Du gehörst Gott in deiner Arbeit!
Ansprache 048
Lugar/Ort:Viale
Fecha/Datum:1962
Resumen/Skopus: Ansprache am Lagerfeuer des Entre Ríos-Jugendtages 1962-19-6- nicht gehalten, wegen Regen und schlechte Wege.


Du gehörst Gott in deiner Arbeit!

Ihr lieben Jungen und Mädchen!
Die schönen Stunden des Zusammenseins gehen zu Ende.
DU GEHÖRST GOTT!,
das war die Botschaft, die wir gestern und heute gehört haben.
Wer diese Botschaft recht verstanden hat, kann nun eigentlich
nicht mehr anders als mit einem fröhlichen Herzen nach Hause
fahren.
Gott steht auf unserer Seite. Wir sind sein Eigentum. Er hält
seine helfende Hand über uns. Was könnte da noch unser Leben
verbittern?
Wer könnte da unsere Herzen noch traurig stimmen?
Haben wir Gott auf unserer Seite, dann haben wir alles, aber auch
alles, was wir zum Leben nötig haben. Wichtig ist es, daß diese
Freude darüber, daß Gott auf unserer Seite steht, daß wir zu Gott
gehören, nicht nur auf die Stunden des Beieinanderseins hier
beschränkt sein darf. Diese Freude sollen wir mitnehmen in den
grauen Alltag unseres Lebens hinein.
Ich denke jetzt dabei besonders an den grauen Alltag unserer
Arbeit. Wieviele Berufe mögen unter uns vertreten sein? Jeder von
uns wird morgen oder spätestens übermorgen bereits seiner Arbeit
nachgehen.
Diese Arbeit ist es, die den größten Teil unseres Lebens ausmacht.
Es spielt keine Rolle, was das für eine Arbeit ist, die wir
verrichten, ob auf dem Acker oder im Hause am Kochtopf oder in
einer OFICINA oder auf der Schulbank zur Vorbereitung auf einen
Beruf. Unsere Arbeit macht wohl den größten Teil unseres Lebens
aus.
Wenn wir von der Freude sprechen, die wir in unser alltägliches
Leben mitnehmen sollen, dann heißt das, daß die Freude darüber,
daß wir Gott gehören dürfen, uns auch bis in unsere Arbeit hinein
begleiten soll. Wir dürfen es wissen, daß Gott der Herr uns nicht
nur als der eine und wahre PATRON, dem wir verantwortlich sind, an
die Arbeit gestellt hat, sondern daß er uns bei unserer Arbeit
begleitet, uns helfend und auch segnend zur Seite steht.
GEHE SO MIT GOTT AN DEINEN ARBEITSPLATZ
und du darfst es dann wissen, daß er deine Arbeit segnen wird.
Es ist allerdings kein Geheimnis mehr, daß gerade die Welt der
Arbeit bei uns in Argentinien in einem Egoismus ohnegleichen durch
und durch vergiftet und fanatisiert ist.
Der PATRON sucht den Lohn eines Peons so niedrig wie möglich zu
halten. Was fragt er schon danach, wie sein Peon lebt.
Der PEON wiederum möchte am liebsten seinen Lohn erhalten ohne zu
arbeiten, wie sein PATRON es erwarten kann. Er vergißt, daß jeder
Peso, der nicht erarbeitet wurde, gestohlenes Geld ist.
Jeder bei uns sieht nur auf das Seine, auf seinen Nutzen. Wer
fragt schon dabei nach seinen Mitmenschen. Fast jeder macht es so,
ob Fabrikant oder Arbeiter, ob Bauer oder Geschäftsmann, ob Bürger
oder Regierung.
Das ist die Welt der Arbeit, in die wir alle miteinander jetzt
zurückkehren, eine Welt des Jagens nach Reichtum und Geld, ohne zu
fragen, ob wir dem anderen sein tägliches Brot wegstehlen.
Wenn wir sagten:
GEH MIT GOTT AN DEINE ARBEIT!,
dann ist unser Gott gemeint, der Himmel und Erde geschaffen hat
und heute noch in seiner Hand hält, dem alles gehört und der alles
einsetzen will, um dir zu helfen.
Wenn wir das recht verstanden haben, dann haben wir es als junge
Christen einfach nicht nötig, diese Jagd nach Reichtum und Geld
mitzumachen, wir stehen in Gottes Hand. Er wird uns schon
versorgen.
Geh mit Gott an deine Arbeit! Tue sie nicht gezwungen, sondern mit
ganzer Freude, denn Gott selbst ist es, der dich an die Arbeit
gestellt hat und dem du verantwortlich bist und der dich mit dem
versorgen wird, was dir zusteht.
Vielleicht wird manch einer durch deine Haltung bei der Arbeit
eingeladen, sich ganz in Gottes Hand zu legen und mit uns den
gleichen Weg als Gottes Kinder zu gehen.
DU GEHÖRST GOTT AUCH IN DEINEM BERUF UND IN DEINER ARBEIT!

Karl Schwittay

Ansprache am Lagerfeuer des ER-Jugendtages in Viale am 19-6-1962,
nicht gehalten wegen Regen und schlechter Wege.