ZUM 70. GEBURTSTAGE VON KARL BARTH
Artikel 029
Lugar/Ort:Evangel. Gemeindeblatt
Fecha/Datum:1956
Resumen/Skopus: 5-1956
Zum 70. Geburtstag von Karl Barth, Professor del Theologie, für
das Gemeindeblatt im Mai 1956.

Am 10. Mai kann Karl Barth seinen 70. Gebuststag begehen und es
lohnt sich schon, einmal kurz daran zu denken, was er für die
Evangelische Kirche in Deutschland und damit auch für uns bedeutet
hat und noch bedeutet.
In einer Zeit, da die Evangelische Kirche in Deutschland auf einem
Wege war, der immer weiter von der Grundlage des evangelischen
Glaubens wegführte und den christlichen Glauben zu einer Religion
unter vielen Religionen werden liess, rief Karl Barth die
Evangelische Kirche durch seine Auslegung des Römerbriefes
-herausgegeben 1918 bzw. 1921- zurück zum alleinigen Fundament der
Kirche. Und dieses Fundament der Kirche und des christlichen
Glaubens ist ausschliesslich und allein Jesus Christus, wie er uns
in den Schriften des Alten und Neuen Testamentes bezeugt wird.
Um diesen Jesus Christus allein, neben dem es keine anderen Herren
gibt, ging es ihm in seiner ganzen theologischen Arbeit bis auf
den heutigen Tag.
*(Mit diesem Herrn Jesus Christus widerstand er den
antichristlichen Mächten des Nationalsozialismus und wurde aus
Deutschland ausgewiesen.) Unter Karl Barths Mitarbeit fand sich
die evangelische Christenheit zum Bekenntnis aufgerufen gegen die
in der Evangelischen Kirche zur Macht geKommene Irrlehre der
Deutschen Christen, die neben Jesus Christus (auch das
Deutschtum)+ als Grundlage ihres Glaubens proklamierten.
Die 1. These dieses gemeinsamen Bekennens im Jahre 1934 lautet:
"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt
zum Vater denn durch mich" (Joh.14,6)."
"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht
in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein
Dieb und Mörder. Ich bin die Tür, so jemand durch mich eingeht,
der wird selig werden."Joh. 10, 1-9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird,
ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und
im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehrew, als könne und müsse die Kirche
als Quelle ihrer Verkündigung ausser und neben diesem einen Wort
Gottes, auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gewalten und
Wahrheiten als Offenbarung anerkennen."
Wir spüren hier etwas von dem ganzen Ernst, der vorhanden ist,
wenn es um die Herrschaft Jesu Christi in der Kirche und im
Handeln des einzelnen Christen geht. Entweder sind wir echte
Kirche und kennen nur einen Herrn, der Jesus Christus heisst, oder
wir hören auch noch auf andere Stimmen und sind damit zu einer
falschen Kirche, zu einer Unkirche geworden. Entweder sind wir
echte Christen und tun nur das, was uns unser Herr Jesus Christus
befiehlt oder wir sind Heiden und Abgefallene, die auch noch
anderen Herren dienen und gehorchen, ganz gleich wie sie heissen
mögen.
So dient denn auch Karl Barth's Dogmatik, die bisher schon auf 10
Bände angewachsen ist und als sein theologisches Lebenswerk
angesehen werden kann, nur diesem einen Ziele:
Jesus Christus ist der alleinige Herrscher der Kirche und der
Welt.
Selbstverständlich ist Karl Barth nicht nur ein geachteter,
sondern ein sehr oft angegriffener Mann, der allerdings seine
Gegner mit Humor zu nehmen weiss. Doch kann weder Freund noch
Feind an seinen Ruf achtlos vorübergehen:
Zurück zu Jesus Christus, zurück zur Schrift!

* Dieser Abschnitt wurde ohne Erlaubnis einfach
ausgelassen.

+ Wurde, ohne zu fragen
von der Schriftlei-
tung geändert in
(auch politische Programme)



Karl Schwittay