Der Staat Israel
Conferencia 004
Lugar/Ort:Gemeindekreis Unterbarmen
Fecha/Datum:1949
Resumen/Skopus: Die Gründung des Staates Israels-18-11-1949



Der Staat Israel.

I Der Staat Israel entsteht.
Die Engländer ziehen ihre Herrschaft über Palästina ab. Die Juden
dort haben darauf gewartet und ihre Truppen stehen bereit mit
einer vorzüglichen Waffenausrüstung. In kurzer Zeit wären alle
Araber aus dem Land gedrängt worden, wenn Nordamerika nicht
Einhalt geboten hätte.
Der Staat Israel wird gegründet. Im 1. Jahr der Staatsgründung
(von Mai 1948 bis Mai 1949) ist die jüdische Bevölkerung
gestiegen. Es strömen aus allen Völkern die Juden ein. Die Jugend
beherrscht das Element der Straße, blonde und blauäugige. Sie
sind ganz dabei, für die Sache ihres Herzens zu kämpfen. Dieser
Staat versteht sich als Nachfolger des jüdischen Staates um 80
nach Christus. Das Synedrium, der HOHE RAT übernahm die
Amtsgeschäfte des alten Hohen Rates.
Von ihm sollte auch der Prozeß Jesu wieder aufgerollt werden. Die
Geräte für einen neuen Tempel in Jerusalem werden bereits in
Nordamerika hergestellt. Das Hebräische wird Volkssprache.
Die Schwierigkeiten der bisherigen Nationalitäten.
Die verschiedensten geistigen Strömungen treffen hier zusammen. Es
gibt einen starken Gegensatz zwischen orthodox und liberal. Ein
Beispiel: Ist Kinobesuch am Sabbat erlaubt?


II Die Ursache dieser Entwicklung.
a) Der Zionismus
1. Kongreß in Basel 1897 mit Theodor Herzl. Die Idee ist, einen
jüdischen Nationalstaat zu gründen, der später in Palästina
gegründet werden sollte. Warum? Israel steht über alle Nationen.
Der letzte bedeutende Vertreter des Zionismus, Weizmann, wird
erster Präsident des Staates Israel.
Welche Anschauungen sammeln sich im Zionismus?
1) Israel glaubt nicht mehr an den Gott SEM, sondern es preist die
Geburt von SEM.
Israel glaubt an sich selbst, an das Gesetz seiner Abkunft.
2) Israel glaubt nicht an den Gott, der sein Volk auch um seines
Unglaubens willen strafen kann, sondern es glaubt an seine eigene
Leidensmission -Jesaja 41 -. Der leidende Gottes Knecht.
3) Das moderne, humanitäre Judentum. Das jüdische Dogma wird
abgestreift und der jüdische Glaube wird zur Vernunftreligion.
Israel fühlt sich als das Volk der wahren Sittlichkeit und sieht
darin seine Aufgabe an die anderen Völker.
b) Die Kolonialgeschichte Englands mit dem Versprechen,
den Juden nach dem 2. Weltkrieg eine Heimstatt in Palästina zu
geben.
c) Eine ganz wichtige Rolle spielt die grausame
Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus, die uns
Deutsche noch für Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte tief verschuldet hat.


III Wie versteht sich eine JUDENCHRISTLICHE GEMEINDE HEUTE?
1) Sie will eine Nebenexistenz zur christlichen Gemeinde
verteidigen.
2. Der Staat Israel ist der Anfang der Erfüllung
alttestamentlicher Verheißungen
und damit Eschatologie. -Jesaja 37, 1-14-
3. Sie glauben, daß sie einen besonderen
Missionsauftrag haben.


IV Was sagt die christliche Gemeinde auf Grund des Neuen
Testamentes zu diesen Dingen?
1) Israel ist und bleibt das auserwählte Volk Gottes.
-Römer 11, 19 - 24-
Der Jude ist in ganz besonderer Weise unser Bruder, ihn hat Gott
zuerst angesprochen. Ihm gelten alle Verheißungen zuerst.
2) Das Israel der Jetztzeit ist die Gemeinde Jesu
Christi. Sie ist die Trägerin der Erfüllung alttestamentlicher
Verheißungen.
3) Es gibt keine Nebenexistenz einer
jüdischchristlichen Gemeinde neben der heidenchristlichen
Gemeinde. Es gibt nur EINE Gemeinde des Herrn.
4) Israel hat am Ende der Tage keinen besonderen
Missionsauftrag, wohl ist seine bloße Existenz ein einziger Ruf
zur Umkehr für alle Menschen.

V Das Geschehen in Palästina vom Evangelium aus gesehen:
1. Das jüdische Volk ist trotz des Tragens der
Verheißung ein in die Irre gehendes Volk. Warum? Weil es Jesus
Christus nicht annehmen will. Gott ließ das zu mit der Hoffnung,
daß dieses Volk auf diesem Wege seinen Irrtum erkennen wird.
2. Es flieht aber diesem seinem Auftrag und sucht sich
dieser Aufgabe zu entziehen in dem es selbst Volk unter Völkern
wird. Es verhärtet sich immer mehr.
3. Die einzige Möglichkeit, den rechten Weg zu gehen,
bestände darin und in nichts anderem, als zu Jesus Christus zu
kommen.


VI Judentum und Gemeinde Jesu Christi
1. Das Judentum ist der Gemeinde gesetzt als Mahnmal
einer Gemeinde die von Gott nichts mehr hören will. Wir haben uns
vom Judentum sagen zu lassen, wer wir real sind und in welcher
Gefahr auch wir als Gemeinde Gottes stehen.
2. Die Gemeinde Jesu Christi soll durch ihre Existenz
dem Judentum seine Bestimmung vorhalten und sie zur Umkehr reizen.


VII Auslegung des Gleichnis vom verlorenen Sohn -Lukas 15,
11-22-.

Konzeption eines Vortrages von Karl Schwittay, gehalten in einem
Gemeindekreis
von Wuppertal-Unterbarmen, am 18.11.1949.