
2. Die Erfahrung, daß dieses in EINER Kirche möglich ist.
3. Die Bejahung einer gründlichen theologischen Arbeit.
4. Die Pflege eines gesunden Pietismus.
5. Die Leitbilder diakonischer, sozialer und
gesellschaftspolitischer Aufgaben aus der evangeliscfhen
Christenheit in Deutschland.
6. Der Ausbruch aus dem Ghetto unserer nationalen, sprachlichen
und kulturellen Vergangenheit.
7. Die Notwendigkeit des Sichöffnens für unsere kirchliche Umwelt
und
8. für die uns umgebende Welt.
9. Die Notwendigkeit einer Bescheidung unseres Auftrags
auf ein dynamisches kirchliches Leben,
auf ökumenische Hilfestellung zwischen verschiedenen Kirchen und
Gemeinden und
auf die Ausführung ganz konkreter mitmenschlicher usw. Aufgaben.

Karl Schwittay

Referat für die Gesamtpfarrkonferenz in Montevideo vom 5.-
9-11-1970.