JUGENDTREFFEN IN ALDEA PROTESTANTE
Artículo 032
Lugar/Ort:Rev. Parroquial
Fecha/Datum:1956
Resumen/Skopus:


JUGENDTREFFEN IN ALDEA PROTESTANTE,
von P. Engelbrecht aus Buenos Aires.
Zum zweiten Mal hatte die Gemeinde des "Protestantischen Dorfes"
in Entre Ríos die Jugend der Gemeinde gerufen. Sie kamen nicht nur
aus dem einheitlich evangelischem Ort selber, sondern auch von
weit her aus all den Dörfern und verstreuten Bauerhäusern, die mit
zur Gemeinde gehören. Die Nachbargemeinde Viale hatte zusammen mit
ihrem Pfarrer Vöhringer eine Jugendabordnung geschickt. In
gründlicher Vorarbeit war das Treffen von Pfarrer Schwittay
zusammen mit der Pfarrfrau so gut vorbereitet worden, daß am
29./30.9. selbst alle Organisation der Jugend selbst überlassen
werden konnte.- Unterbringung und Verpflegung der auswärtigen
Gäste, die Herrichtung der Kirche und Kirchplatz für die
Versammlungen, all das hatte die Gemeinde in eigene Leitung
genommen. Es war keine geringe Aufgabe, denn am Sonntag kamen weit
über 500 Menschen, fast ausschließlich Jugendliche, zusammen.
Es waren eben einfach a l l e dabei. Für mich, als Pfarrer aus
Buenos Aires, ein ganz erstaunliches Erlebnis.
Bei der Begrüßung am Sonnabend Nachmittag sprach auch der deutsche
Konsul aus Santa Fe, Herr Alexander Witzsche, und nahm
dankenswerter Weise eine Zeile der letzten Strophe des Hauptliedes
für den Tag auf: Herr, wir stehen Hand in Hand, Wanderer nach dem
Vaterland. Darum freuten wir uns als Weggenossen zu diesem Ziel:
Gottes Land, den argentinischen Lehrer des Ortes zu einem
Begrüßungswort unter uns zu haben. - Ich will loben den Namen des
Herrn, so lautete der Leitsatz, der die Tage durchzog, und in den
verschiednenen Ansprachen der drei Pfarrer immer neu entfaltet
wurde.
Bei der Abendmusik bekamen wir Gelegenheit zu hören, wie der Chor
von Aldea mit seiner Arbeit hilft, den Gemeindegesang zu
bereichern, während der Chor aus Camarero uns Proben aus dem
älteren Liedgut der Entre Ríosgemeinden gab.
Bei allen Veranstaltungen stand neben der Verkündigung und den
Liedern in deutscher Sprache, immer wieder auch beides in der
Landessprache. Es galt besonders für diejenigen, denen das
spanische Wort mehr zu Herzen geht.
Auch der Gottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls fand im
Freien statt, weil die Kirche die große Teilnehmerzahl nicht
gefaßt hätte. Gott zu loben für die Freiheit die die Gemeinde und
besonders der Einzelne durch unsern Herrn Jesus Christus erhalten
haben, war der Aufruf zur Dankbarkeit, mit ihm vorwärts zu
schreiten im Glauben mitten im menschlichen Leben, hieß die
Mahnung.
Der Nachmittag mit dem fröhlichen Preisrätselraten war von
drohenden Regenwolken ein wenig überdeckt, und von einem
Regenschauer auch unterbrochen.
Das Erstaunlichste des ganzen Treffens war aber zweifellos, wie es
gelungen war mit den Jungen und Mädchen das Märchen "Brüderchen
und Schwesterchen" mit eindrücklicher Gestaltungskraft
darzustellen. Nimmt man das mit der großen Teilnahme und bewegten
Anteilnahme der jungen Menschen an dem Tage zusammen, so darf man
mit großer Freude berichten, daß die Jugend dort entscheidende
Schritte tut, sich den Glauben der Väter ganz neu zu gewinnen, und
im zweifachen Sinn des Wortes vorwärts in ein neues Leben zieht.

M.E.
(Manfred Engelbrecht)