Die römisch-katholische Kirche und wir heute.
Gespräch 071
Lugar/Ort:Diamante
Fecha/Datum:1970
Resumen/Skopus: Gespräch mit Frauen in der Gemeinde. Diamante 20-5-1970.


Die römisch-katholische Kirche und wir heute, ein Gespräch mit
Frauen.

Die Begründung eines Gespräches:
1. Die Wirklichkeit des Katholizismus in der Begegnung mit unserem
eigenen Mann oder mit der Schwiegertochter und dem Schwiegersohn
usw.
2. Unsere Nachbarschaft..
3. Die katholische Kirche selbst sucht den Kontakt.
4. Vom einen Herrn Jesus Christus her.
5. Als Hilfe für die heutigen und kommenden Probleme.
DIE KATHOLISCHE KIRCHE VOR DEM KONZIL.
a) Die alleinseligmachende fanatische Kirche, alle anderen Kirchen
und Christen sind keine wahren Kirchen und Christen.
Marienverehrung, Heiligenverehrung. Autoritätsgläubigkeit:
Papst,Bischof u. Priester.
Was die Kirche sagte, mußte geglaubt werden. Man hielt den
einfachen Christen für dumm und gängelte ihn.
Die letzte Periode von Pius XII.
b) Die Zeit des Konzils; JOHANNES XXIII
Vorgeschichte:
1. Begegnung zwischen evangelischen und katholischen Christen in
Europa und in Deutschland während der Hitlerzeit. Private
gemeinsame Studien.
2. Die ökumenische Bewegung
3. Die 3. industrielle Revolution in Europa und Nordamerika. Atom-
und Raketenforschung. Automatisierung, dadurch
4. Zeitenwechsel:
Alte Traditionen haben keine Gültigkeit mehr. Alles muß neu
durchdacht werden. Die evangelische Christenheit ist von Anfang
an dafür geöffnet gewesen.
I JOHANNES XXIII
möchte seine Kirche ebenfalls den neuen Gegebenheiten anpassen,
darum Konzil:
Ein Ja zu den Quellen des Glaubens: HEILIGE SCHRIFT;
ein Ja zu der ökumenischen Bewegung, darum aktive Beobachter und
Mitarbeiter beim Konzil von fast allen anderen Kirchen. Es
entstehen Freundschaften zwischen katholischen Bischöfen und
evangelischen Kirchenführern.;
ein Ja zur WELT VON HEUTE.
Johannes XXIII läßt frische Luft in die Kirche.
II PAUL VI
versucht das Werk seines Vorgängers weiter zu führen.
Das ERGEBNIS DES KONZILS:
a) Die Kirche erkennt die Heilige Schrift als gleichwertig an,
nicht die Tradition wird vorgeordnet. Neu: Dreieck: Heilige
Schrift
Tradition Lehramt: Lehramt und
Tradition sind der Heiligen Schrift gleichgeordnet.
b) Die Kirche wird erklärt auf Grund der Heiligen Schrift:
DAS WANDERNDE VOLK GOTTES.
Es setzt ein Kampf ein zwischen dem biblischen Volk Gottes
Verständnis und der hierarchischen Struktur. Die Kirche soll nicht
herrschen, sondern dienen.
c) Ins Zentrum rückt immer mehr JESUS CHRISTUS. Maria und die
Heligen rücken in die Ecke.
d) Die Priester sollen mehr an die Bibel und an die Welt gebunden
sein, das Bischofsamt bekommt eine besondere Bedeutung.
e.) Der Christ selbst bekommt als Glied des Volkes Gottes seine
eigene Bedeutung. Er ist nicht mehr Untertan des Papstes oder
Bischofs.
f) Die Öffnung zum Ökumenismus hin, Anerkennung der GETRENNTEN
Brüder.
DIE ZEIT NACH DEM KONZIL
Paul VI, von dem Willen erfüllt, die Ergebnisse des Konzils
durchzuführen, macht 2 traurige Beobachtungen:
1. Die progressiven Kräfte wollen weiter.
2. Die konservativen Kräfte wollen nicht einmal die Beschlüsse des
Konzils durchführen.
Daran zerbricht Paul VI fast und handelt widersprüchlich.
H E U T E:
Eine große Reform ist bereits abgeschlossen, aber alles ist noch
zu Gange. Jedenfalls ist die römisch-katholische Kirche eine
andere:
a) Gottesdienst in der Landessprache
b) Christus in der Mitte
c) Es wird Gottes Wort gepredigt
d) Die Kirche öffnet sich den sozialen Fragen
e) Die Kirche arbeitet mit den anderen Kirchen.
Die PROGRESSIVEN KRÄFTE wollen mehr:
Nur Christus, die Heiligen sollen ganz verschwinden, auch Maria
soll an Bedeutung verlieren. Papst, Bischofs- und Priesteramt
sollen NUR EINE FUNKTION sein und die Priester der 3. Welt in
Lateinamerika (Theologie der Revolution).
Das gemeinsame Arbeiten zwischen den verschiedenen Kirchen bis hin
zum Abendmahl und Priesterweihe.
Geschehen in Holland:
Die Kirche widersetzt sich dem Papst, sogar Bischöfe und
Kardinale. Gemeinsame Abendmahlsfeiern mit Evangelischen.
Evangelische Pastoren erhalten die katholische Priesterweihe.
Ausgabe eines modernen Katechismus.
Die progressiven Kräfte erhalten schweren Schaden durch PAUL VI,
besonders in den Punkten:
a) Zölibat
b) Pillen
c) Starrheit in der Mischehenfrage.
Zum Schluß die
Situation in Argentinien und besonders in Diamante.

Carlos Schwittay

Gespräch mit den Frauen in der Gemeinde in Diamante am 20-5-1970.