BEGRÜSSUNG zum FRAUENTAG
Ansprache 034
Lugar/Ort:Aldea Protestante
Fecha/Datum:1957
Resumen/Skopus: 10-11-1957


Begrüßung zum Frauentag 1957.

Ihr lieben Frauen!
Nun ist der bereits so lang ersehnte FRAUENTAG gekommen. Worauf
wir uns hier im Dorfe schon so lange vorbereitet haben, darf heute
seine Erfüllung finden.
Wir waren uns von vornherein klar, daß heute nachmittag nur ein
kleiner Teil sich versammeln kann von den vielen Frauen, die wir
noch heute abend und morgen früh erwarten.
Wenn wir aber auch hier nicht so zahlreich vertreten sind, so
meine ich, daß es doch gut war, daß wir uns zu einer kurzen
Begrüßung versammeln und uns auch gegenseitig sagen, warum wir
hier zusammen gekommen sind und was wir hier wollen.
Zunächst einmal heiße ich euch alle, persönlich und auch im Namen
des Vorstandes, recht herzlich willkommen, die ihr aus den
auswertigen Gemeinden gekommen seid und auch ihr aus unserem Dorfe
und der näheren Umgebung: Hernandarias,
Vizcacheras,
Reffino,
Meroú,
Camarero,
Paraná,
Aldea Protestante,
Mutter Vöhringer.
Wir hoffen und wünschen, daß wir aus dem Dorfe unsere Häuser und
unsere Herzen weit geöffnet haben für unseren Besuch und wir
hoffen und wünschen, daß ihr von außerhalb euch heute und morgen
hier bei uns wohlfühlt und vielleicht auch manche neue Verbindung
für die Zukunft entsteht.
Wir wissen ja bereits, daß wir schon 2x hier das Jugendtreffen
unserer Gesamtgemeinde hatten und es hatte solchen Anklang
gefunden, daß schon viele Jungen und Mädchen mich vor Wochen
fragten, dürfen wir in diesme Jahre wieder zum Jugendtreffen nach
Aldea Protestante kommen?
Es war nicht leicht, in diesem Jahre das Jugendtreffen ausfallen
zu lassen und diesen Frauentag zu planen. Aber wir meinen, daß es
trotzdem richtig war, in diesem Jahre einmal die Frauen hierher zu
rufen, um mit ihnen uns einmal gemeinsam unter Gottes Wort zu
stellen und uns gemeinsam zu freuen.
Ich bin ja nun doch schon einige Zeit hier im Lande und habe es
erleben müssen, daß gerade die Frau auf dem Kamp ein hartes und
schweres Leben führen muß, oft ohne Erholung oder Freude.
Immer und immer wieder, tagein und tagaus vom frühen Morgen bis
zum späten Abend schwere Arbeit leisten zu müssen, ist ein hartes
Los.
Darum haben wir alle Frauen hierher eingeladen, damit sie einmal
ausspannen können von ihrer Arbeit und sich mit uns freuen und mit
uns Gottes Wort hören können.
Sehr gern hätten wir in dieser Stunde auch unseren Herrn Propst
Ostrowski mit seiner Frau begrüßt. Und sie beide hatten sich auf
diese Fahrt nach Aldea Protestante sehr gefreut. Die Vorbereitung
dafür war schon im Gange. Da kam das Urteil der Ärzte, daß die
Frau unseres Propstes sich schnellstens einer Operation
unterziehen muß, die durchaus schwierig werden könnte.
Herr Propst Ostrowski, der aus diesem Grunde nun nicht unter uns
sein kann, bittet die Frauen recht herzlich, ihm das nicht übel zu
nehmen. Ihm tut es sehr leid. Er läßt alle Frauen recht herzlich
grüßen.
Wenn wir das Programm einmal durchgehen, dann ist zuerst zu nennen
heute abend um 20.30 Uhr die musikalische Feierstunde, die unter
dem Motto steht:
"Es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken."
Unser Chor aus Aldea Protestante singt uns frohe Dankeslieder zum
Morgen, zum Mittag und zum Abend.
Morgen früh um 9 Uhr haben wir unseren Gottesdienst mit Beichte
und Feier des Heiligen Abendmahls, zu der Beichte und Feier des
Abendmahls sind in ganz besonderer Weise die Frauen und Mädchen
recht herzlich eingeladen.
Über das gemeinsame Asado-Essen, das wir morgen Mittag um 12 Uhr
halten und zu dem alle, auch unsere Männer und Kinder recht
herzlich eingeladen sind, ist nicht viel zu sagen. Nachmittag um
15.30 Uhr wollen wir auf dem Hofe vor der Kirche einen Vortrag
hören über das Thema:
"Die evangelische Frau im Haus und in der Gemeinde."
Dieser Vortrag ist gedacht nur für Frauen und Mädchen.
Um 19.30 Uhr wollen wir uns mit den Kindern freuen, die singend
und spielend das Märchen
"Das Sternenkind"
erzählen wollen.
Der Frauentag schließt mit der Schlußandacht um 21 Uhr.
Das ist der äußere Verlauf unseres Frauentages.
Alles das, was wir hier machen in Aldea Protestante, die
Gastfreundschaft, die Mühen des Chores, das Spielen der Kinder,
dient nicht zu unserer eigenen Ehre, damit wir in einen guten Ruf
kommen. Dieser ganze Frauentag soll auch nicht unsere
Gesamtgemeinde General Alvear verherrlichen, sondern es gilt das
Wort der Heiligen Schrift, das der Lehrtext für den heutigen Tag
sagt:
2. Kor. 4, 5
"Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er
sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen."
Das wäre der schönste Gewinn dieses Frauentages, wenn wir nach
Hause gehen könnten mit einer großen übermächtigen Freude darüber,
daß wir einen solchen Herrn und Heiland haben, der Jesus Christus
heißt.
Dieser Jesus Christus will mnit jeder Frau durch dieses Leben
gehen und ihr helfend beistehen in allen Nöten, Sorgen und
Gefahren.
Möchten wir alle doch es heute und morgen ganz laut und deutlich
hören:
Jesus Christus, der Sohn Gottes, liebt auch mich; Jesus Christus,
der Sohn Gottes, ist auch mein Heiland.
Und möchte diese fröhliche Gewißheit dich nie mehr verlassen,
nicht im Getriebe der Stadt, nicht im Tagewerk des Dorfes, nicht
in der Einsamkeit deiner Arbeit auf dem Kamp.
1."Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden;
mein Herz bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein
Wort ist wahr, sein Werk sind klar,
sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.
2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts
erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was
verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht
der treue Knecht, der für uns ist gestorben.
3. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du Herr Jesu
bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit
vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du
mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben."
Karl Schwittay

Begrüßung am Frauentag in Aldea Protestante am 10-11-1957.