GEMEINDEBERICHT für die 19.Synode 1956 en Esperanza/St.Fe
Gemeindebericht 028
Lugar/Ort:"General Alvear"
Fecha/Datum:1956
Resumen/Skopus:


Bericht der Deutschen Evangelischen Gemeinde General Alvear ER Für
die Synodaltagung 1956 in Esperanza/ Santa Fe
Erstattet von Pfarrer Karl Schwittay.

Da das Pfarramt durch die Wahl von Pfarrer F. Hoppe nach Rosario
vom 1.9.1952 bis Ende April 1955 vakant war und der neue Pfarrer
Karl Schwittay erst am Himmelfahrtstage des vergangenen Jahres
durch den Vizepräses derSynode in sein Amt eingeführt wurde und
dazu auch auf der letzten Synodaltagung kein Gemeindebericht
gegeben werden konnte, kann dieser Bericht im letzten Grunde nur
eine Bestandsaufnahme dessen sein, was im Augenblick vorhanden
ist, ohne große Vergleiche zu ziehen.
Zum Pfarramt General Alvear gehören folgende Gemeinden":
Aldea Protestante;
Camarero;
Col. Nueva de Villa Urquiza;
Hernandarias;
Meroú;
Paraná;
Reffino;
Vizcacheras;
von denen noch Hernandarias ohne Predigtraum ist, während in
Paraná die Methodistengemeinde uns in zuvorkommender Weise ihre
Kirche zur Verfügung stellt. Die Gemeinde Col. Nueva de Urquiza
wird bis zur Erlernung der spanischen Sprache durch den Pfarrer
von den beiden Pfarrern Faber und Hoppe bedient, da die Bedienung
dieser Gemeinde nur noch in spanischer Sprache möglich ist. Den
beiden Pfarrern sei für diesen Dienst recht herzlich gedankt. Der
Pfarrsitz von General Alvear ist Aldea Protestante.
An dieser Stelle muß auch den Pfarrern recht herzlich gedankt
werden, die in der langen Pfarrvakanz die Dienste, die notwendig
waren, versahen und den Gemeinden, die diese Pfarrer für den
Dienst freigaben.
Dazu gehörten unser verstorbener Propst Marczynski, die Pfarrer
Eichenberger, Hagedorn, A. Richert, Thiede und Vikar Vöhringer.
Trotz dieser brüderlichen Hilfe wäre aber ohne größeren Zerfall
der Gemeinde eine längere Pfarrvakanz nicht zu ertragen gewesen.
Noch im Jahre 1954 ist die Hälfte der Gemeinde Vizcacheras zu den
Kongregationalen wegen angeblich schlechter Bedienung
abgesprungen. Nur mit großer Schwierigkeit konnte dort im
vergangenen Jahre die Frage des Besitzrechtes der vorhandenen
Kapelle in befriedigender Weise geklärt werden. Hernandarias
leidet immer noch unter der Abspaltung, die vor ungefähr 3 Jahren
erfolgte. Beide Gemeinden sind dadurch in ihrem Mitgliederbestand
Zwerggemeinden von 50 - 70 konfirmierten Gliedern geworden.
In Paraná ist durch eine intensive Arbeit - Hausbesuche und
Chorarbeit- der Gottesdienstbesuch in den letzten Monaten
erheblich gestiegen. Allerdings ist es fraglich, ob dieser
Aufschwung gehalten werden kann. In dieser Gemeinde ist der
Spanisierungsprozeß bereits so weit vorgeschritten, daß in Kürze
die spanische Sprache vorherrschend sein muß, wenn nicht die
Gemeinde ohne die Jugend zerfallen soll.
Im allgemeinen kann bei allen Gemeinden von einer regen
Beteiligung am gottesdienstlichen und kirchlichen Leben berichtet
werden. Sehr wahrscheinlich hängt das noch mit der Freude
zusammen, daß die Gemeinde jetzt ihren eigenen Pfarrer hat.
In dankbarer Weise nehmen alle Gemeinden den Dienst der
Verkündigung durch Lichtbildervorträge an.
Es konnte in allen Gemeinden ein regelmäßiger Kindergottesdienst
aufgebaut werden, der durch Gemeindeglieder ausgeführt wird.
Regelmäßige Kindergottesdienste bestanden durch die ganze
Pfarrvakanz hindurch in Aldea Protestante durch Herrn Bismark, in
Reffino durch Frau Reimer und in Meroú durch Herrn David Weiß.
Nach Überwindung der ersten Widerstände haben sich in fast allen
Gemeinden bereits Männer bereit erklärt, den Lektorendienst für
den Notfall zu übernehmen. Sie wurden von dem Pfarrer in den
notwendigen Dingen unterwiesen. Ob allerdings regelmässige
Lesegottesdienste eingeführt werden können, muß die nächste
Zukunft zeigen.
Außer dem erwähnten Versuch, in Paraná einen Singkreis ins Leben
zu rufen, muß in dankenswerter Weise gesagt werden, daß sich sogar
in der Pfarrvakanz in Camarero ein größerer Kirchenchor unter der
Leitung der früheren Organistin von Aldea Protestante, Frau
Schneider geb. Brauer, gebildet hat. In Aldea Protestante hat sich
der Kirchenchor durch die vakante Zeit hindurch erhalten und nun
mit großer Freude an das Singen des neuen evangelischen Liedgutes
gemacht.
Um die Singefreudigkeit in den Gemeinden zu heben, wurde in fast
allen Gemeinden vor den Gottesdiensten ein einhalb-stündiges
Gemeindesingen eingerichtet. Dieses Gemeindesingen wurde von den
Gemeinden sehr freudig aufgenommen, zum Teil war es sogar
erwünscht worden.
Um auch in besonderer Weise die konfirmierte Jugend zur Gemeinde
zu führen, ist ein Jugendtreffen in Aldea Protestante am letzten
1. Advent durchgeführt worden. Die Jugend des Dorfes war bei den
Vorbereitungen mit großer Freude dabei. Die Anteilnahme der Jugend
an diesem Wochenendtreffen war trotz der Erntezeit und der großen
Hitze über Erwarten groß, selbst die 130 km weit entfernten
Gemeinden Vizcacheras und Hernandarias waren zahlreich vertreten.
Mit diesem Treffen wurde der größte Teil der Jugend der
Gesamtgemeinde General Alvear erfaßt; allein an der Feier des
Heiligen Abendmahles nahmen über 200 konfirmierte Jugendliche
teil. Es steht außer Frage, daß diese Art der Jugendarbeit in
unserer Gemeinde zu einer ständigen Einrichtung wird, und auch
weiter ausgebaut werden soll.
Auf der letzten Gemeindeversammlung am 30. Oktober 1955 wurde
einstimmig folgender Vorstand gewählt:
Präsident: Carlos Schlotthauer;
Vizepräsident: Juan Brauer;
Schriftführer: David Fischer;
Stellvert. Schriftführer: Enrique Bisterfeld;
Kassierer: Juan Herdt;
Stellvertr.Kassierer: David Schanzenbach;
Beisitzer: Juan Schneider;
Conrado Bender-Fischer;
Enrique Schneider;
Juan Müller-Neuberger;
Enrique Usinger;
David Weiß.
Auf der gleichen Generalversammlung wurde einstimmig der Antrag
angenommen, den Beitrag pro konfirmiertes Glied auf 30,-- Pesos
für das Jahr 1956 zu erhöhen, um alle finanziellen Auslagen decken
zu können. Die Gemeinde umfaßt ca. 800 konfirmierte
Gemeindeglieder.